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Bilanz der Lessingtage 2019: Kraftvolle künstlerische Positionen für Freiheit und Toleranz

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Montag, den 04. Februar 2019 um 11:56 Uhr

Nach 17 Tagen sind  am Sonntag Abend die zehnten Lessingtage mit zwei hochaktuellen Gastspielen von international gefeierten Regisseuren zu Ende gegangen. In der Gaußstraße suchten junge Europäer in Falk Richters „I am Europe“  eine Haltung zum strauchelnden Kontinent, am Alstertor  erzählte Thomas Ostermeier mit seiner großen Produktion der Berliner Schaubühne „Italienische Nacht“ nachdrücklich, was passiert, wenn der Geist der Freiheit unter die Räder kommt.

 

Vom 18. Januar bis zum 3. Februar 2019 präsentierte das Festival  49 Veranstaltungen, dazu zahlreiche Publikumsgespräche, Empfänge und Angebote von Thalia jung&mehr.  Auf die „Plädoyers für eine offene Gesellschaft“ von Dunja Hayali und Michel Abdollahi, die das Festival am 20. Januar offiziell im Rahmen einer Matinee eröffneten,  folgten kraftvolle künstlerische Positionen. Im Mittelpunkt standen die Aufführungen aus Frankreich, der Elfenbeinküste, dem Libanon, Nigeria, Russland sowie von der Berliner Schaubühne. Exilensembles mit internationaler Besetzung kamen vom Maxim Gorki Theater Berlin und aus Mühlheim/Ruhr. Alle Gastspiele verbindet die Auseinandersetzung mit emanzipatorischen Bewegungen und gesellschaftlichen Umbrüchen. Die schon traditionelle „Lange Nacht der Weltreligionen“  war ein beeindruckendes Zeugnis von „cultural diversity“ in Metropolen wie New York, Hamburg und Beirut. In diesem Sinn war das Programm mit dem Motto „Hear Wor(l)d!“ – in Anlehnung an den Titel des nigerianischen Gastspiels „Hear Word!“ –  eine Einladung, in die Vielstimmigkeit der Welt hinein zu horchen und zugleich eine Ermutigung, sich Gehör zu verschaffen. 

 

Lessingtage 2019

Mit einer Auslastung von gut 80%  - in der Gaußstraße wurden sogar durchgängig 100% erreicht - waren die eingeladenen Produktionen auch in Zahlen ein Erfolg. 

 

„Die Lessingtage sind ein Festival mit klarer Haltung, so auch bei ihrer zehnten Ausgabe“, so Intendant Joachim Lux. „In Zeiten politischer Diffusion waren die Arbeiten der gastierenden Künstlerinnen und Künstler – ganz im Sinne Lessings – vom Kampf um Selbstbestimmung, Freiheit, Demokratie und Toleranz geprägt. Hierfür gab es vom Hamburger Publikum vielfach standing ovations.  Die Lessingtage wollen interkulturelle und internationale Themen auf die Bühne bringen, sie wollen aber darüber hinaus, dass sie auch stattfindet: im Zuschauerraum. Es war beglückend, wie international durchmischt das Publikum war. Hier ereignete sich die Stadt als „Toleranz-Maschine“, wie Stadtsoziologen das nennen.  Arroganz gegenüber anderen kulturellen Codes und Erzählweisen  ist weniger denn je angebracht.“


Quelle: Thalia Theater GmbH

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