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Prof. Miriam Gillis-Carlebach (geboren am 1. Februar 1922 in Hamburg) starb im Alter von knapp 98 in Israel

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Dienstag, den 28. Januar 2020 um 21:23 Uhr
Ihr Vater, Dr. Joseph Carlebach (1883-1942), war der letzte Oberrabbiner des Synagogenverbandes in Hamburg während des Dritten Reich.
Er, seine Frau und drei seiner Töchter wurden am 26. März 1942 im Wald von Biķernieki bei Riga (Lettland) ermordet.

Als Rabbiner, promovierter Wissenschaftler und Pädagoge galt Joseph Carlebach an der Talmud Tora Schule in Hamburg als schöpferischer Erzieher. Aus Wikipedia zitiert erklärt sich seine Maxime: „Er ging individuell auf den einzelnen Schüler ein und leitete ihn durch das Interesse am Thema zu selbständigem Lernen und Entdecken an. Dabei verstand der Lehrer sich als älterer Freund des Schülers. Grundlage und Ausgangspunkt der Lehre Carlebachs war der jüdische Glaube, der alle Lebens- und Wissensbereiche durchdringen und die Ganzheit und Einheit von Seele und Geist garantieren sollte.”

Seine Tochter Miriam Gillis-Carlebach folgte dem Vater auf den pädagogischen Pfad und führte vieles von dem fort, was er begann. Sie unterrichtete an verschiedenen Schulen und Schulen mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt und gründete und leitet das Joseph-Carlebach-Institut an der Bar-Ilan Universität in Ramat Gan (Israel) und arbeitete dort als Professorin für Pädagogik, Soziologie und jüdische Geschichte deutscher Herkunft.

1983 kehrte sie zum ersten Mal wieder nach Deutschland zurück, das sie seither immer wieder besuchte und insbesondere Hamburg, ihre Geburtsstadt, stand in ihrem Fokus.
Miriam Gilles-Carlebach war Ehrensenatorin der Universität Hamburg (1995), erhielt das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (4. Juli 2008) und war Ehrendoktorin der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (23. Oktober 2009).

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