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Ein Opernhaus geht auf die Reise – Berlins außergewöhnlichster Umzug hat begonnen

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Freitag, den 11. Juni 2010 um 11:00 Uhr
In dieser Woche hat einer der ungewöhnlichsten und spektakulärsten Umzüge Berlins begonnen: Die Staatsoper Unter den Linden packt ein und zieht mit dem gesamten Ensemble, einem Großteil der Bühnen­technik sowie Kostümen, Requisiten und Instrumenten von Berlin-Mitte nach Charlottenburg ins Schiller Theater. Bewegt werden insgesamt 34.000 Kubikmeter Umzugsgut, das würde ausgebreitet fünf Fußballplätze füllen, so der Technische Direktor der Staatsoper, Hans Hoffmann. Mindestens 500 LKW-Fahrten sowie 180 Sattelzug-Touren werden nötig sein. Etwa 9.000 Umzugs­kartons stehen bereit.

Zum Volumen des Umzugs gehören etwa 1.500 Scheinwerfer sowie die Kettenzüge und weitere bühnen­technische Anlagen der Staatsoper, die im Schiller Theater wieder eingebaut werden. 150 Büro­arbeits­plätze mit Telefon und Computer gehen mit in die Bismarckstraße. Zu den besonderen Heraus­forderungen für die beauftragte Spedition gehören: ein kompletter Waffenfundus mit diversen Hieb-, Stich- und Schuss­­waffen; volu­mi­nöse und sensible Requisiten wie Kutschen sowie sperrige Instrumente und Orchesterkoffer.

Carsten Seifert vom beauftragten Logistikunternehmen CML: „Ein Umzug diesen Ausmaßes ist für uns General­probe und Uraufführung zugleich – auch wenn in der Theorie alles bis ins letzte Detail geplant wurde, so ein Umzug ist wie ein Eingriff an einem lebenden Objekt, alles muss perfekt sitzen“. Organisiert ist der Umzug als sogenannter „rollender“ Umzug, das heißt sowohl an der Staatsoper als auch am Schiller Theater arbeiten 8-10 Packer und die LKWs pendeln pausenlos zwischen den Theatern.

Nicht alle Kulissen, Requisiten und Kostüme gehen ins Schiller Theater. Etwa 70 Prozent des Umzugsgutes werden in zwei Außenlager der Staatsoper gebracht.

Knapp 12 Wochen sind Zeit, am 30. August soll der Umzug abgeschlossen sein. Am 3. Oktober findet die Eröffnung des Schiller Theaters statt - mit der Uraufführung „METANOIA - über das denken hinaus“, inszeniert von Christoph Schlingensief und unter der Musikalischen Leitung von Daniel Barenboim.

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