Neue Kommentare

Lydia zu 19. Lange Nacht der Museen in Hamburg. Meine Reise durch die Nacht: Durch die persönliche Darstellung ist der Artike...
Hans Maschek zu 19. Lange Nacht der Museen in Hamburg. Meine Reise durch die Nacht: Wunderbar atmosphärische Beschreibung. Ich habe ...
Matthijs van de Beek zu „Stan & Ollie”. Oder die schmerzliche Seite der Komik : Das klingt wunderbar und wird ganz sicher angesch...
Dr. Frank-Peter Hansen zu Die Wittgenstein-Dekomposition: Frank-Peter Hansens Antwort auf Martin A. Hainz...
NN zu Das Chimei – ein Museum für eine einmalige Privatsammlung in Taiwan: Lasst Euch nicht blenden! Es gibt nichts Gutes, a...

Hamburger Architektur Sommer 2019


CDs JazzMe

Lana Cenčić: Sama

Drucken
(165 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Mittwoch, den 12. September 2018 um 08:21 Uhr
Lana Cenčić: Sama 3.9 out of 5 based on 165 votes.
Lana Cenčić: Sama

Ein Soloalbum, dass vom ersten Song an besticht. Die Kroatin Lana Cenčić, mit Wohnsitz in New York und beeindruckender Stimme nennt ihre neue Platte „Sama“ (dt.: allein). Wenn man darauf schaut, wer alles was zur Produktion von „Sama“ beigetragen hat, dann war sie zwar nicht allein, aber sie hat einen Großteil selbst übernommen.

Musikalisch, stimmlich, aber auch von den Texten und den Arrangements und der Reihenfolge her hat sie alles richtig gemacht. Auch die Wahl ihres musikalischen Partners, David Torn, der sich seit den 1970er-Jahren als US-amerikanischer Jazz-Gitarrist und Komponist einen Namen gemacht hat ist mehr als stimmig. Torn betreibt übrigens ein eigenes Tonstudio, die Cell Labs welches auch unter dem Namen SPLaTTeRCeLL bekannt ist und brachte so zur Produktion all sein Wissen mit ein. In diesem Fall allerdings wurde in den Brooklyn Recording Studios aufgenommen und abgemischt von Daniel James Goodwin.

Nachdem Lana Cenčić sich nach 2016 eine Auszeit genommen hat, nehmen musste – zu hoher Erwartungs- und Arbeitsdruck im Business und zu wenig Rekreations- und Kreativitätsmöglichkeiten – hat sie nun gezeigt, wie wichtig das runterdimmen auf die reinen künstlerischen Prozesse und darauf das zu tun, was Entspannung und Lebensfreude bringt. Sie fängt an, kleine Videos zu drehen – immer ist sie allein darauf zu sehen, in unwirklichen Situationen, gegen den starken Wind auf einem Dach ansingend oder in ihrer Küche sitzend und sich den Mund zuhaltend, während aus dem Off eine Stimme summt oder allein vor den Tablas sitzend, auf denen sie sich Rhythmus gibt. Täglich postet sie eine Zeitlang diese kurzen Videos bei YouTube.

Die Vielseitigkeit der in Zagreb geborenen Künstlerin ist außergewöhnlich. Sie wechselt die Instrumente, Stimmmodulationen und Sprachen wie andere Leute ihre Garderobe. Sie tanzt sich durch das Album, als ob es ihr Tagesjob seit Jahrzehnten wäre. Leichtigkeit, Verspieltheit, eine große talentierte Musikalität ist die konsequente Aneinanderreihung der acht Stücke des Albums. Auch lyrisch hat sie einiges drauf und findet viele Umschreibungen, die weder abgedroschen noch längst gehört wirken, sondern individuell, kreativ.

