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Nein, zur Gänze gelesen habe ich „Zettel’s Traum“ nie, nur einige Male darin herumstudiert. Immerhin halbwegs ernsthaft, denn ich bin seit Jahrzehnten ein Fan des großen Arno Schmidt.

Warum also habe ich das Buch nicht vorne bis hinten gelesen? Natürlich ist „Zettel’s Traum“ ein Foliant, sowohl dem physischen als auch dem intellektuellen Gewicht nach, ein Werk, an dem ein hochbegabter, vielleicht sogar genialer Autor fast ein Jahrzehnt lang geschrieben hat. Aber der Umfang von Büchern hat mich noch nie abschrecken können – im Gegenteil, ihre Länge zog mich oft genug magisch an. Warum also dann? Sicherlich war ein Grund der exorbitante Preis, der sich aber endlich mit dieser wohlfeilen und (natürlich!) stark gekürzten Leseausgabe erledigt haben sollte. Man kann es den Herausgebern gar nicht hoch genug anrechnen, dass sie jetzt endlich ein Werk, das wegen seines Preises und Umfangs über Jahre hinweg für viele Leser gar nicht in Frage kam, einem breiten Publikum zugänglich gemacht haben.

 

Es gab einen zweiten Grund, aus dem ich vor „Zettel’s Traum“ zurückwich: Die Mischung aus Dünkel und Fanatismus, die sich in dem riesigen Buch ausdrückt. Schmidt wollte nur für wenige schreiben – für nicht mehr als 390 Leser, so rechnete er es sich aus. „Dichter“, so sprach Schmidt sich selbst bereits 1951 in „Brand’s Haide“ an, „Dichter: erhältst Du den Beifall des Volkes, so frage Dich: was habe ich falsch gemacht?! Erhält ihn auch Dein zweites Buch, so wirf die Feder fort: Du kannst nie ein Großer werden. Denn das Volk kennt Kunst nur in Verbindung mit -dünger und -honig.“

 

Arno Schmidt ZsT Erstausgabe Doppelseite F Klaus BaillyZu dem exklusiven Kreis der Literaturverständigen gehören wollte ganz unbedingt mein Deutschlehrer, der bei gelegentlichen Treffen mit seinen Schülern, wenn das Gespräch stockte, zunächst einmal Hans Dieter Hüsch-Schallplatten herauszog, damit wir einigen niederrheinischen Döntjes lauschten, die alle mit „Hagenbuch hat zugegeben“ anfingen. „Das hören auch nur die, die es eh schon wissen“, kommentierte er, wenn er routiniert die Schallplatte in die Hülle zurückgleiten ließ. War dieses Thema – die virtuose Feier der indirekten Rede – erschöpft, wurde zweitens das vielleicht – aber auch nur vielleicht! – tatsächlich gelesene Superbuch im großen Format mit den vielen großen Seiten herbeigeschleppt und stolz präsentiert. Der Herr Studienrat schien sich zu den 390 Auserlesenen zu rechnen, zu jenen, die es „eh schon wissen“ und deshalb die kulturelle Avantgarde bilden.

 

Dann gab es da noch einen, der ebenfalls gern als Intellektueller gelten wollte, einen mädchenhaft-zarten Mitschüler mit langem, schön gewelltem Haar, wegen eines schlichten „von“ zwischen Vor- und Familiennamen nur hochachtungsvoll „der Graf“ genannt. Er gab vor, von dem Schmidt’schen Projekt gefesselt zu sein, und las, während wir anderen uns wieder im ernsten Gespräche anderen Themen zuwandten, bäuchlings auf dem Teppich das große Buch. Ich weiß nicht mehr, wie er es nannte, aber es war wahrscheinlich ein Ausdruck aus der damaligen Jugendsprache und könnte „abgefahren“ gelautet haben. Oder so ähnlich.

Das war der Snobismus der Schmidt‘schen Anhängerschaft, der problemlos an den Snobismus des Meisters andocken konnte.

