Werbung

Neue Kommentare

Martin Zopick zu „Nocturnal Animals” – Rachethriller als bittere Selbsterkenntnis : Der zweite Film von Tom Ford und der ist gar nich...
Michaela zu „Midsommar”. Die sonnendurchfluteten Abgründe des Ari Aster: Einer der magnetisierendsten Filme, die ich seit ...
Hampus Jeppsson zu „Der Distelfink“. Kühle Eleganz als Metapher für Schmerz: Interessant. Ein sehr guter Roman, dessen Verfilm...
Elvana Indergand zu Snøhetta: Architektur – Landschaft – Interieur: Ich bin begeistert von der Biblioteca Alexandrina...

Hamburger Architektur Sommer 2019


News-Port

Schriftstellerin Kamila Shamsie erhält den Nelly-Sachs-Preis 2019

Drucken
Dienstag, den 10. September 2019 um 09:57 Uhr

Die pakistanisch-britische Autorin Kamila Shamsie wird in diesem Jahr den Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund erhalten. Die Entscheidung über die Vergabe des mit 15.000 Euro dotierten Preises fiel am vergangenen Freitag in der Jury-Sitzung. In Anlehnung an den Geburtstag von Nelly Sachs wird der Preis am 8. Dezember in einem Festakt im Dortmunder Rathaus verliehen.


Kamila Shamsie hat die Nachricht erfreut entgegengenommen und beabsichtigt, zur Verleihung nach Dortmund zu kommen.  

Mit dem nach Nelly Sachs benannten Literaturpreis ehrt und fördert die Stadt Dortmund alle zwei Jahre Persönlichkeiten, die herausragende schöpferische Leistungen auf dem Gebiet des literarischen und geistigen Lebens hervorbringen und zur Verbesserung der kulturellen Beziehungen zwischen den Völkern beitragen. Die Preisträgerinnen und Preisträger stehen für Toleranz, Respekt und Versöhnung und leben diese Werte in einer globalisierten Gesellschaft, in der sie sich für ein friedliches Zusammenleben einsetzen.
 

Nelly-Sachs-Preis 2019

Erste Preisträgerin war 1961 die Namensgeberin Nelly Sachs. Später ging der Preis u.a. an Nadine Gordimer (1985), Milan Kundera (1987), Christa Wolf (1999), Per Olov Enquist (2003) und Rafik Schami (2007), Abbas Khider (2013) und Marie N’Diaye (2015). Der Preis wird seit 2015 alternierend an Männer und Frauen vergeben.

Kamila Shamsie wurde 1973 in Karatschi, Pakistan, geboren und lebt im Wechsel in London und Karatschi. Sie schreibt regelmäßig für den Guardian und erhielt für ihr literarisches Werk zahlreiche Preise, u.a. wurde sie 2013 als „Granta Best of Young British Novelists“ ausgezeichnet.
 

Die in Pakistan, Indien und Großbritannien bereits prominente Autorin wird auch dem deutschen Publikum immer bekannter. In deutscher Sprache erschienen von ihr bisher die Werke „Kartographie“ (2004), „Verbrannte Verse“ (2005), „Salz und Safran“ (2006), „Verglühte Schatten“ (2009) und „Die Straße der Geschichtenerzähler“ (2015).  

Aus der Begründung der Jury:
 

„Mit Kamila Shamsie wird eine Schriftstellerin geehrt, deren Romane auf vielfache Weise Brücken schlagen: Stets sind ihre Figuren in einem geographischen und kulturellen Dazwischen angesiedelt. Stets auch geht Shamsie dem fragilen Charakter von Herkunft, Identität und Weltbildern nach. In ihren in Zeit und Raum oft episch ausgreifenden Romanen ist Identität niemals ein fixes Konstrukt. Im Gegenteil, immer sind die Biographien ihrer Protagonisten mit mehr als nur einem Land, einem Kontinent verknüpft. Zugleich lassen ihre Figuren uns hautnah begreifen, wie ein Leben zufällig, aber unausweichlich in den Sog der Geschichte geraten kann – und damit in den Sog von Kräften, die größer und weitreichender sind als das Individuum selbst.
 