Lana Cencic - Sama COVER„Brala Jana“, ist das kürzeste Stück, gleich zu Beginn. Es erinnert an ein kroatisches Volkslied, wiederholt reimartig Textpassagen und Refrains und wirkt wie eine Aufforderung zum Tanz.
Was in ihr steckt zeigt sich tatsächlich in „Inside of Me“ – eine ausgesprochen schöne Singer-Songwriter-Melodie mit harmonischem Charakter. Wunderbar wie hier die Instrumente eingesetzt sind und sich sacht ergänzen.
„Higher“ ist ein ruhiges, unaufgeregtes Stück, bei der die Pianobegleitung überwiegt und ab und zu eine E-Gitarre kurze Parts übernimmt. In der Tat endet ihre Stimme schließlich in höheren Tonatmosphären.
„Mind you if I shine my light?“ fragt Lana Cenčić geradezu zärtlich jemanden. Die Antwort bleibt zwar aus, aber das Licht scheint dennoch – ihr Licht.
“U stambolu“ ist wieder so ein kroatisches, an ein Volkslied erinnerndes Stück. Die Stimme wird begleitet vom hellen, rhythmischen Klang der Tablas, Keyboard und E-Gitarre erweitern den Raum.
„Turn Me into We“ ist genau eines jener leichten, jazzigen Stücke, die Ihr Können zeigen. Ihre Stimme nimmt Farben auf, kreiert emphatische Momente.
Mit wenigen klar-strukturierten Passagen aus Klavier-, Gitarren- und stimmlicher Musik fließen bei „When are we getting there?“ die Dinge zusammen.
Den Abschluss macht „Layers Leaving“, das mit über sieben Minuten längste Stück auf der Scheibe. Wunderbar die immer wieder begleitende E-Gitarre mit dem Wurlitzer-Keyboard im Wettstreit. Rhythmisch stark, vorantreibend, mit viel Energie und Elan – das bringt Freude in die Gehörkanäle.

Lana Cenčić: Sama

Lana Cenčić: voc, piano, guitar, tabvla, keyboard, composition, lyrics, arrangements | David Torn: guitar, ambience, arrangement, production
Non Label Music (Six Degrees)
EAN: 888295785624

YouTube-Videos:
- Lana Cencic - Brala Jana - SAMA Making of Album
- Lana Cencic - Mind you if I shine my light? - SAMA Making of Album
- Lana Cencic - U stambolu - SAMA - Making of Album
- Lana Cencic - Period Cramps - SAMA - Making of Album


Abbildungsnachweis:
Header: Lana Cenčić im Aufnahmestudio in New York. Foto/PR
Album-Cover
alt

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Kolumne > CDs JazzMe > Lana Cenčić: Sama

Mehr auf KulturPort.De

Daniel Fuhrhop: Verbietet das Bauen! Eine Streitschrift.
 Daniel Fuhrhop: Verbietet das Bauen! Eine Streitschrift.



In diesen Tagen ist die Wohnungsnot eines der wichtigsten Themen der Politik. Sonst kann man sich ja auf überhaupt nichts einigen, aber hier kennt man über all [ ... ]



Giving Art a Face von Michael Knepper in der Galerie Kunstraum Hamburg
 Giving Art a Face von Michael Knepper in der Galerie Kunstraum Hamburg



Wie schreibt man eine Kunstkritik, wenn man mit dem Künstler seit Kindertagen befreundet ist? Vielleicht lieber gar nicht!? Gerade auch, weil sich die Kunst ein [ ... ]



Dimitri Monstein Ensemble: Landscape
 Dimitri Monstein Ensemble: Landscape



Das Schlagzeug als Solo-Instrument ist nicht unbedingt das, was man auf einer Jazz-Platte erwartet. Denn eigentlich ist es nichts selbstverständlicher, beweist  [ ... ]



Privattheatertage 2019: „Die Schulz-Story“. Oder wie „verzwerge“ ich mich selbst
 Privattheatertage 2019: „Die Schulz-Story“. Oder wie „verzwerge“ ich mich selbst



Keine andere Partei zelebriert die Selbstzerfleischung so exzessiv wie die SPD! Nun hat ein Kapitel Leidensgeschichte jüngster Zeit sogar Bühnenreife erlangt:  [ ... ]



„Sunset”. László Nemes’ Metaphorik des Abgrunds
 „Sunset”. László Nemes’ Metaphorik des Abgrunds



„Sunset” ist eine atemberaubende verstörende Vision, hinter deren unfassbar exquisiter Schönheit sich der Horror selbstzerstörerischer Zivilisationen verb [ ... ]



Focusyear Band: Open Paths
 Focusyear Band: Open Paths



Eigenartiger Name für eine Band! Ein fokussiertes Jahr – was hat es mit der zeitlichen Limitierung auf sich?
Focusyear ist ein einjähriges Programm für ein [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.