 

Schmidt wollte das Geschehen eines ganzen Tages und das Dahinfluten von Bildern, Gedanken, Erinnerungen und Phantasien, in seiner Gänze – ja: abschreiben? erfassen? notieren? Warum? Was zeichnet das Erleben eines Einzelnen aus, dass es so unbedingt erfasst werden muss, auch noch in einer x-beliebigen Figur an einem x-beliebigen Tag? Warum überhaupt sollte der Bewusstseinsstrom das Hauptthema von Literatur sein? Das Projekt orientierte sich natürlich an dem Vorbild von James Joyce, an „Ulysses“ und noch mehr an „Finnegans Wake“. „Follows a man's thoughts and dreams during a single night“, beschreibt der Klappentext der englischen Taschenbuchausgabe das Geschehen von „Finnegans Wake“. Bei Schmidt ist es aber schon ein wenig anders, denn es herrscht keine Nacht, und es ist auch weniger der Bewusstseinsstrom als vielmehr ein sich um Edgar Allan Poe und anderes drehendes Gespräch; aber der totalitäre Anspruch ist derselbe. Auf einer der letzten Seiten wird er sogar noch extremer formuliert: „Unser >Häutijer=Tâc<, möchde, am=erschöpfindsdn, durch ein Syn-Optikon von 4 x 5.000 Seitn zu erfassen sein“.

 

Arno Schmidt hatte zwischen 1949, als er mit „Leviathan oder Die beste der Welten“ debütierte, und 1970, als wegen „Zettel’s Traum“ schon lange vor der Veröffentlichung des sagenumwobenen Werks alle Feuilletonisten aufgeregt umherflatterten, eine ganze Fülle von Erzählungen und Kurzromanen herausgegeben. Sie alle zeichneten sich durch den schroffen Individualismus der Hauptfigur (in allen Fällen mehr oder weniger ein Alter Ego Schmidts), deren misanthropischen Pessimismus und natürlich durch die experimentelle Erzählweise mitsamt einer sehr merkwürdigen Orthographie aus. In „Brand’s Haide“ charakterisiert er seine Arbeiten so: „rabiate Sachen, und düster dazu.“

 

Schmidts Bücher kann und soll man nicht wie einen Groschenroman (wie einen „Pageturner“) herunterlesen, sondern die Lektüregeschwindigkeit wird durch eine Fülle von Anspielungen und durch die dem Sprechen angepasste Schreibweise eigentlich aller Wörter stark herabgebremst – man braucht Zeit, um wenigstens einige der Anspielungen wahrzunehmen und zu verstehen, und in aller Regel lohnt eine Wiederholung der Lektüre, weil man immer wieder neues entdeckt. Entsprechend habe ich die meisten seiner Bücher drei- oder viermal gelesen, und eigentlich immer mit großem Vergnügen. Wenn ich vor mich hin lachte, las ich Arno Schmidt. Oder umgekehrt. Für mich war er ein großer Humorist.

 

„Supreme linguistic virtuosity conjures up the dark underground worlds of sexuality and dream.“, heißt es in der Beschreibung von „Finnegans Wake“, und genau das lässt sich auch auf den Subtext von Schmidts Erzählungen – allen Erzählungen! – beziehen. Wilma charakterisiert die Etymtheorie so: „Deine ganze Kunst besteht in der Bedenkenlosigkeit, mit der Du – im Bûsen auch des züchtixten Wortes! – nach der Natter einer anrüchijen Bedeutung ‘rumgrabblSD“. Mit anderen Worten: Er hat ziemlich herumgeferkelt, und das bezieht sich nicht nur auf das Geschlechtliche, sondern auch der Abort spielt in den meisten Büchern eine gewisse, nicht immer erquickliche Rolle. In „Zettel’s Traum“ findet sich einiges dazu unter dem Titel – höhö! – „Rohrfrei“, und das 6. Buch breitet dann ausführlich Däns bzw. Arno Schmidts von der Psychoanalyse angeregte Literaturtheorie aus. Diese teilt das menschliche Seelenleben in gleich vier verschiedene Reiche auf, und denen entspricht im Original der mehrspaltige Satz, der sich in dieser Ausgabe in einen einzigen, nicht einmal in Absätze gegliederte Blocksatz verwandelt hat, bei dem das überforderte Auge vergeblich nach einer Gliederung sucht.

