Neue Kommentare

Peter Schmidt zu Hamburger Autorenvereinigung: Erinnern und Gedenken – zum 27. Januar 2014: Stadthaus- Gedenkstätte? Da fragt man sich heute...
Lothar Hamann zu „Cold War – Der Breitengrad der Liebe” - Oder die Magie einer schwarzen Leinwand: GEWINNER DES EUROPÄISCHEN FILMPREISES 2018!...
Rafael Gunnarsson zu „Climax”. Die unwiderstehlichen Abgründe des Gaspar Noé: Zeit, Bild und KulturPort sind sich alle einig? D...
Cornelie Müller-Gödecke zu 100 Jahre Lettland: Handschuh-Daumen hoch: Danke für diesen Artikel!
Und Danke für...

Herby Neubacher zu Peter de Vries – Hut- und Urnenhüllen-Macher: Mal auf die Website des Hutmachers geguckt? 500 E...

CDs JazzMe

Julia Biel: Love Letters and Other Missiles

Drucken
(298 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Donnerstag, den 22. Januar 2015 um 12:05 Uhr
Julia Biel: Love Letters and Other Missiles 4.8 out of 5 based on 298 votes.
Julia Biel: Love Letters and Other Missiles

Schon bevor die neue Silberscheibe von Julia Biel von meinem CD-Player eingesogen wurde, hatte ich von ihrem mehrfachen Auftauchen in der Playlist der Jamie-Cullum-Show bei der BBC gehört.
Rezensoren stellten die 34-Jährige zudem bereits in das Umfeld von Nina Simone mit aparten Beimischungen von Klängen à la Radiohead, Billie Holiday und Björk. Von der „besten britischen Sängerin seit einer Ewigkeit“ rauschte es gar im britischen Blätterwald. Meine Erwartungen für „Love letters and other missiles“ waren entsprechend hoch.


Biels neue Veröffentlichung ist nach den bisherigen Werken mit dem F-Ire Collective, Polar Bear, Soothsayers und der Kooperation mit Folk-Jazz-Gitarrist Jonny Phillips für ihr Debüt-Solo „Not Alone“ (2005) wieder was Eigenes. Zeitlose Songs und Ehrliches verspricht die Plattenfirma. Doch zunächst sucht man – natürlich – die Frau, die in den Radio-Shows gepriesen wurde. Nicht lange.
Was aus den Boxen kommt, ist rauchig, breit, relaxt. Und intensiv. Es kribbelt und changiert. Es mault und frotzelt auch mal, bricht auf jeden Fall die glatten Oberflächen, wo es zu stark spiegelt. Das Ganze zeugt von ungewöhnlichem Charakter.

Cover Julia BielEin intensives Erlebnis – zum Wegträumen. Und gleichzeitig als Starthelfer für einen aufregenden Tag. Es hat Jazz und stellt die moderne Sängerin und Songwriterin in den Vordergrund, mixt Soul und Pop dazu, bröselt eine Prise Eigenwilligkeit hinein. Ihr Studium der französischen und deutschen Literatur in Oxford tut den Texten ausnehmend gut; die bergen Tiefe und Authentisches. Und das Publikum bei Live-Shows zeigte bereits: Man fühlt sich rundum wohl damit.

Biel singt nicht nur, sie spielt auch Gitarre und Piano. Gleichzeitig bringt sie ihre Musiker Idris Rahman am Bass und Saleem Raman (Percussion) mit Fingerspitzengefühl ins Spiel – für den perfekten Rahmen. Der erscheint frisch und luftig, gleichzeitig tragfähig und glänzend. Perfekt. Was bleibt, ist der Eindruck: coole Stimme, starke Instrumentierung.

Ihr Titel „Nobody Loves You Like I Do“ kommt einem zudem bekannt vor. Kein Wunder: Der wurde schon im Sommer 2014 als EP veröffentlicht. Er war jedoch nicht so oft im Radio, als dass man ihn nicht mehr hören möchte. Im Gegenteil. Man wünscht sich eigentlich mehr Mut zu besonderen Songs in den Musikredaktionen der Republik. Julia Biel würde sich anbieten, denke ich. Und über ihre Bühnenpräsenz wird unter Veranstaltern ganz offen geschwärmt. Das verspricht einen tollen Festivalsommer 2015.

