Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 1344 Gäste online

Neue Kommentare

Hans-Joachim Schneider zu Meine 18. Lange Nacht der Museen in Hamburg: Herrrlisch, würde der Rheinländer in mir sagen....
Wajda Art zu „A Beautiful Day”. Joaquin Phoenix- Racheengel oder Erlöser?: Wir suchen nach Enthusiasten der Kinematographie ...
Manfred Köck zu Im Wunderland der Wünsche. Laila Biali: schade, dass sie nicht mit ihren stammmusikern un...
Helmuth Barth zu Thomas Gainsborough – die moderne Landschaft: Vorausschicken möchte ich, dass ich neben Bilder...
Anna Grillet zu „Call Me by Your Name”. Die Sinnlichkeit des Luca Guadagnino: Leider nein, kann die bitterböse ästhetisch bri...

News-Port

Weimarer Musikwissenschaftlerin Prof. Dr. Helen Geyer erhält das Bundesverdienstkreuz am Bande

Drucken
Mittwoch, den 23. September 2015 um 14:29 Uhr
Bundespräsident Gauck unterschrieb die Urkunde am 20. April, am 29. September 2015 findet nun die offizielle Verleihung in der Thüringer Staatskanzlei statt: Die Weimarer Musikwissenschaftlerin Prof. Dr. Helen Geyer erhält das Bundesverdienstkreuz am Bande aus den Händen von Ministerpräsident Bodo Ramelow. Seit 20 Jahren lehrt sie in Weimar, von 1997 bis 1999 sowie von 2012 bis 2014 amtierte Frau Prof. Geyer zudem als Direktorin des gemeinsamen Instituts für Musikwissenschaft der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar und der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Geehrt wird Helen Geyer unter anderem für ihre Forschung, Förderung sowie Bewahrung der Schätze des musikalisch-kulturellen Erbes Thüringens und Mitteldeutschlands. Dazu zählen die von ihr initiierte Gründung der "Academia Musicalis Thuringiae" im Jahr 1998, das Festival "Güldener Herbst" (seit 1999) und diverse "Ausgrabungen" bedeutender Kompositionen und deren Aufbereitung für Einspielungen und Publikationen. Des Weiteren wirkt Frau Prof. Geyer als Gründerin und Vorsitzende der Cherubini-Gesellschaft einschließlich der Cherubini-Edition (Krakau/Polen) sowie als Präsidiumsmitglied der "Mitteldeutschen Barockmusik", für einige Jahre der Louis-Spohr-Gesellschaft und des Thüringer Landesmusikrats. Aktiv war sie u.a. auch in der Humboldt-Gesellschaft.

Im Deutschen Studienzentrum Venedig amtiert Helen Geyer zudem als Vizepräsidentin, nachdem sie jahrelang den Vorsitz des wissenschaftlichen Beirats innehatte. Das interdisziplinäre Forschungsinstitut, das seit mehr als 40 Jahren hervorragende wissenschaftliche Arbeit leistet, stand 2004 kurz vor der Auflösung. Angesichts ihrer venezianischen Forschungsausrichtung in der historischen Musikwissenschaft war Prof. Geyer maßgeblich an der Rettung dieser Einrichtung beteiligt. Aber auch um die Thüringer Musikkultur erwarb sie sich bedeutende Verdienste: Bereits seit ihrem Amtsantritt 1995 in Weimar baute sie die "Alte-Musik-Szene" maßgeblich mit auf.

Dies geschah zum einen durch ihren unmittelbaren Eintritt in den Landesmusikrat und die Übernahme von Verpflichtungen im Präsidium, zum anderen durch ihr Mitwirken in einer Arbeitsgruppe für Alte Musik – und nicht zuletzt durch die Gründung der "Academia Musicalis Thuringiae", die sich an die italienischen Vorbilder des 17. und 18. Jahrhunderts anlehnt. Die Academia bietet Diskussions- und Erprobungsraum für Neues, für überzeugende Darbietungen und Wiederentdeckungen der musikalischen Schätze dieses an Residenzen reichen Landes, das zudem noch ungeahnte Archive der Adjuvantenmusik birgt – also der hochkarätigen Musik auf den Dörfern, welche mittlerweile im Thüringischen Landesmusikarchiv sicher verwahrt und katalogisiert werden.

"Dies ist zweifelsohne alles in den vergangenen knapp 20 Jahren geglückt", resümiert Prof. Dr. Helen Geyer ihre Arbeit: "Viele Schätze konnten gerettet und der Öffentlichkeit klingend präsentiert werden." Eine hilfreiche Stütze für diese Arbeit war die Gründung der "Mitteldeutschen Barockmusik" mit dem Ziel, das vielseitige und europäisch gewichtige kulturelle musikalische Erbe Mitteldeutschlands zu bewahren und als Identifikationsgröße vermehrt im Bewusstsein der Öffentlichkeit des In- und Auslandes zu verankern. Auch hier engagierte Helen Geyer sich verantwortungsvoll im Präsidium.

