Werbung

Neue Kommentare

Claus Friede zu „Der Leuchtturm” – Robert Eggers und die Metaphorik des Wahnsinns: Nein, nur eine kurze Pause......
Kalle mit der Kelle zu „Der Leuchtturm” – Robert Eggers und die Metaphorik des Wahnsinns: Seit November nichts Neues. Ist der Film-Blog ges...
Geli zu Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard: Mal eine nette Eigenwerbung zur Abwechslung... gl...
Rudi Arendt zu Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard: Reflexion der Landschaft - aktuelle impressionist...
Ulrike Tempel zu Adventsmessen und Handwerkermärkte in Hamburg – Alle Jahre wieder...: Leider sind die Termine veraltet 2017 / 2018...

Hamburger Architektur Sommer 2019


News-Port

Flucht ins Ungewisse - Ausstellung im Hamburger Rathaus

Drucken
Dienstag, den 05. November 2019 um 11:09 Uhr

Vom 11. bis 26. November ist die Ausstellung »Flucht ins Ungewisse – Hamburger Persönlichkeiten im Exil« im Hamburger Rathaus zu sehen. Sie porträtiert 22 Politiker, Wissenschaftlerinnen und Kulturschaffende, die während des Nationalsozialismus ins Exil fliehen mussten. Hamburg ist in den Werdegängen der Porträtierten teils Ausgangs-, teils Rückkehrort. Einige wurden hier ihrer Existenz beraubt und fortgejagt, andere fanden nach dem Exil in der Hansestadt eine neue Wirkungsstätte.


»Wir erinnern an das Schicksal und Wirken der Menschen, die während der NS-Zeit aus ihrer Heimatstadt Hamburg fliehen mussten. Ihre ganz persönlichen Geschichten halten die Mahnung wach, dass unsere historische Verantwortung nicht abläuft, sondern immer währt«, sagt Carola Veit, Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft. »Angesichts der vielen Menschen, die auch heute in unserer Stadt im Exil leben, weil sie vor Hunger, Verfolgung und Krieg geflohen sind, ist die Ausstellung eine Aufforderung, Hass und Intoleranz etwas entgegenzustellen, nämlich Solidarität, Empathie und Demokratie.« Die Ausstellung ist anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Herbert und Elsbeth Weichmann-Stiftung und im Rahmen des Fokusthemas »Neues Leben im Exil« der Körber-Stiftung als Kooperationsprojekt entstanden. Sie ist vom 11. November an täglich Montag bis Freitag von 7 bis 19 Uhr, samstags von 10 bis 18 Uhr und sonntags von 10 bis 17 Uhr im Hamburger Rathaus zu sehen.

 

Flucht und Exil heute wie früher ein Thema

»Vor dem Hintergrund heutiger Erfahrungen von Ausgrenzung und Verfolgung möchten wir mit der Ausstellung eine Brücke in die Vergangenheit schlagen, um Kontinuitäten der Exilerfahrung aufzuzeigen und die historische Verantwortung Deutschlands als Exilland bewusst zu machen«, sagt Dr. Lothar Dittmer, Vorstandsvorsitzender der Herbert und Elsbeth Weichmann-Stiftung und der Körber-Stiftung. Die gegenwärtigen Angriffe auf Minderheiten und Geflüchtete erinnern daran, dass aus Deutschland während des Nationalsozialismus rund eine halbe Million Menschen ins Exil vertrieben wurden. Verbunden war damit der Verlust der Familie und des Freundeskreises, der Sprache und der beruflichen Karriere. Aus Hamburg flohen zwischen 1933 und 1939 bis zu 10.000 Männer, Frauen und Kinder ins Ausland. Die Mehrheit war jüdischer Herkunft, rund 800 waren als Sozialdemokraten, Sozialisten oder Kommunisten politische Gegner des Regimes.

 

Von Max Brauer bis zu Herbert und Elsbeth Weichmann

Auch Herbert Weichmann wurde als Jude und Sozialdemokrat von den Nationalsozialisten verfolgt, 1933 ging er mit seiner Frau Elsbeth zunächst nach Paris, dann nach New York ins Exil. 1948 kehrte er nach Hamburg zurück, wo er von 1965 bis 1971 Erster Bürgermeister der Hansestadt war. Elsbeth Weichmann folgte ihm 1949 zurück in die Heimat. Von 1957 bis 1974 war sie Abgeordnete der SPD in der Hamburger Bürgerschaft. Sie trat für die Förderung von Kultur ein und initiierte in der Hansestadt die erste Verbraucherzentrale Deutschlands. Neben den Weichmanns werden unter anderem die Exilschicksale des Hamburger Bürgermeisters Max Brauer, des Intendanten des Deutschen Schauspielhauses Peter Zadek, der Kunsthistorikerin Rosa Schapire und des Schriftstellers Georges-Arthur Goldschmidt, dem einzigen noch lebenden Porträtierten der Ausstellung, vorgestellt. »So unterschiedlich die Schicksale waren, so eindrücklich und berührend führen sie vor Augen, welche Verluste, Unsicherheiten und Brüche mit dem Exil verknüpft waren und heute noch sind«, sagt Dittmer.

