Neue Kommentare

Dagmar Reichardt zu Ennio Morricone: Farewell-Tour 2019: Danke, lieber Herr Cvek! Ja, das war ein wirklich...
Klaus Schenkelberg zu Nachruf auf Kammersänger Theo Adam: Ich bin der uneheliche Sohn von Theo Adam, geb. 1...
Peter Schmidt zu Verleihung der Goldenen Kamera – mit Bruno Ganz und ohne Friede Springer: Und heute trifft mich die Nachricht vom Tod diese...
Stephan Thieken zu Symposium in Weimar: „Wie stabil ist unsere liberale Grundordnung? Internationale Perspektiven zur Zukunft demokratischer Verfassungen“: Dieses Symposium war das furchtbarste welches ic...
Hermann Funk zu Goethe-Institut begrüßt neues „Zentrum für digitale Lexikographie der deutschen Sprache“: Mehr Geld und Infrastruktur für die digitale Lex...

Hamburger Architektur Sommer 2019


CDs JazzMe

Lana Cenčić: Sama

Drucken
(156 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Mittwoch, den 12. September 2018 um 07:21 Uhr
Lana Cenčić: Sama 4.0 out of 5 based on 156 votes.
Lana Cenčić: Sama

Ein Soloalbum, dass vom ersten Song an besticht. Die Kroatin Lana Cenčić, mit Wohnsitz in New York und beeindruckender Stimme nennt ihre neue Platte „Sama“ (dt.: allein). Wenn man darauf schaut, wer alles was zur Produktion von „Sama“ beigetragen hat, dann war sie zwar nicht allein, aber sie hat einen Großteil selbst übernommen.

Musikalisch, stimmlich, aber auch von den Texten und den Arrangements und der Reihenfolge her hat sie alles richtig gemacht. Auch die Wahl ihres musikalischen Partners, David Torn, der sich seit den 1970er-Jahren als US-amerikanischer Jazz-Gitarrist und Komponist einen Namen gemacht hat ist mehr als stimmig. Torn betreibt übrigens ein eigenes Tonstudio, die Cell Labs welches auch unter dem Namen SPLaTTeRCeLL bekannt ist und brachte so zur Produktion all sein Wissen mit ein. In diesem Fall allerdings wurde in den Brooklyn Recording Studios aufgenommen und abgemischt von Daniel James Goodwin.

Nachdem Lana Cenčić sich nach 2016 eine Auszeit genommen hat, nehmen musste – zu hoher Erwartungs- und Arbeitsdruck im Business und zu wenig Rekreations- und Kreativitätsmöglichkeiten – hat sie nun gezeigt, wie wichtig das runterdimmen auf die reinen künstlerischen Prozesse und darauf das zu tun, was Entspannung und Lebensfreude bringt. Sie fängt an, kleine Videos zu drehen – immer ist sie allein darauf zu sehen, in unwirklichen Situationen, gegen den starken Wind auf einem Dach ansingend oder in ihrer Küche sitzend und sich den Mund zuhaltend, während aus dem Off eine Stimme summt oder allein vor den Tablas sitzend, auf denen sie sich Rhythmus gibt. Täglich postet sie eine Zeitlang diese kurzen Videos bei YouTube.

Die Vielseitigkeit der in Zagreb geborenen Künstlerin ist außergewöhnlich. Sie wechselt die Instrumente, Stimmmodulationen und Sprachen wie andere Leute ihre Garderobe. Sie tanzt sich durch das Album, als ob es ihr Tagesjob seit Jahrzehnten wäre. Leichtigkeit, Verspieltheit, eine große talentierte Musikalität ist die konsequente Aneinanderreihung der acht Stücke des Albums. Auch lyrisch hat sie einiges drauf und findet viele Umschreibungen, die weder abgedroschen noch längst gehört wirken, sondern individuell, kreativ.

