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Das Rainer Trio

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Dienstag, den 19. Februar 2019 um 11:03 Uhr
Das Rainer Trio 4.1 out of 5 based on 107 votes.
Das Rainer Trio

Es geht also auch in einer kleinen Besetzung: Nach dem beachtlichen Erfolg des Quintett-Albums „Gravitational Waves" (Absilone/Socadisc, 2018), hat der französische Saxophonist Rémi Dumoulin und sein langjähriger Freund, der Pianist Bruno Ruder, gemeinsam mit Arnaud Biscay an den Drums ein neues Album vorstellt – Das Rainer Trio.

Aus den Bauer Studios mit dem Label „Neuklang“ kommen viele gute Neuerscheinungen, so auch diesmal mit dem Album „Das Rainer Trio“ – eine französische Hommage an den legendären deutschen Regisseur Rainer Werner Fassbinder (1945-1982) und dessen Filme. Diesem ist dann auch namentlich das vierte von acht Stücken der Platte gewidmet, komponiert von Rémi Dumoulin. Kino und Film sind überhaupt wichtige Inspirationsquellen, nicht unbedingt lediglich Regiearbeiten von RWF, sondern im Allgemeinen. So ist in der Komposition „Filature“ (Beschatten) eine spannungsvolle Linie zum Martial Arts-Film „La Filature (2016) von Renny Harlin gezogen. Und das Stück „Will Someone Ever Look At Me That Way“ komponiert von Michel Legrand/Allan & Marilyn Bergman wird wunderbar neu interpretiert – im Filmoriginal „Yentl“ (1983) gesungen von Barbra Streisand, die auch Regie führte. Dumoulin übernimmt gut erkennbar den Gesangspart mit dem Saxophon und spielt mit ihm, schmeichelt sanft der Melodie und dem Instrument. Sehr schön auch der Klang des Fender Rhodes, kleine Improvisationsausbrüche inklusive, die später das Saxophon aufnimmt, um ganz gelassen in die Melodie zurückzukehren.

Das Rainer Trio COVERImmerhin sind sechs der vorgestellten Titel Eigenkompositionen von Dumolin und können sich hören lassen voller Spannung, guter Tempiwechsel, geschmeidiger bis wilder Noten-Parcours. Mal einfühlsam, mal bissig-fetzig.
Weitere Widmungen gelten Jack DeJohnette (mit „Jack“, Titel-Nr. 3) und David Bowie (mit „My Plan, Nr. 8), ohne dass da eine Wiedererkennbarkeit in einem dieser Titel oder Notationen wiederzufinden sei!
Und gegen Ende der Scheibe arrangiert Rémi Dumoulin den Song „Chelsea Bridge“ von Billy Strayhorn (1915-1967), Komponist und Arrangeur vieler Werke für das Duke Ellington Orchestra. Er bereicherte den Jazz um Instrumentalarrangements, wie sie in ihrer Raffinesse bis dahin im Jazz nur selten zu finden waren. Auch die Interpretation des Trios ist voller kleiner Raffinessen. Der Hörer taucht zwar ein in eine vergangene Zeit, dennoch ist er durch den Fender Rhodes-Sound im Hier und Jetzt: fließend der Klangteppich und hier und ein wenig Retro.

Was dieses gute Album ausmacht? Klare Haltungen, ein konsequent durchgehaltener Sound, abwechslungsreiche Kompositionen und einfach gute Musiker im Zusammenspiel.

Das Rainer Trio

Rémi Dumoulin – tenor & soprano saxophones; Bruno Ruder – Fender Rhodes & effects; Arnaud Biscay – Drums
Label: Neuklang (NCD4206)
EAN: 4012116420630


Abbildungsnachweis:
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CD-Cover

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