Werbung

Neue Kommentare

Ulrike Tempel zu Adventsmessen und Handwerkermärkte in Hamburg – Alle Jahre wieder...: Leider sind die Termine veraltet 2017 / 2018...
Irmgard Gottschlich zu 50 Jahre Sammlung Ulla und Heinz Lohmann: Herzliche Gratulation zu diesem Ereignis, nicht n...
Dr. Carola Siepmann zu Flucht ins Ungewisse - Ausstellung im Hamburger Rathaus: Hallo, gern hätte ich die Ausstellung heute ange...
Claus Friede zu „The Irishman”. Martin Scorsese und die Demaskierung des Gangsterfilms : Danke für Ihren Kommentar, Herr Zurch.
We...

Bernd Zurch zu „The Irishman”. Martin Scorsese und die Demaskierung des Gangsterfilms : Vielen Dank. Warum gibt es keine Sternchen mehr? ...

Hamburger Architektur Sommer 2019


Reisen

Schloss Rundāle – das lettische Versailles

Drucken
(129 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Dienstag, den 08. Dezember 2015 um 09:56 Uhr
Schloss Rundāle – das lettische Versailles 4.1 out of 5 based on 129 votes.
Schloss Rundāle – das lettische Versailles

Schloss Rundāle (lettisch: Rundāles pils) befindet sich im Süden Lettlands, auf der fruchtbaren Ebene von Zemgale. Einst Sitz von Herzogen, heute ein Magnet für Besucher aus aller Welt – nicht nur im Sommer.

Wer nach Rundāle möchte, der fährt für lettische Verhältnisse relativ lange. Das Barockschloss liegt westlich von Bauska und damit rund eine Stunde von Riga entfernt. Rundāle, zu deutsch Ruhental, wird als das Versailles des Baltikums bezeichnet.
Veranlasst wurde der Bau von der russischen Zarin Anna Iwanowna (1693-1740) als Sommerresidenz von Ernst Johann von Biron (1690-1772), Herzog von Kurland und Semgallen. Der Grundstein wurde 1735 gelegt und die ersten Bauarbeiten dauerten rund 5 Jahre. Für den Prachtbau wurde der russisch-italienische Architekt und Baumeister Bartolomeo Francesco Rastrelli (1700-1771) beauftragt, der bereits die Pläne für den Winterpalast in St. Petersburg entworfen hatte.

130 Zimmer im Schloss und 320.000 Linden im Park
Jener ließ auch den Schlosspark im französischen Landschaftsstil anlegen und pflanzte dafür rund 320.000 Linden. Der Baron von Kurland konnte das Schloss allerdings nur kurz nutzen, denn er wurde nach dem Tod der Zarin wegen Prunksucht und Grausamkeit nach Sibirien verbannt. Jahre später, nach weiteren politischen Intrigen, konnte der Baron nach Rundāle zurückkehren und es gelang ihm, in einem zweiten Bauabschnitt, ab 1763 auch den Innenausbau von Rundāle fertigzustellen. Den Innenraum gestaltete dabei der Berliner Rokoko-Bildhauer Johann Michael Graff.

Der Verfall
Das Schloss wechselte nach dem Tod des Barons mehrfach die Besitzer und gelangte schließlich im Rahmen der lettischen Agrarreform von 1920 in den Besitz des neuen lettischen Nationalstaates. Dieser konnte nur wenig mit dem teuren Prunk anfangen und wandelte das Schloss in Wohnraum und eine Grundschule um. 1933 wurde schließlich das Schloss dem lettisch Historischen Museum übergeben.
Zu dieser Zeit erkannte man, dass aufwändige Renovierungsarbeiten am Schloss überfällig waren. Der Zweite Weltkrieg verhinderte jedoch einen raschen Beginn der Arbeiten und verschlechterte den Zustand dramatisch. Zu allem Überfluss wurde Ruhental nach dem Krieg – wie so häufig in der Sowjetunion – zu einem Heu- und Kornspeicher umgewandelt und damit ging schließlich der Großteil der Inneneinrichtung zugrunde. Eine eigens im Keller des Schlosses heute eingerichtete Ausstellung dokumentiert den Zustand vor der Restauration.

