Neue Kommentare

Rafael Gunnarsson zu „Climax”. Die unwiderstehlichen Abgründe des Gaspar Noé: Zeit, Bild und KulturPort sind sich alle einig? D...
Cornelie Müller-Gödecke zu 100 Jahre Lettland: Handschuh-Daumen hoch: Danke für diesen Artikel!
Und Danke für...

Herby Neubacher zu Peter de Vries – Hut- und Urnenhüllen-Macher: Mal auf die Website des Hutmachers geguckt? 500 E...
Hedi Schulitz zu Thomas Mann Preis 2018 für Mircea Cărtărescu: Was für ein wirklich gut geschriebener Artikel! ...
Martinš zu 100 Jahre Lettland: Handschuh-Daumen hoch: Vielen Dank furr den tollen Artikels. das ist fue...

CDs JazzMe

Avishai Cohen: 1970

Drucken
(150 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Dienstag, den 10. April 2018 um 07:15 Uhr
Avishai Cohen: 1970 4.4 out of 5 based on 150 votes.
Avishai Cohen: 1970

Für die Besucher seines „1970“-Konzerts in Hamburg klingt ein Mittwochabend wie ein Shabbat (Freitag): Avishai Cohen gibt zum Auftakt seines Konzertes Zeilen eines Ruhetagsgebets wider. Was dann folgt ist die ruhige Gewissheit: „Das wird ein großartiger Abend“ in der Elbphilharmonie.

Cohen, der neben dem Bass immer wieder Gesang und Elektro-Bass anklingen lässt, will seine CD vorstellen und hat sich den derzeit wohl schönsten Rahmen dafür ausgesucht: die Elbphilharmonie in Hamburg. Seine warme dunkle Stimme klingt und steigt empor bis in die letzten Ränge, seine Musiker bauen ihm ein lässig ein Klanggerüst für die Mischung aus R’n‘B, Blues sephardischen Tönen und Latino, die der Israeli diesmal präsentiert.

A Cohen 1970 COVERDas Jahr 1970 ist – wie vermutet – das Geburtsjahr von Cohen. Mit seiner 15. Silberscheibe will er seiner Kindheit im Kibbuz offenbar Tribut zollen, musikalische Anfänge einfangen, die Bandbreite seines Wirkens zeigen – in traumhaft ruhigen, gefühlsstarken und ebenso anregend-vibrierenden, fantasievollen Songs. Das ist ein Ereignis: meditativ und gleichzeitig prickelnd, wenngleich nicht wirklich Jazz.
Avishai Cohen by Moods. Die Elbphilharmonie irritiert ihn wohl nicht mehr. Festlich gekleidete Gäste in dicken Polstern – bei einem seiner Konzerte Anfang April? Naja, so ist es eben. „Song of Hope“, „Motherless Child“… Der Klang im großen Saal scheint letztlich auch ihn davonzutragen. Und er schafft es irgendwann, das Publikum – wenigstens teilweise – von den Sitzen zu fegen. Bis dahin schauen die Besucher ihm beseelt zu, wie er Gedichte von Nathan Alterman oder Songs über die Frauen im Allgemeinen und besonderen gen Saaldecke schickt, gut gelaunt ein paar argentinische Weisen untermischt – und eben singt: intensiv, betörend, befreiend. Seine Begleiter (Karen Malka – Gesang, Shai Bachar – Keyboards, Marc Kakon – E-Gitarre und Noam David – Schlagzeug) geben mit tollen Soli jedem Titel besonderen Glanz, addieren Frische und Power. Alles zusammen ein toller Abend mit Cohens CD „1970“, die ihn auch als Komponisten zeigt.

Mehr Bass und auch mehr Jazz gibt’s dann wieder bei der nächsten Veröffentlichung – oder bei den Jazztagen Dresden im November 2018.

Avishai Cohen: 1970

Avishai Cohen – acoustic & electric bass, vocals
Itamar Doari – percussion, vocals
Karen Malka – vocals
Yael Shapira – cello, vocals
Elyasaf Bishari – oud, bass guitar, vocals
Jonatan Daskal – keyboards
Tal Kohavi – drums
Label: Masterworks/Sony
LP, CD
EAN: 88985462022

YouTube-Videos:
Avishai Cohen - 1970 (Making of)
Avishai Cohen - Motherless Child (Official Video)


JazzMe – In Kooperation mit Christoph Forsthoff, Sabine Meinert, Sven Sorgenfrey und Willy Theobald. Weitere CD-Kritiken, Interviews und Informationen aus der Welt des Jazz unter www.aboutjazz.de.


Abbildungsnachweis:
Headerfoto: Andreas Terlaak, Sony Music, Moods
CD-Cover

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Kolumne > CDs JazzMe > Avishai Cohen: 1970

Mehr auf KulturPort.De

einfach gut. Design aus Dänemark
 einfach gut. Design aus Dänemark



Design aus Dänemark genießt einen sehr guten Ruf. Den Fragen „warum“ und „was ist einfach und deswegen gut“, geht das Wilhelm Wagenfeld Haus in Bremen  [ ... ]



Der Chor der Hamburgischen Staatsoper: Gute Stücke, gute Arbeit
 Der Chor der Hamburgischen Staatsoper: Gute Stücke, gute Arbeit



Ob Bach, Mozart, Verdi, Wagner, Schumann oder Ruzicka, das Spektrum der Aufgaben erscheint unermesslich und verlangt höchste Flexibilität: Der Chor der Hamburg [ ... ]



Das Bauhaus und seine Frauen. Die Avantgarde war auch weiblich
 Das Bauhaus und seine Frauen. Die Avantgarde war auch weiblich



Walter Gropius, Josef Albers, Lászlo Moholy-Nagy oder Wassily Kandinsky und Ludwig Mies van der Rohe gelten heute als Ikonen des modernen Designs und der Kunst  [ ... ]



Jasper Frederik: Beautiful
 Jasper Frederik: Beautiful



Er ist ein Mysterium – keinerlei Angaben wer sich hinter dem Pseudonym Jasper Frederik verbirgt. Nur so viel lässt sich, trotz intensiver Recherche herausfind [ ... ]



Weihnachtszeit – Messezeit
 Weihnachtszeit – Messezeit



Was, schon wieder Weihnachten? Jedes Jahr das gleiche Erstaunen, der innere Kalender will mit dem äußeren einfach nicht zusammenpassen. Doch wenn mit einem Sch [ ... ]



„Climax”. Die unwiderstehlichen Abgründe des Gaspar Noé
 „Climax”. Die unwiderstehlichen Abgründe des Gaspar Noé



Höchste tänzerische Disziplin explodiert unvermittelt in einem mitreißenden anarchistischen Rausch aus Begierde, Schmerz, Geltungssucht, Gewalt, Trance, schwi [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.