Biel, Tochter einer Deutschen und eines Südafrikaners, ist übrigens auch hierzulande durchaus unterwegs, schmückt aber vor allem zahlreiche europäische Jazzfestivals. Bereits 2000 erhielt sie den Preis „Perrier Vocalist of the Year“. 2006 war sie zudem für den BBC Jazz Award nominiert. Dabei wird`s nicht bleiben. Wie gesagt: Wer sie einmal hörte, ist voll des Lobes. Und Sie sind bestimmt auch bald dabei. Versprochen.

Julia Biel: Love Letters And Other Missiles (CD)
Label: Rokit
Erscheinungsdatum: 06.02.2015

Track Listing
1. When The Sun Goes In
2. Nobody Loves You Like I Do
3. We Watch The Stars
4. Licence To Be Cruel
5. Til Tonight
6. You Made Me Write A Love Song
7. Secret Party
8. Little Girl
9. You Do My Head In
10. Playing You
11. Out Of Control
12. Fallen

Video: Julia Biel “Nobody Loves You Like I Do”

Abbildungsnachweis:
Header: Julia Biel. Foto: Marc Cant
CD-Cover

JazzMe - In Kooperation mit Christoph Forsthoff, Sabine Meinert, Sven Sorgenfrey und Willy Theobald. Weitere CD-Kritiken, Interviews und Informationen aus der Welt des Jazz unter AboutJazz.

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Kolumne > CDs JazzMe > Julia Biel: Love Letters and Other Missiles

Mehr auf KulturPort.De

Eva Besnyö – Photographin. Budapest, Berlin, Amsterdam
 Eva Besnyö – Photographin. Budapest, Berlin, Amsterdam



„Als vielleicht geschichtlich bedeutendste, sicher professionellste ungarische Fotografin, die in der Weimarer Republik sowohl durch Moholys „Neues Sehen“  [ ... ]



Bernd Meiners – Fotografie und Film
 Bernd Meiners – Fotografie und Film



Wenn man sich die biographischen Daten des Kameramanns und Fotografen Bernd Meiners anschaut, so erhält man schnell ein recht klares und präzises Bild der Pers [ ... ]



Saskia Henning von Lange: „Hier beginnt der Wald“ – ein Roman so mehrdeutig wie das Leben
 Saskia Henning von Lange: „Hier beginnt der Wald“ – ein Roman so mehrdeutig wie das Leben



„Hier sitzt er und würde doch lieber woanders sitzen“, so beginnt das dritte Buch der 42jährigen Autorin Saskia Henning von Lange. Der Mann befindet sich h [ ... ]



„Capernaum – Stadt der Hoffnung”. Nadine Labaki und die Wiederentdeckung der Kompromisslosigkeit
 „Capernaum – Stadt der Hoffnung”. Nadine Labaki und die Wiederentdeckung der Kompromisslosigkeit



Beirut. Das Alter von Zain (Zain al Rafeea) wird auf zwölf Jahre geschätzt, genau weiß es keiner. Der schmächtige magere Junge sieht viel jünger aus, aber d [ ... ]



„Margiana – Ein Königreich der Bronzezeit in Turkmenistan“
 „Margiana – Ein Königreich der Bronzezeit in Turkmenistan“



„Margiana“ – hört sich an wie der Titel eines neuen Fantasyfilms. Dabei ist es eine so gut wie unbekannte Zivilisation in Zentralasien 2300-1700 v. Chr.,  [ ... ]



Michael Wolf: Life in Cities
 Michael Wolf: Life in Cities



Kunst oder Dokumentation? Diese Frage erübrigt sich angesichts der fantastischen Fotografien und Installationen von Michael Wolf. Erstmals in Deutschland zeigen [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.