 

»Flucht ins Ungewisse – Hamburger Persönlichkeiten im Exil«

11. bis 26. November 2019

Hamburger Rathaus, Rathausmarkt 1, 20095 Hamburg

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 7-19 Uhr, Samstag 10-18 Uhr, Sonntag 10-17 Uhr

Der Eintritt ist frei.

 

Die Herbert und Elsbeth Weichmann-Stiftung besteht seit 1989. Sie bewahrt das Andenken ihrer Namensgeber, des Ehepaars Weichmann, das 1933 über die Tschechoslowakei zunächst nach Frankreich und dann in die USA floh und dort Jahre des Exils verbrachte. 1948/1949 kehrte das Ehepaar nach Deutschland zurück und wirkte maßgeblich am Aufbau der Demokratie mit. Ziel der Stiftung ist, das Wirken der demokratischen Opposition im Exil gegen die totalitäre Herrschaft Hitlers sowie die Folgen dieses Wirkens für Deutschland nach dem Krieg in Erinnerung zu rufen und diese Erinnerung für künftige Generationen zu bewahren.

 

Das Fokusthema »Neues Leben im Exil« der Körber-Stiftung

Mit dem Fokusthema »Neues Leben im Exil« engagiert sich die Körber-Stiftung für Menschen, die in Deutschland im Exil leben und hier ihre Erfahrungen von Krieg und Flucht, vom Verlust der Heimat und vom Ankommen in einer fremden Kultur reflektieren. Sie möchte die journalistischen, künstlerischen, wissenschaftlichen und politischen Aktivitäten der Menschen sichtbar machen und ihnen eine Stimme im gesellschaftlichen Dialog geben. Dabei wird auch die Brücke zum Exil in der Vergangenheit geschlagen, um Kontinuitäten aufzuzeigen und die historische Verantwortung Deutschlands bewusst zu machen.

 
Quelle: Körber-Stiftung

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

avatar Dr. Carola Siepmann
0
 
 
Hallo, gern hätte ich die Ausstellung heute angeschaut. Ich war um 16 Uhr vor dem Rathaus, wurde aber nicht reingelassen, weil wie 2 Damen mir sagten, heute Totensonntag sei.
Auf meinen Einwand, im Internet stand davon nichts, im Gegenteil: auch sonntags sei das Foyer geöffnet, entgegneten sie mir, da hätte ich noch mals anrufen müssen.
Das frustriert.
Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Meinen Kommentar abschicken
Abbrechen
Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > NewsPort > Flucht ins Ungewisse - Ausstellung im Hamburg...

Mehr auf KulturPort.De

Aspekte Festival 2020 – Die Programmatik
 Aspekte Festival 2020 – Die Programmatik



Woraus besteht die Musik unserer Zeit, was macht sie aus? Und überhaupt: Ist es die, die wir hören, ist es die, die komponiert wird oder die, die zeitgenössis [ ... ]



Über die Mathematik des Wassers
 Über die Mathematik des Wassers



Pascal Dusapin, 1955 in Nancy geboren, ist einer der wichtigsten Impulsgeber der Gegenwartsmusik.
Im Gespräch zum 5. Philharmonischen Konzert des Philharmonis [ ... ]



Paolo Pellegrin. Un’Antologia
 Paolo Pellegrin. Un’Antologia



„Fotografie ist wie schreiben für mich“, sagt Paolo Pellegrin. „Es ist eine Stimme.“
Diese „Stimme“ ist extrem berührend, mitunter fast unerträg [ ... ]



Silvan Joray Trio: cluster
 Silvan Joray Trio: cluster



Als Student der Gitarristen Wolfgang Muthspiel und Lionel Loueke hat sich Silvan Joray zwei Schwergewichte als Musiker und Lehrer ausgesucht. Seinen Bachelor hat [ ... ]



Jürgen Habermas: Auch eine Geschichte der Philosophie.
 Jürgen Habermas: Auch eine Geschichte der Philosophie.



Ganz zweifellos war es die Sensation des Buchherbstes 2019: Endlich erschien die Philosophiegeschichte, an der Jürgen Habermas mehr als zehn Jahre gearbeitet ha [ ... ]



500 Jahre Havanna 2019 – Kuba tanzt in die Zukunft
 500 Jahre Havanna 2019 – Kuba tanzt in die Zukunft



2019 hat die Hauptstadt Havanna ihren 500-jährigen Geburtstag gefeiert. 1519 gegründet, ist die strategisch gelegene Hafenstadt auch ein halbes Jahrtausend dan [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.