 

Der Gastgeber Daniel „Dän“ Pagenstecher behauptet noch zusätzlich die Bedeutung der allerfrühesten Kindheitserinnerungen Edgar Allan Poes für dessen Werk, besonders für dessen in den Augen eines unbedarften Lesers gänzlich unauffälligen Landschaftsbeschreibungen. Genauso ging Schmidt in „Sitara und der Weg dorthin“ vor, seiner „Studie über Wesen, Werk & Wirkung Karl Mays“, als er die ausufernden Schilderungen des sächsischen Homer mit den Mittel der Psychoanalyse als Ausdruck von dessen verdrängter Homosexualität deutete. Ein ähnliches Verfahren schlägt Pagenstecher auch für Poes Landschaften vor. Deren Struktur – den Rundumblick bei Sommerwetter – sieht er von den damals populären Panoramen vorgegeben.

 

Immer liebte ich in Schmidts Büchern die schnoddrigen Kommentare seiner Hauptfiguren (seiner leicht oder gar nicht verfremdeten anderen Ichs), mit denen diese alle Personen bedenken, die ihnen über den Weg laufen. Es sind die in Literatur verwandelten Tragträumereien eines Menschen, der wenig aus sich herausging, aber sich in seiner Zurückgezogenheit Situationen ausmalte, in denen er seine intellektuelle Überlegenheit ausleben konnte. Und seinen Zynismus. Für seine Figuren gilt: Natürlich behalten sie ihr Hochgefühl hübsch für sich. Niemals erfährt in einem dieser Bücher irgendjemand, wie intelligent Schmidts Alter Egos sich selbst finden. Und natürlich wird keiner dieser Helden berühmt oder reich. Sie erstreben nichts als finanzielle Sicherheit, um in einer dörflichen Verborgenheit ihren Leidenschaften nachgehen zu können, wie zum Beispiel „Hä Eggers“ in „Das steinerne Herz“, der sich in einer niedersächsischen Einöde um nichts als um seine Hannoverschen Staatshandbücher kümmern will. Na, und um seine Frieda.

Etwas fehlt in Schmidts Büchern, und wenn ich es richtig sehe, in wirklich ausnahmslos allen Erzählungen und Romanen: die Großstadt. Wenn jemand aus irgendeinem niedersächsischen Nest nach Celle fährt, dann ist das schon eine Reise ins Blaue, sonst aber lustwandelt man auf Feldwegen, schaut sich norddeutsche Kühe an – nämlich die in „Halbtrauer“ – und besucht vielleicht einmal die Dorfkneipe oder kauft Mettwurst in einem Laden. Nicht einmal Berlin besitzt den Charakter einer Großstadt, sondern die Heldin wohnt in einer Laube, und wenn »Hä Eggers« ins Archiv fährt, dann trifft er auf manches, aber weder auf Menschenansammlungen noch auf nennenswerten Verkehr.

 

Was ist nun neu in „Zettel’s Traum“? Oder doch ein wenig anders? Den Besuch eines Ehepaares bei einem anderen auf dem Land kennt man schon aus einer früheren (und beträchtlich kürzeren!) Erzählung, auf die er in „Zettel’s Traum“ selbst anspielt. In „Die Wasserstraße“ (aus „Kühe in Halbtrauer“ von 1964) wird dieselbe Geschichte eines Spaziergangs eines Junggesellen mit einem Ehepaar erzählt, und auch diese haben schon eine Tochter, die vom Gastgeber ausgiebig beguckt wird. Ebenso wenig neu ist die merkwürdige Etymtheorie, die Schmidt Anfang der Sechziger im Anschluss an Sigmund Freud entwickelt und als erstes bei seiner sehr, sehr witzigen, aber wohl doch ziemlich absurden Analyse der Romane Karl Mays ausprobiert hatte. Besonders im ersten und im vorletzten Kapitel spielt sie eine wesentliche Rolle.