Lana Cencic - Sama COVER„Brala Jana“, ist das kürzeste Stück, gleich zu Beginn. Es erinnert an ein kroatisches Volkslied, wiederholt reimartig Textpassagen und Refrains und wirkt wie eine Aufforderung zum Tanz.
Was in ihr steckt zeigt sich tatsächlich in „Inside of Me“ – eine ausgesprochen schöne Singer-Songwriter-Melodie mit harmonischem Charakter. Wunderbar wie hier die Instrumente eingesetzt sind und sich sacht ergänzen.
„Higher“ ist ein ruhiges, unaufgeregtes Stück, bei der die Pianobegleitung überwiegt und ab und zu eine E-Gitarre kurze Parts übernimmt. In der Tat endet ihre Stimme schließlich in höheren Tonatmosphären.
„Mind you if I shine my light?“ fragt Lana Cenčić geradezu zärtlich jemanden. Die Antwort bleibt zwar aus, aber das Licht scheint dennoch – ihr Licht.
“U stambolu“ ist wieder so ein kroatisches, an ein Volkslied erinnerndes Stück. Die Stimme wird begleitet vom hellen, rhythmischen Klang der Tablas, Keyboard und E-Gitarre erweitern den Raum.
„Turn Me into We“ ist genau eines jener leichten, jazzigen Stücke, die Ihr Können zeigen. Ihre Stimme nimmt Farben auf, kreiert emphatische Momente.
Mit wenigen klar-strukturierten Passagen aus Klavier-, Gitarren- und stimmlicher Musik fließen bei „When are we getting there?“ die Dinge zusammen.
Den Abschluss macht „Layers Leaving“, das mit über sieben Minuten längste Stück auf der Scheibe. Wunderbar die immer wieder begleitende E-Gitarre mit dem Wurlitzer-Keyboard im Wettstreit. Rhythmisch stark, vorantreibend, mit viel Energie und Elan – das bringt Freude in die Gehörkanäle.

Lana Cenčić: Sama

Lana Cenčić: voc, piano, guitar, tabvla, keyboard, composition, lyrics, arrangements | David Torn: guitar, ambience, arrangement, production
Non Label Music (Six Degrees)
EAN: 888295785624

YouTube-Videos:
- Lana Cencic - Brala Jana - SAMA Making of Album
- Lana Cencic - Mind you if I shine my light? - SAMA Making of Album
- Lana Cencic - U stambolu - SAMA - Making of Album
- Lana Cencic - Period Cramps - SAMA - Making of Album


Abbildungsnachweis:
Header: Lana Cenčić im Aufnahmestudio in New York. Foto/PR
Album-Cover
alt

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Kolumne > CDs JazzMe > Lana Cenčić: Sama

Mehr auf KulturPort.De

Knapp am Literaturnobelpreis vorbei: Giuseppe Bonaviri
 Knapp am Literaturnobelpreis vorbei: Giuseppe Bonaviri



Zehn Jahre nach dem Tod des italienischen Schriftsteller-Arztes Giuseppe Bonaviri (1924-2009) wissen wir: Ihm hätte nur noch eine einzige Ja-Stimme gefehlt. Sei [ ... ]



Irr-Real: Der Zeichner Carl Julius Milde im Lübecker Behnhaus
 Irr-Real: Der Zeichner Carl Julius Milde im Lübecker Behnhaus



Der Name von Carl Julius Milde (1803–1875), einem gebürtigen Hamburger, ist vor allem mit Lübeck verknüpft, wohin er als Mittdreißiger zog, um am Katharine [ ... ]



„Vorhang auf für Cyrano”. Alexis Michaliks Huldigung an chevalereskes Dichtertum
 „Vorhang auf für Cyrano”. Alexis Michaliks Huldigung an chevalereskes Dichtertum



Die Filme von Steven Spielberg und Robert Zemeckis waren unverzichtbarer Teil seiner Kindheit. Jene Blockbuster setzte sich Alexis Michalik später als Maxime f [ ... ]



Welt im Umbruch – Kunst der 20er Jahre
 Welt im Umbruch – Kunst der 20er Jahre



Ist es wieder soweit? Ja, zweifellos. Schon vor hundert Jahren war „Die Welt im Umbruch“, wie die großangelegte Ausstellung im Bucerius Kunst Forum heißt.  [ ... ]



„Geist über Materie. Die erstaunliche Wissenschaft, wie das Gehirn die materielle Realität erschafft“ – Dawson Church
 „Geist über Materie. Die erstaunliche Wissenschaft, wie das Gehirn die materielle Realität erschafft“ – Dawson Church



Ausbruch aus der Trance. Eine satirische Buchbetrachtung von Harry Popow.

„Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht“. Hei [ ... ]



Pingxi Sky Lantern Festival
 Pingxi Sky Lantern Festival



Chinesisches Neujahr und Frühjahrsfest – eine Reise durch die Feuerwerks- und Laternenfestkultur Taiwans – Teil 3/3

Es ist, selbst wenn viele Besucher ko [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.