Die Restauration
Diese wurde schließlich ab 1972 angegangen, nachdem historisch versierte und engagierte Letten das Schlossmuseum Rundāle gegründet hatten.
Heute erstrahlt Rundāle weitestgehend wieder in altem Glanz. Leider muss man sich aber bewusst sein, das man quasi durch einen Neubau wandelt, überlebte doch kaum etwas die Jahrzehnte des Verfalls. Ferner ist im Schloss der Sitz einer Forschungsstelle für die ältere Kunstgeschichte Lettlands. Es beherbergt nicht zuletzt deshalb die Ausstellung „Kunstschätze im Schloss Rundāle ". Besucher können in ihr Exponate der Kunst Europas und des Ostens aus der Zeit von vier Jahrhunderten entdecken.

Schloss Rundāle

Rundale Palace Museum, Pilsrundale, Rundales pagasts, Rundales novads, LV-3921 Lettland
Weitere Informationen
Das Abschlusskonzert des Internationalen Barockmusik-Festivals Riga (13. bis 16. Juli 2016) findet im Schloss statt.


Abbildungsnachweis:
Header: Gartenfront von Schloss Rundāle im Winter. Foto: Chris Ogilvie. Quelle: Wikipedia CC.
Galerie:
01. Hauptansicht von Schloss Rundāle Haupteingang). Foto: JoMa. Public domain
02. Gemälde von Ernst Johann von Bühren (Biron), 18. Jahrhundert, Künstler unbekannt.
03. Schloss Rundāle, Innenhof. Foto: Marcin Szala. Quelle: Wikipedia CC BY-SA 3.0
04. Zelta Saal, nach dem Rokoko-Entwurf von J.M. Graff.
05. Schlosspark Rundāle, Foto: Greifen. Quelle: Wikipedia CC BY-SA 2.0

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Reisen > Schloss Rundāle – das lettische Versailles

Mehr auf KulturPort.De

Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard
 Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard



Zum zweiten Mal zeigt die Hamburger Kunsthalle Meisterwerke aus dem dänischen Museum Ordrupgaard. Erst im Frühjahr war „Im Licht des Nordens“ zu Gast. Nun  [ ... ]



Kunstbetriebe3 – Skulptur verändert.
 Kunstbetriebe3 – Skulptur verändert.



11 Künstlerinnen und Künstler – 11 Betriebe: Künstler und Betriebe der Region Lübeck zusammenzubringen, ist das Vorhaben der „KunstBetriebe“, das in di [ ... ]



„Das unverlierbare Leben“ von Marion Tauschwitz – Unvergessliche Erinnerungen an Hilde Domin
 „Das unverlierbare Leben“ von Marion Tauschwitz – Unvergessliche Erinnerungen an Hilde Domin



„Hilde Domins Dichtung ist Spiegelbild ihres Lebens. Werk und Leben sind eng miteinander verknüpft. Das eine ohne das andere nicht denkbar“, schreibt Marion [ ... ]



Les Passions de l'Ame: Variety – The Art of Variation
 Les Passions de l'Ame: Variety – The Art of Variation



Johann Heinrich Schmelzer (1623-1680), Heinrich Ignaz Franz Biber (1644-1704) und Johann Joseph Fux (um 1660-1741) gehören nicht zu den österreichischen Kompon [ ... ]



„Der Leuchtturm” – Robert Eggers und die Metaphorik des Wahnsinns
 „Der Leuchtturm” – Robert Eggers und die Metaphorik des Wahnsinns



Der US-amerikanische Regisseur Robert Eggers inszeniert seinen Film „Der Leuchtturm” ästhetisch virtuos als expressionistische finstere Horror-Mär zwischen [ ... ]



Add art – zum 7. Mal Einblicke in die vielfältige unternehmerische Beschäftigung mit Kunst
 Add art – zum 7. Mal Einblicke in die vielfältige unternehmerische Beschäftigung mit Kunst



Hamburgs Unternehmen können sich der Öffentlichkeit als Kunstförderer vorstellen, die Öffentlichkeit hat die einmalige Chance, Sammlungen kennenzulernen, zu  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.