Neue Kommentare

Karin zu „La Vérité” Hirokazu Kore-eda und der Mythos Familie : Der Mann/die Frau (?) spricht wahr. Ich vermisse ...
rene füsli zu Thomas Gainsborough – die moderne Landschaft: vergleiche fördern bewusstsein und wahrnehmung. ...
Eva zu Kunst oder Pornographie? "Die nackte Wahrheit und anderes" Aktfotografie um 1900: Das Wort Knaben trifft auch für männliche Jugen...
Herbert Klimmesch zu Kunst oder Pornographie? "Die nackte Wahrheit und anderes" Aktfotografie um 1900: "Zudem entstanden Kinder- und Knabenakte in unsch...
Nora Seibert zu Thomas Gainsborough – die moderne Landschaft: Man muss nicht immer Dinge vergleichen, die nicht...

Hamburger Architektur Sommer 2019


CDs JazzMe

Nils Petter Molvaer: Switch

Drucken
Montag, den 28. April 2014 um 09:13 Uhr
Nils Petter Molvaer: Switch

Etwas Neues muss her – Nils Petter Molvaer will sich nicht festlegen lassen und „switched“ daher mal wieder in ein neues musikalisches Feld, testet neue Klänge. Zum Beispiel mit einer Pedal-Steel-Guitar und unglaublich viel Percussion.
Seine Trompete schmeichelt und lockt – trotz elektronisch moderner Anklänge wirkt sie ruhig und beseelend. Sie lockt in Molvaers Gedankenwelt: träumerisch, geheimnisvoll, mystisch an manchen Stellen. Und dennoch beschwingt und leicht. Irgendwas zwischen Waldspaziergang und tropischem Regenschauer, zwischen Abendsonnenschein und sehnsuchtsvoll-suchender Klangmalerei.

Man hört bunte Paradiesvögel schnattern, sieht fremdländischer Schönheiten Lächeln in Tönen verpackt, kann schluchzende Teufelsgeigen aus Klangbildern extrahieren. An einer Stelle gibt’s zudem Anklänge an das Album „Khmer“. Man hört sie genau: die romantisch überwucherten Tempelbauten, von denen unbekannte Wesen herabschauen, Priesterstatuen mit besänftigend erhobenen Händen. Wer noch nie da war: „Angkor Wat“ vermittelt einen Hör-Eindruck von der versunkenen Stadt im Urwald.

Nils Petter Molvaer: SwitchAn anderer Stelle verfremdet Molvaers Trompete , schafft sphärische Weite. Und entlässt den Hörer dennoch nicht in die Fremde. Wo die Boxen vibrieren, Elektronisches fast scheppernd-heiser und doch organisch erklingt – man möchte die Lautstärke noch weiter aufdrehen.
Aufsehenerregend ist, wie Percussionist Erland Dahlen das in vielen Facetten vorantreibt: modern und experimentell, manchmal Exotik hauchend und dennoch vertraut. Er begreift seinen Part darin, die klanglichen Abenteuer auszubreiten wie einen Teppich, auf dem nahezu jeder ein Plätzchen finden kann. Und: Es ist ein fliegender Teppich, kurz vor dem Abheben. Am auffälligsten aber ist die Steel Guitar – Geir Sundstøl befindet sich oft im Zwiegespräch mit Molvaers Trompete. Ebenbürtig. Ebenfalls im Team sind Morten Quenild und Jon Marius Aareskjold, die Tasteninstrumente und die Elektronik beisteuern. Das Zusammenspiel ist faszinierend. Was sie gemeinsam kreieren, atmet Kraft und Aufbruch, Neuartigkeit und Vertrautheit in einem.

Molvaer sagt selbst, loslassen sei eine wesentliche Erfahrung auf dieser CD. Genau. Auch und gerade für den Zuhörer. Dass er es so speziell, so originell und eigen mit neuen Stilmitteln hingekriegt hat, verdient höchstes Lob. Und x-maliges Hören!

Label: Okeh/Sony

Nils Petter Molvaer auf Tour:
08.05.2014 - D, Berlin - Bi Nuu
09.05.2014 - D, Berlin - Bi Nuu (mit Moritz von Oswald)
 

JazzMe - In Kooperation mit Christoph Forsthoff, Sabine Meinert, Sven Sorgenfrey und Willy Theobald. Weitere CD-Kritiken, Interviews und Informationen aus der Welt des Jazz unter AboutJazz. 

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Kolumne > CDs JazzMe > Nils Petter Molvaer: Switch

Mehr auf KulturPort.De

Aktualität einer alten Studie: „Macht und Masse“
 Aktualität einer alten Studie: „Macht und Masse“



Eine unerwartete Aktualität hat in diesen Tagen die Studie „Masse und Macht“ gewonnen, die der spätere Nobelpreisträger Elias Canetti 1960 erscheinen lie [ ... ]



Axel Simon: Eisenblut
 Axel Simon: Eisenblut



Das alles für was?
„Eisenblut“ ist der erste Band einer Reihe, in der Gabriel Landow, gefallener Sohn einer ostpreußischen Getreidejunker-Dynastie, als Er [ ... ]



The Henry Girls: Shout, Sister Shout
 The Henry Girls: Shout, Sister Shout



Sie sind Irish, sie sind Geschwister, sie sind gut!
In dem Dreihundert-Seelen-Nest Malin (Irish: Málainn), in der Grafschaft Donegal, ganz im äußersten Norde [ ... ]



Meine kleine Schwester im Herzen, Regy Clasen. Ein persönlicher Nachruf von Purple Schulz
 Meine kleine Schwester im Herzen, Regy Clasen. Ein persönlicher Nachruf von Purple Schulz



Meine kleine Schwester im Herzen, Regy Clasen, hat am vergangenen Samstag ihre Flügel ausgebreitet und ist davongeflogen wie das Rotkehlchen vor ihrem Fenster,  [ ... ]



Anime: Psycho Pass – Sinners of the System
 Anime: Psycho Pass – Sinners of the System



Ein spannender Cyperpunk-Thriller, angesiedelt im 21ten Jahrhundert und gepaart mit actiongeladener Science-Fiction erzählt von drei verschiedenen Fällen rund  [ ... ]



Die letzten zehn Tage im Leben einer Ikone: „Ach, Virginia“. Ein Roman über Virginia Woolf
 Die letzten zehn Tage im Leben einer Ikone: „Ach, Virginia“. Ein Roman über Virginia Woolf



Virginia Woolf (1882-1941) ist eine Ikone der literarischen Moderne. Wie kaum eine andere Frau ihrer Zeit steht sie für das Ringen um Eigenständigkeit und Raum [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.