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Mit dem Ida Dehmel Literaturpreis 2020 der GEDOK wurde vor wenigen Tagen die Schriftstellerin Ulrike Draesner (Berlin) ausgezeichnet. Er ist mit 10.000 Euro dotiert. Den mit 5.000 Euro ausgestatteten GEDOK Literaturförderpreis 2020 erhält die Autorin Franziska Ruprecht (München). Die beiden GEDOK Literaturpreise werden seit 2007 durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert.

Hauptpreis für Ulrike Draesner
Die fünfköpfige Jury sprach den Hauptpreis der in Berlin und Oxford lebenden vielfach preisgekrönten Schriftstellerin Ulrike Draesner zu. Sie gehöre zu den profiliertesten Autorinnen der Gegenwartsliteratur und habe ein ausdifferenziertes, vielfältiges Oeuvre vorgelegt, so die Jury. Sie schreibe kontinuierlich mit einer eigenen Stimme, die sowohl in der Lyrik als auch in ihrer Prosa überzeuge. In der Begründung der Jury heißt es weiter: „Draesner beeindruckt in Lyrik und Prosa immer wieder durch neue Schreibverfahren. Sowohl ihre Romane als auch ihre Erzählungen, Essays und Gedichte zeugen von einer besonderen Beobachtungsgabe. Ulrike Draesner ist zudem eine Sprachartistin. Dies wird besonders deutlich in ihrer Lyrik. Ihre Romane überzeugen sowohl in der Figurenzeichnung als auch in Aufbau und Sprache. Mit erzählerischem Humor spürt Ulrike Draesner dem modernen Subjekt in seinen Beziehungen, geheimen Sehnsüchten, Abgründen und verschwiegenen Traumata nach. Mitunter steht das Kunstvolle scheinbar leicht und zufällig neben dem Banalen. Doch genau das ist Ulrike Draesners Kunst und Können: Ihr gelingt es, beides miteinander zu verbinden, klarsichtig, humorvoll, intelligent.“

Förderpreis für Franziska Ruprecht
Der GEDOK Literaturförderpreis 2020 geht an die in München lebende junge Autorin Franziska Ruprecht. In der Begründung der Jury heißt es: „Die Autorin, Bühnenpoetin und Performerin Franziska Ruprecht ist sprachlich ganz bewusst im Heute. Sie beschäftigt sich in ihren Texten vor allem mit den Themen jüngerer Frauen. Deutlich zeigt sich hier die Performancekunst, die ins Geschriebene geholt wird: der Bühnenauftritt wird direkt und unmittelbar vorstellbar. Mit dieser vielfältigen Kunst schafft Ruprecht eine besondere Spannung, zumal mit dem Poetry Slam eine neuere Gattung im Zentrum steht. Erfreulich ist auch die Frische, die sich unter anderem aus dem Spagat zwischen den Sprachen Deutsch und Englisch in einer bewussten Auseinander-Miteinander-Mischung ergibt. Es sind unangepasste, experimentelle Texte, die von der Autorin mündlich und schriftlich fixiert
werden. Ihre Texte entstehen aus der Beobachtung des Lebens, aus Inspiration und Emotion. Dabei verfügt die junge Autorin über eine eigene Sprache, die mal lyrisch geprägt ist, mal flapsig-alltäglich daherkommt. Aufgrund dieser sprachlich gelungenen Mischung entstehen oft ungewöhnliche Bilder.“

Quelle: Bundesverband Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstfördernden (GEDOK) e.V.

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