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Das Haus der Kulturen der Welt und die Stiftung Elementarteilchen vergeben 2010 zum zweiten Mal den "Internationalen Literaturpreis - Haus der Kulturen der Welt" für zeitgenössische Erzählliteratur in deutscher Erstübersetzung. Dieser internationale Buchpreis, dotiert in Höhe von 35.000 Euro, wird anteilig mit 25.000 Euro an den Autor und mit 10.000 an den Übersetzer verliehen.

Aus insgesamt 133 eingesandten Werken von Autoren aus mehr als 50 Ursprungsländern und übersetzt aus 25 Sprachen nominierte die Jury sieben Titel. Die öffentliche Bekanntgabe der Preisträger (Autor und Übersetzer) findet am 29. September 2010 um 20h im Rahmen der Preisverleihung im Haus der Kulturen der Welt statt. Die Festrede hält die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff. Es moderiert der Literaturkritiker Denis Scheck ("Druckfrisch"), der Schauspieler Jan Josef Liefers liest aus der deutschen Übersetzung des Preisträgertitels.

Die Jury: "Die diesjährige Shortlist zeigt, dass die alten Kategorien von Nationalliteratur, Herkunft und Heimat zunehmend aufgebrochen werden. Neben den besonderen, herausragenden Einzelstimmen sind die vorherrschenden Themen Krieg, Gewalt, Korruption der Eliten und Unterdrückung. Immer häufiger sind es jedoch Geschichten, die von einer Generation von Nachgeborenen erzählt werden, was einen neuen, oft sarkastischen und zynischen Blick auf Romanfiguren eröffnet. Diese bewegen sich zwischen den Welten und sind weder eindeutig zu verorten noch den Kategorien von Gut und Böse zuzuordnen.

Zunehmend gibt es Autoren, die mehrsprachig denken und schreiben - und die literarischen Weltsprachen Englisch und Französisch erneuern. Die hervorragend übersetzten Werke der Shortlist erschaffen ein literarisches Idiom, das nicht nur in der Themenwahl, sondern auch sprachlichformal den Zustand der Welt reflektiert - ein 'Schreiben mit Akzent'. Das Erfinden und Weitergeben von Geschichten ist in allen Shortlist-Werken eine Überlebensstrategie."

Folgende Werke und Übersetzer wurden für die Shortlist nominiert (in alphabetischer Reihenfolge):

Glissant, Édouard: Das magnetische Land
Verlag Das Wunderhorn, 2010, aus dem Französischen übersetzt von Beate Thill
La terre magnétique, Éditions du Seuil, Paris, 2007

Khadra, Yasmina: Die Schuld des Tages an die Nacht
Ullstein Buchverlage, 2010, aus dem Französischen übersetzt von Regina Keil-Sagawe
Ce que le jour doit à la nuit, Editions Julliard, Paris, 2008

Li, Yiyun: Die Sterblichen
Carl Hanser Verlag, 2009, aus dem Amerikanischen übersetzt von Anette Grube
The Vagrants, Random House, New York, 2009

Mandanipur, Shahriar: Eine iranische Liebesgeschichte zensieren
Unionsverlag, 2010, aus dem Englischen übersetzt von Ursula Ballin

Censoring an Iranian Love Story
ursprünglich in Farsi (unveröffentlicht), übersetzt von Sarah Khalili, 2009
Alfred A. Knopf, New York 2009 (trademark of Random House Inc.)

Mengestu, Dinaw: Die Melodie der Luft
Ullstein Buchverlag, 2010, aus dem Amerikanischen übersetzt von Volker Oldenburg
How to read the air, Riverhead, New York, 2010

Mueenuddin, Daniyal: Andere Räume, andere Träume
Suhrkamp/Insel, 2010, aus dem Amerikanischen übersetzt von Brigitte Heinrich
In other rooms, other wonders, W.W. Norton & Company, New York, 2009

N’Diaye, Marie: Drei starke Frauen
Suhrkamp Verlag 2010, aus dem Französischen übersetzt von Claudia Kalscheuer
Trois Femmes Puissantes, Éditions Gallimard, 2009

Zur Jury 2009/2010 gehören Christian Döring (Lektor und Herausgeber der Anderen Bibliothek), Gregor Dotzauer (Literaturkritiker Der Tagesspiegel), Ottmar Ette(Literaturwissenschaftler, Universität Potsdam), Sigrid Löffler (Literaturkritikerin), Katharina Narbutoviç (Leiterin Berliner Künstlerprogramm des DAAD), Peter Ripken (Vorstandsvorsitzender ICORN - International Cities of Refuge Network) und Susanne Stemmler (Literaturwissenschaftlerin und Leiterin Bereich Literatur, Haus der Kulturen der Welt).

Der Preis würdigt literarisch herausragende internationale Erzählstimmen der zeitgenössischen Literaturen der Welt sowie die Vermittlungsarbeit des Übersetzens. 2009 gewannen der peruanisch-USamerikanische Daniel Alarcón mit seiner Übersetzerin Friederike Meltendorf den "Internationalen Literaturpreis - Haus der Kulturen der Welt" für Lost City Radio (Wagenbach Verlag 2008).

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