Neue Kommentare

Stipe Gojun zu „La Vérité” Hirokazu Kore-eda und der Mythos Familie : Ach, wie gern würde ich heute ins Kino gehen. Ob...
Frank-Peter Hansen zu Frank-Peter Hansen: Die Heidegger-Dekomposition: Im Spätherbst letzten Jahres anlässlich einer S...
bbk berlin zu Dortmund geht neue Wege bei der Kunst-Förderung: Die Berliner Künstler*innen freut es sehr, dass ...
Markus Semm zu Frank-Peter Hansen: Die Heidegger-Dekomposition: Sehen Sie: Der Unterschied zw. Heidegger und Cass...
Karin Schneider zu Frank-Peter Hansen: Die Heidegger-Dekomposition: Ein großartiger Artikel! Stefan Diebitz schafft ...

Hamburger Architektur Sommer 2019


CDs JazzMe

Till Brönner: The Good Life

Drucken
(305 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Mittwoch, den 07. September 2016 um 08:57 Uhr
Till Brönner: The Good Life 4.7 out of 5 based on 305 votes.
Till Brönner

Baba-bäää, baba-bo-bääääbää – die Trompete ist unverkennbar, der smoothe und doch intensive Sound auch. Till Brönner legt mit „The Good Life“ sein neues Album vor.
Songklassiker hat er in Kalifornien aufgenommen, in denen er Leichtigkeit und starke Gefühle gleichzeitig fand. Keiner davon wirkt aufgewärmt, von Tradition oder musikalischem Zierrat belastet. Sie klingen einfach super-entspannt und gut.

Nur ganz selten schimmert tatsächlich durch, dass es Sinatra-Songklassiker sind. Wo man es erkennt, denkt man: Wirklich? Denn bei Brönner bekommt jeder dieser Songs etwas Eigenes, und das strahlt und glänzt in der Sonne, viel mehr als die Erinnerung an die alte Fassung. Seine Trompete schmeichelt und gurrt dabei, verführt und kickt, bringt heitere Momente zum Strahlen.

Und nicht allein er beweist seine Klasse. Mit dabei bei dieser Produktion: John Clayton (bass)und Jeff Hamilton (drums), deren perfekt intoniertes, lässiges Spiel den 13 Titeln eine besondere Note gibt. Selbst Hamiltons Schneebesen, der sacht das Schlagzeug streichelt, scheint jeden Takt in ein neues Gewand zu kleiden. Exzellente Ergänzungen liefern Gitarrist Anthony Wilson und Pianist Larry Goldings. Letzterer sticht der vor allem dann hervor, wenn er frisch und keck in Dialog mit Brönners Trompete zu agieren scheint.

Till Brönner  The Good LifeDass Brönner auch auf dieser CD singt, mag nicht überraschen. Das hat er schon öfter getan. Meine Sympathie hat er – andere vermochten seiner Stimmlage und Intonation bisher nicht so viel abzugewinnen. Diesmal bringt er eine neue Nuance hinein, indem er versucht, „Stimme und Trompete überhaupt nicht mehr zu trennen“. Beides taucht im Wechsel im gleichen Song auf: unaufgeregt, nicht imitiert wirkend – es fließt einfach so. Am besten klingt das ganz zum Schluss. „In the Wee Small Hours of Morning“ macht Brönner mit minimal tieferer Stimmführung zu einem hörenswerten Klassiker – ohne Schnörkel, ohne überbordende Moderne, einfach sacht perlend, leicht schillernd, Gentlemen-like. Hängematten-geeignet!

Mein Fazit: Ein heiteres Spiel in sonnendurchflutetem Ambiente – es hinterlässt den Hörer unglaublich relaxt und wirkt doch gleichzeitig kraft- und gefühlvoll. Alles in allem sehr stimmig, sehr lässig. Die Spätsommerabende – von denen wir hoffentlich noch ein paar kalifornisch-sonnige bekommen – sind mit dieser Scheibe gerettet. Klasse!

Till Brönner: The Good Life
Anthony Wilson, Larry Goldings, John Clayton, Jeff Hamilton
CD / Doppelalbum LP
Label: Masterworks / Sony Music
EAN: 0888751872028

Ab 1. November 2016 geht Brönner auf Tour mit „The Good Life“.
Till Brönner - The Good Life (Trailer)
Till Brönner - The Good Life (Paroles)


JazzMe - In Kooperation mit Christoph Forsthoff, Sabine Meinert, Sven Sorgenfrey und Willy Theobald. Weitere CD-Kritiken, Interviews und Informationen aus der Welt des Jazz unter AboutJazz.


Abbildungsnachweis:
Headerfotos: Ulla Lommen, Andreas Bitesnich (PR)
CD-Cover

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Kolumne > CDs JazzMe > Till Brönner: The Good Life

Mehr auf KulturPort.De

Die letzten zehn Tage im Leben einer Ikone: „Ach, Virginia“. Ein Roman über Virginia Woolf
 Die letzten zehn Tage im Leben einer Ikone: „Ach, Virginia“. Ein Roman über Virginia Woolf



Virginia Woolf (1882-1941) ist eine Ikone der literarischen Moderne. Wie kaum eine andere Frau ihrer Zeit steht sie für das Ringen um Eigenständigkeit und Raum [ ... ]



BuchDruckKunst 2020 – Das Magazin
 BuchDruckKunst 2020 – Das Magazin



Menschen, Bücher, Sensationen: An diesem Wochenende, vom 27. bis 29. März 2020, sollte die renommierte BuchDruckKunst im Museum der Arbeit stattfinden. Ein Hig [ ... ]



Eoin Moore und Anika Wangard – eine Begegnung
 Eoin Moore und Anika Wangard – eine Begegnung



Eigentlich bin ich nicht besonders scharf auf Krimis. Wenn sie allerdings sehr gut sind, relativiert sich das. Wahrscheinlich befinde ich mich tief im Mainstream [ ... ]



„Waves” – Trey Edward Shults’ Opulenz der Emotionen
 „Waves” – Trey Edward Shults’ Opulenz der Emotionen



„Waves” ist ein visuell waghalsiger Kraftakt, überwältigend, mitreißend, voller Zärtlichkeit, trügerischer Hoffnungen und zerborstener Träume. US-Regis [ ... ]



Egon Friedell: Der Schatten der Antike
 Egon Friedell: Der Schatten der Antike



82 Jahre nach dem Freitod Egon Friedells liegt – endlich! – das letzte Kapitel seiner „Kulturgeschichte des Altertums“ vor, und jeder, dem die Gedanken d [ ... ]



Horst Hansen Trio: Live in Japan
 Horst Hansen Trio: Live in Japan



Nix da Japan – Krefeld (クレーフェルト). In solchen pandemischen Zeiten reist man nicht und wenn, dann nur virtuell. Spielerisch, alles ist spielerisch  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.