Japan nach den Atombombenexplosionen von Hiroshima und Nagasaki; Indien und Pakistan im Moment ihrer Entstehung 1947; das von den Taliban heimgesuchte Afghanistan: Das sind beispielsweise die kunstvoll miteinander verknüpften Schauplätze in ihrem Werk „Verglühte Schatten“. In „Hausbrand“, Shamsies aktuellem Roman, wird wie in einer antiken Tragödie eine ganze Familie in Sippenhaft genommen für die ideologische Verfehlung eines jungen Briten pakistanischer Herkunft, der sich dem IS in Syrien angeschlossen hatte und dies alsbald bereut.
 

Eindrücklich schildert Kamila Shamsie die Suche ihrer Figuren nach einem Ort, an dem sie zuhause sein können. Und sie fragt, wie Loyalität und Zugehörigkeit möglich sind, wenn man von der Gesellschaft geächtet wird – einzig, weil man vielfältige Bindungen hat, die sich nicht immer leicht miteinander verknüpfen lassen. Ihre in so eingängiger wie anschaulicher Sprache verfassten Romane sind deshalb Lektüre von brennender Dringlichkeit.“
 

 Zur Jury unter dem Vorsitz von Bürgermeisterin Birgit Jörder gehören folgende Fachpreisrichterinnen und -preisrichter:

  • Dr. Kersten Knipp (Kulturjournalist und Moderator),
  • Ursula März (Literaturkritikerin, Autorin und Kulturjournalistin),
  • Claudia Kramatschek (Literaturkritikerin, Autorin, Kulturjournalistin),
  • Jörg Stüdemann (Stadtdirektor, Kulturdezernent der Stadt Dortmund),
  • Dr. Johannes Borbach-Jaene (Leiter der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund).
Sachpreisrichterinnen und -richter: Bürgermeisterin Birgit Jörder, Barbara Brunsig, Brigitte Thiel und Joachim Pohlmann (Ratsmitglieder).

Quelle: Stadt Dortmund

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > NewsPort > Schriftstellerin Kamila Shamsie erhält den N...

Mehr auf KulturPort.De

„Halloween“-Opern-Slam im Opernloft Altona
 „Halloween“-Opern-Slam im Opernloft Altona



Ein ungewöhnlich schönes Ambiente, ganz erstaunliche Stimmen und ein Spaßfaktor, wie er in der klassischen Musik wohl einmalig ist: Der „Halloween“-Sänge [ ... ]



Gottes Wort oder Menschenwerk? Zwei Bücher über die Geschichte der Bibel
 Gottes Wort oder Menschenwerk? Zwei Bücher über die Geschichte der Bibel



Die Bibel, sagt Arno Schmidt irgendwo, sei „ein unordentliches Buch mit 50.000 Textvarianten“. Auch wenn diese Zahl groß klingt – damit hat er gewiss noch [ ... ]



Die jungen Jahre der Alten Meister – Baselitz, Richter, Polke, Kiefer
 Die jungen Jahre der Alten Meister – Baselitz, Richter, Polke, Kiefer



Es war die Zeit, in der die Malerei totgesagt war. Jeder, der sich zur Avantgarde zählte, suchte den Ausstieg aus dem Bild. Jeder? Nein. Vier junge Maler dachte [ ... ]



Christian Frentzen: First Encounter
 Christian Frentzen: First Encounter



Hat Modern Jazz noch eine Zukunft? Oder ist seine Wiederbelebung ein Griff in die Mottenkiste? Nein: Der Kölner Pianist Christian Frentzen zeigt auf seinem Deb [ ... ]



„Alles fließt“ – Oliver Mark, Sibylle Springer und Sonja Ofen in der Gallery Lazarus Hamburg
 „Alles fließt“ – Oliver Mark, Sibylle Springer und Sonja Ofen in der Gallery Lazarus Hamburg



Mia Farrow, Ben Kingsley, Anthony Hopkins – Oliver Mark hat sie alle vor der Kamera gehabt. Jetzt stellt der international renommierte Fotograf mit Sibylle Spr [ ... ]



Geoff Berner: Grand Hotel Cosmopolis
 Geoff Berner: Grand Hotel Cosmopolis



Wie bewahren wir jene Musik von Menschen, die millionenfach ermordet wurden? Im Herzen, im Geist, auf der Bühne, als Publikum. Klingt nach Erinnerungskultur pur [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.