Last but not least begann Frau Prof. Geyer bereits 1983, kontinuierliche Kontakte nach Polen zu knüpfen. Sie übernahm die erste Gastprofessur des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) am Institut für Musikwissenschaft der Adam-Mickiewicz-Universität in Posen in den Zeiten der Wende und gründete die Cherubini-Edition. Einige Jahre später rief Helen Geyer dann die Cherubini-Gesellschaft ins Leben, der sie heute noch vorsteht und die wichtige Publikationen wie die "Cherubini Studies" und das Magazin "Cherubiniana" veröffentlicht. "Es gelang immer wieder, einen kontinuierlichen Austausch mit der Akademie der Wissenschaften in Warschau sowie mit den Universitäten Posen und Krakau zu pflegen", so Prof. Geyer.

Jüngstes Beispiel sei die "wirklich beeindruckende" Ausstellung der Autographe Cherubinis aus dem Bestand Preußischer Kulturbesitz Berlin in Krakau gewesen – mit Katalog, Festvorträgen, Workshop und Konzerten, unter Mitwirkung von Weimarer Musikwissenschaftsstudierenden. "Auch Studierende der Jagiellonischen Universität nahmen teil", erzählt Geyer. "Dies war für mein persönliches Dafürhalten das bislang Beste, was ich auf diesem Gebiet leisten konnte. Der Zuspruch war enorm."

Quelle: Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

avatar Wolfdietrich Arndt
0
 
 
Gestern war ich im Tietz in Chemnitz zu einem Vortrag über Luigi Boccherini.
Organisiert vom Chemnitzer Musikverein.
Erstmals, zufällig - ich der unmusikalische einsame Wolf.
vertrieben aus meiner fränkischen Heimat Erlangen von der gierigen bayrischen Justiz, die mir mein Haus (zu 100% von mir bezahlt) gestohlen haben.

Die Referentin Prof. Dr. Helen Geyer gab uns einen schillernden, mitreisenden Einblick in das Leben dieses Cellisten, der eine andere doch ebenso spannende, problematische Geschichtsepoche prägte. Eine phantastische Dozentin - ein Lebensabend, der sich gelohnt hat, gelebt zu werden und mir meine schwermütigen Gedanken vertrieb.
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Kommentar abschicken
Abbrechen
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > NewsPort > Weimarer Musikwissenschaftlerin Prof. Dr. Hel...

Mehr auf KulturPort.De

Aspekte Festival 2018 – frozen gesture
 Aspekte Festival 2018 – frozen gesture



Welche kulturellen Spartenschubladen haben wir im Kopf? Wo ist der urbane, kulturelle Humus zu finden? Wieviel Bereitschaft zeigt Publikum für Entwicklungsphase [ ... ]



Meine 18. Lange Nacht der Museen in Hamburg
 Meine 18. Lange Nacht der Museen in Hamburg



...beginne ich, indem ich mit meinem Navi streite. Das tut so, als wüsste es nicht von der traurigen Tatsache, dass es in dieser Stadt mehr Baustellen als Kultu [ ... ]



Yvonne von Schweinitz: Syrien – Fragmente einer Reise. Fragmente einer Zeit
 Yvonne von Schweinitz: Syrien – Fragmente einer Reise. Fragmente einer Zeit



Wie nähert man sich in einer Fotoausstellung einem Land, deren Menschen tagtäglich durch Gewalt sterben, auf der Flucht, im Exil, traumatisiert sind, deren mat [ ... ]



„A Beautiful Day”. Joaquin Phoenix- Racheengel oder Erlöser?
 „A Beautiful Day”. Joaquin Phoenix- Racheengel oder Erlöser?



Lynne Ramsay inszeniert ihre virtuosen Thriller-Impressionen als Exkursion in die Abgründe der Seele.
Ein Auftragskiller ist Joe (Joaquin Phoenix) nicht, er t [ ... ]



Günter Grass-Haus Lübeck: George Bernard Shaw und die Fotografie
 Günter Grass-Haus Lübeck: George Bernard Shaw und die Fotografie



George Bernard Shaw (1856-1950) ist vor allem bekannt für sein dramatisches Werk, das über 50 Theaterstücke umfasst. Doch der Künstler hat sich zeitlebens in [ ... ]



Im Wunderland der Wünsche. Laila Biali
 Im Wunderland der Wünsche. Laila Biali



Wie konnte sich eine 16jährige Kanadierin, die Opernarien singt und klassische Pianistin werden will, zu einer über jeden „No street credibility“-Verdacht  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.