 

Schmidt ist an deutschen Universitäten ein beliebter Autor, denn der Germanist an und für sich liebt das Schnüffeln, Herumstochern und Rätsellösen, das Auffinden von versteckten Zitaten und mysteriösen Anspielungen aller Art. Eigentlich ist er so eine Art Trüffelschwein der Kulturgeschichte, denn er sucht ja immer im Untergründigen. Für Wesen dieser Art bieten die Romane Arno Schmidts reichlich Gelegenheit, ihre Talente anzuwenden. Schließlich sind sie so schön „verschmidtst“. Schon in den ersten seiner veröffentlichten Bücher war das so, und nun gar „Zettel’s Traum“ … Es ist eine gewaltige Ansammlung von Zitaten aller Art! Und natürlich stammen die Zitate, wenn wir einmal von Poe absehen, aus Büchern, die sonst nur wenige gelesen haben.

 

Zum Beispiel findet sich eine nur schwer verständliche Szene gleich im ersten Kapitel. Die drei Erwachsenen und das Mädchen sprechen über Rosenkränze, die man im Orient noch heute in den Händen vieler Männer sehen könne. Daran schließt sich, immerhin in Anführungszeichen und so als Zitat kenntlich gemacht, ein merkwürdiger Dialog an, den der Autor unverändert aus Kurd Laßwitz‘ Buch „Auf zwei Planeten“ hergesetzt hat. „Auf zwei Planeten“ ist ein ungemein phantasievoller Roman von 1897, die zufällig gerade in diesen Tagen extrem aktuelle, wenngleich nicht auffallend realistische Schilderung eines Marsbesuchs. 1979 fand dieses schöne Buch dank Arno Schmidt Aufnahme in die sehr verdienstvollen „Haidnischen Alterthümer“ des Greno Verlages.

 

Das Zitat aus einem allein ihm noch gegenwärtigen Roman ist ein Beispiel für Schmidts Snobismus, aber die nachlässige Verarbeitung des Zitats spricht gleichzeitig gegen den Autor. Denn es ist nicht integriert, nicht eingearbeitet, wird nicht gesprächsweise ausgedeutet. Das Zitat wurde nur hineingesetzt und musste deshalb ein Fremdkörper bleiben, über den der Leser stolpert, ohne aus dessen Lektüre Nutzen zu ziehen.

 

Arno Schmidt ZsT Suhrkamp COVERWer schon andere Bücher Schmidts kennt, der wird in diesem Opus magnum vielen, vielen bekannten Motiven begegnen. Zum Beispiel dem eher bedenklichen Lobgesang auf den Alkohol, der sich durch sein Gesamtwerk und so auch durch dieses Buch zieht. Mit Verachtung wird auf den herabgeschaut, der „keine Ahnung von den Höheren Alkoholvergiftungen“ hat, und voller Respekt sagt der Gastgeber zu seinem Gast: „Du kannsD aber noch’n anständijen Stiewl vertragen Paul!“ Genau in derselben Weise spielt bereits in der „Wasserstraße“ der vor der besorgten Ehefrau versteckte Flachmann eine wesentliche Rolle. Vielleicht wäre dieser Autor doch ein paar Jahre älter geworden – er starb schon mit 65 –, wenn er seine „Dipsomanie“ ein wenig besser unter Kontrolle gehabt hätte. Dipsomanie? Dieses gelehrte Wort bezeichnet nichts als einen großen Durst.

 

Aber natürlich hat sein früher Tod auch sehr viel mit seiner Überarbeitung zu tun. Im Anhang finden sich einige interessante und lesenswerte Materialien, zu denen ein Brief von Alice Schmidt gehört, der Ehefrau, in dem die Wut geschildert wird, mit der ihr Mann über Jahre hinweg an seinem Opus arbeitete (es war viel mehr als bloßer Enthusiasmus): „Keine Spaziergänge mehr – kein Sitzen im Garten – kein Sonntag – kaum die Möglichkeit eines Gespräches: auf Fragen nur abwesend nervöse Antworten: bestenfalls.“ Und nur zwei Stunden Schlaf in jeder Nacht, über viele Jahre hinweg.

