Werbung

Neue Kommentare

Martin Zopick zu „Nocturnal Animals” – Rachethriller als bittere Selbsterkenntnis : Der zweite Film von Tom Ford und der ist gar nich...
Michaela zu „Midsommar”. Die sonnendurchfluteten Abgründe des Ari Aster: Einer der magnetisierendsten Filme, die ich seit ...
Hampus Jeppsson zu „Der Distelfink“. Kühle Eleganz als Metapher für Schmerz: Interessant. Ein sehr guter Roman, dessen Verfilm...
Elvana Indergand zu Snøhetta: Architektur – Landschaft – Interieur: Ich bin begeistert von der Biblioteca Alexandrina...

Hamburger Architektur Sommer 2019


News-Port

Filmfest Oldenburg ehrt mit Radley Metzger einen Meister des erotischen Films

Drucken
Montag, den 09. August 2010 um 12:14 Uhr
Der 81-jährige amerikanische Regisseur, Produzent, Autor und Filmverleiher Radley Metzger gilt als stilvollster Vertreter des erotischen Autorenfilms, der das amerikanische Mainstream-Kino in den Siebzigern mit einer Mischung aus künstlerischem Anspruch und Sexploitation revolutionierte.

Er ist legendär, revolutionär, provokativ und künstlerisch höchst anspruchsvoll. Er war Laufbursche, Cutter, realisierte während des Koreakrieges Propaganda-Filme, anschließend Trailer für Truffaut und Bergman, erlebte die radikale Zensur am Film hautnah mit und war einer der ersten, die es im prüden, konservativ-amerikanischen Mainstream-Kino wagten, nackte Haut zu zeigen. Metzgers große Kunst ist es, sexuelle Sehnsüchte immer auch in Seh-Süchte zu verwandeln und gleichzeitig die eigene Fantasie anzuregen. Seine ästhetisch-sinnlichen Bilder sind derart betörend und verführerisch, dass man sich ihnen kaum entziehen kann. Doch es sind nicht nur diese atemberaubend schönen Kameraeinstellungen, auch Metzgers klug konstruierten Geschichten, die oftmals lose auf literarischen Vorlagen basieren, schauspielerisch hervorragende Leistungen, sinnig-brillante Dialoge und das berüchtigte satirische Augenzwinkern auf die eigene Branche verleihen seinen Filmen ihre unverwechselbare Handschrift. Er versteht es wie kein anderer diese prickelnden, magischen Momente hervorzuzaubern – eben genau jene seltenen Augenblicke, für die das Kino erfunden wurde. Doch nicht nur seine eigenen Werke bereicherten das amerikanische Kino um anspruchsvolle erotische Kunst, sondern auch die Filme, die er mit seinem Filmverleih „Audubon Film“ herausbrachte (u.a. „I, A Woman“). 1984 zog sich Radley Metzger aus dem Filmgeschäft zurück.

Im Rahmen der ihm gewidmeten Retrospektive wird Radley Metzger während des Filmfest Oldenburg u.a. folgende Filme persönlich vorstellen: „Carmen, Baby“ (1967) ist ein wichtiger Meilenstein, weil Metzger sich erstmals dazu entschloss, den Film in Farbe zu drehen. Als „sexiest film with no nudity“ bescherte ihm der Film den größten finanziellen Erfolg seiner Karriere. Um Kosten zu sparen, realisierte Metzger viele seiner Filme in Europa, die er zudem vornehmlich im gutbürgerlichen Milieu ansiedelte. Aus diesem Grund wird er auch gerne als „Aristokrat der Erotik“ bezeichnet. „Therese and Isabelle“ (1968) wird als sein bester Film gehandelt: Basierend auf Violette Leducs autobiographischem Roman schildert er eine aufkeimende Liebe in einem Mädcheninternat. Der Film erschien auch in Deutschland, erhielt hervorragende Kritiken und gilt ebenso wie „The Lickerish Quartet“ (1970) als ein Meisterwerk des erotischen Films. Metzger arbeitete mehrfach mit dem deutschen Kameramann Hans Jura zusammen, der in den sechziger Jahren zweimal mit dem Bundesfilmpreis für seine herausragenden Fähigkeiten als Kameramann ausgezeichnet wurde. Radley Metzger wird während des gesamten Festivals vom 15. bis 19. September in Oldenburg zu Gast sein.

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > NewsPort > Filmfest Oldenburg ehrt mit Radley Metzger ei...

Mehr auf KulturPort.De

Still in the Woods: Flying Waves
 Still in the Woods: Flying Waves



Schon in einer vorangegangenen KulturPort.De-Besprechung zum ersten Album (Rootless Tree) von „Still in the Woods“ kam das bemerkenswerte Potential der Band  [ ... ]



„Halloween“-Opern-Slam im Opernloft Altona
 „Halloween“-Opern-Slam im Opernloft Altona



Ein ungewöhnlich schönes Ambiente, ganz erstaunliche Stimmen und ein Spaßfaktor, wie er in der klassischen Musik wohl einmalig ist: Der „Halloween“-Sänge [ ... ]



Gottes Wort oder Menschenwerk? Zwei Bücher über die Geschichte der Bibel
 Gottes Wort oder Menschenwerk? Zwei Bücher über die Geschichte der Bibel



Die Bibel, sagt Arno Schmidt irgendwo, sei „ein unordentliches Buch mit 50.000 Textvarianten“. Auch wenn diese Zahl groß klingt – damit hat er gewiss noch [ ... ]



Die jungen Jahre der Alten Meister – Baselitz, Richter, Polke, Kiefer
 Die jungen Jahre der Alten Meister – Baselitz, Richter, Polke, Kiefer



Es war die Zeit, in der die Malerei totgesagt war. Jeder, der sich zur Avantgarde zählte, suchte den Ausstieg aus dem Bild. Jeder? Nein. Vier junge Maler dachte [ ... ]



Christian Frentzen: First Encounter
 Christian Frentzen: First Encounter



Hat Modern Jazz noch eine Zukunft? Oder ist seine Wiederbelebung ein Griff in die Mottenkiste? Nein: Der Kölner Pianist Christian Frentzen zeigt auf seinem Deb [ ... ]



„Alles fließt“ – Oliver Mark, Sibylle Springer und Sonja Ofen in der Gallery Lazarus Hamburg
 „Alles fließt“ – Oliver Mark, Sibylle Springer und Sonja Ofen in der Gallery Lazarus Hamburg



Mia Farrow, Ben Kingsley, Anthony Hopkins – Oliver Mark hat sie alle vor der Kamera gehabt. Jetzt stellt der international renommierte Fotograf mit Sibylle Spr [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.