 

So wenig neu, wie die Lobgesänge auf den Alkohol sind die politischen Kommentare anlässlich einer Radiosendung; direkt ein Freund von Wiederbewaffnung, Katholizismus und Adenauer war Schmidt ja nicht. Aber obwohl seine Haltung längst bekannt ist: Ich mag diese Passagen trotzdem – sie sind so respektlos wie unkonventionell und in ihrer Frechheit erfrischend, und einige Seiten lang besitzt das Buch dann wieder die Leichtfüßigkeit der früheren Werke des großen Arno Schmidt.

 

Selbstverständlich ist der gesamte Text interessant und lohnt die Lektüre, aber man spürt zu sehr das Bemühen, ein Meisterwerk zu hinterlassen, und so wirkt es auf weite Strecken verkrampft und prunkt ein wenig zu viel mit dem Wissen des Autors. In seinem Essay über den „alten Fontane“ hat Thomas Mann eine Bemerkung gemacht, die man wohl ganz gut auf Arno Schmidt übertragen kann. Fontane verfolgte nämlich eine Zeitlang den Plan, einen großen Roman über Störtebeker und Konsorten zu schreiben, kam aber schließlich davon ab. Und warum? Der „Likedeeler-Plan“, kommentiert Mann, „war ein Plan des Ehrgeizes, der als solcher erkannt und verworfen wurde. Fontane war lange in der Beschränkung groß“. Lässt sich Ähnliches nicht auch für Schmidt behaupten? Auch er ein Meister der kleinen Form – nur, dass er sich, anders als Fontane, an einem Plan des Ehrgeizes versuchte.

 

Der Satzspiegel aller früheren Bücher Schmidt ist sehr bewegt – wegen der chaotischen Fülle der Satzzeichen, weil manche Absätze eingerückt sind, andere wieder nicht, wegen der Großbuchstaben, die unvermutet in manchen Wörtern auftauchen … Was in dieser Ausgabe fehlt, ist die sonst so lebhafte Unterteilung des Textes in verschiedene Absätze, die die Lektüre wesentlich erleichtert. Jetzt besteht jedes Kapitel aus einem einzigen Absatz, wenn man von den wenigen eingeschobenen Überleitungen der Herausgeber absieht. Für die Lektüre ist das nicht schön, aber man sollte sich mit Kritik zurückhalten, denn die Herstellung des Lesetextes muss enorm viel Arbeit gemacht haben (ich weiß das – und dabei habe ich nicht mehr als einige wenige Zitate abgeschrieben!); und dann kam die Korrektur, die wohl alle anderen außer einige verschwindend wenige Schmidt-Spezialisten in Verzweiflung gestürzt hätte. Und die vielleicht ja doch auch.

 

War Arno Schmidt in „Zettel’s Traum“ seiner Zeit so weit voraus, dass er uns noch fünfzig Jahre später als Avantgardist erscheint, oder hat er nur, von der Psychoanalyse verführt, einen Irrweg eingeschlagen, auf dem ihn sogar viele seiner Bewunderer nicht folgen wollten? Die Leseausgabe des Romans gibt jetzt einem breiten Publikum die Gelegenheit, nach einer eigenen Antwort zu suchen. Dank der geschickten Kürzung des Textes und der fachkundigen Überleitungen, aber auch dank des Materials (wichtig vor allem ein Essay Schmidts über Edgar Allan Poe sowie vier Übersetzungen seiner Gedichte durch den Autor) kann sich jeder sein eigenes Bild machen. Diese kleine Mühe hat Arno Schmidt allemal verdient.


Arno Schmidts Zettel's Traum. Ein Lesebuch

Herausgegeben von Bernd Rauschenbach.

Mit Texten von Susanne Fischer.

Eine Edition der Arno Schmidt im Suhrkamp Verlag. Berlin 2020

232 Seiten

ISBN 978-3518804506

 

Weitere Informationen

 

 

Abbildungsnachweis:

- Doppelseite der Erstausgabe. Foto: Klaus Bailly / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

- Buchumschlag, Suhrkamp Verlag

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