Neue Kommentare

Lydia zu 19. Lange Nacht der Museen in Hamburg. Meine Reise durch die Nacht: Durch die persönliche Darstellung ist der Artike...
Hans Maschek zu 19. Lange Nacht der Museen in Hamburg. Meine Reise durch die Nacht: Wunderbar atmosphärische Beschreibung. Ich habe ...
Matthijs van de Beek zu „Stan & Ollie”. Oder die schmerzliche Seite der Komik : Das klingt wunderbar und wird ganz sicher angesch...
Dr. Frank-Peter Hansen zu Die Wittgenstein-Dekomposition: Frank-Peter Hansens Antwort auf Martin A. Hainz...
NN zu Das Chimei – ein Museum für eine einmalige Privatsammlung in Taiwan: Lasst Euch nicht blenden! Es gibt nichts Gutes, a...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2019


Musik

Theater Lüneburg: Andrew Lloyd Webbers „Sunset Boulevard“

Drucken
(141 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Montag, den 30. Dezember 2013 um 11:13 Uhr
Theater Lüneburg: Andrew Lloyd Webbers „Sunset Boulevard“ 4.4 out of 5 based on 141 votes.
Theater Lüneburg: Andrew Lloyd Webbers „Sunset Boulevard“

Das Theater Lüneburg findet außerhalb der eigenen Region kaum die Beachtung, die ihm eigentlich zukommen müsste.
Dabei leistet das Drei-Sparten-Haus – das seit einem halben Jahrhundert in einem einst vor der damaligen britischen Besatzungsmacht erbauten vormaligen Kino spielt – Beachtliches. Vor allem auf dem musikalischen Sektor. Das Musiktheater hat seit dieser Spielzeit einen neuen musikalischen Oberleiter, nach dem sich der langjährige Generalmusikdirektor Urs-Michael Theus auf seine Aufgaben bei den Eutiner Festspielen konzentriert.

Seit Mitte November läuft im Hause – und das noch bis April 2014 – Andrew Lloyd Webbers Musical „Sunset Boulevard“ über die Schattenseiten Hollywoods und den Verfall eines Stars. Dabei greift Webber Bill Wildes gleichnamigen Film aus dem Jahr 1950 auf. Angelehnt an die große Film- und Musiktradition Hollywoods klingt die Musik symphonisch, melodietrunken, opulent und emotionsgeladen. Die Handlung lehnt sich eng an den Film an. Erzählt wird aus der Perspektive von Joe Gillis, einem jungen, arbeitslosen Drehbuchschreiber, der auf der Flucht vor seinen Gläubigern auf dem Anwesen der ehemaligen Stummfilmdiva Norma Desmond landet. Norma engagiert ihn, um ihr gerade fertig gestelltes Drehbuch zu einem Film zu überarbeiten, mit dem sie ihre Rückkehr auf die Leinwand plant. Joe lässt sich darauf ein, einerseits aus Geldmangel, andererseits aus Faszination für die morbide Atmosphäre in der Villa. Schließlich wird er Normas Geliebter – bis er sich in die junge Kollegin Betty Schaefer verliebt und das Unglück seinen Lauf nimmt... Hintergrund ist die Zeit des Überganges vom Stummfilm zum Tonfilm. Die bedeutete für viele Stummfilmstars das Ende ihrer Laufbahn. Als das Fernsehen aufkam, sah Hollywood erneut sein Ende gekommen.

Regisseur Frank-Lorenz Engel, erstmals in Lüneburg engagiert, siedelt die Produktion ganz klassisch im Hollywood der 50er-Jahre an. Als Norma Desmond und Joe Gillis sind Masha Karell und Kristian Lucas zu erleben. An ihrer Seite singen Luisa Rhöse (Betty Schaefer), Ulrich Kratz (Max von Mayerling), MacKenzie Gallinger (Artie Green), Oliver Hennes (Myron/Manfred) sowie der Haus- und Extra-Chor. Die Lüneburger Symphoniker spielen unter der Leitung von Nezih Seckin. Tänzerisch unterstützt wird die Produktion vom Ballettensemble des Theaters. Für das Bühnenbild und die Kostüme zeichnet Barbara Bloch verantwortlich.
Vor allem Masha Karell als alternde Diseuse Norma ist ein großartiges Erlebnis. Ihre Präsenz über 150 Minuten hinweg ist atemberaubend. Sie singt und spielt das übrige Ensemble glatt gegen die Wand. Ihre Mitspielerinnen und Mitspieler sind gut, aber verblassen gegen die überragende Kunst der Masha Karell. Das hat auch das Publikum der von uns besuchten Vorstellung am letzten Sonntag im Jahr so gesehen. Es erhebt sich bejubelt stehend diese Künstlerin. Erst das Fallen des Vorhanges setzt der Begeisterung ein Ende. Eine Aufführung, die ein Muss für jeden Musicalfreund sein sollte!


"Sunset Boulevard" zu erleben im Theater Lüneburg, An den Reeperbahnen 3, in 21335 Lüneburg
Dauer ca. 160 Minuten, inkl. einer Pause
Nächste Vorstellungen: 3. Januar 2014, 20 Uhr, 12. Januar, 19 Uhr, 14. und 23. Januar, 20 Uhr, 26. Januar, 19 Uhr, 01.02.2014 20:00 Uhr Bestellen
19.02.2014 20:00 Uhr, 23.03.2014 19:00 Uhr, 23.04.2014 20:00 Uhr, 25.04.2014 20:00 Uhr (Achtung, einige Vorstellungen sind bereits ausverkauft!)
Zur Ticketbestellung. Kartentelefon: (04131) 42 100

Headerfoto: Andreas Tamme

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Blog > Musik > Theater Lüneburg: Andrew Lloyd Webbers „Su...

Mehr auf KulturPort.De

Giving Art a Face von Michael Knepper in der Galerie Kunstraum Hamburg
 Giving Art a Face von Michael Knepper in der Galerie Kunstraum Hamburg



Wie schreibt man eine Kunstkritik, wenn man mit dem Künstler seit Kindertagen befreundet ist? Vielleicht lieber gar nicht!? Gerade auch, weil sich die Kunst ein [ ... ]



Dimitri Monstein Ensemble: Landscape
 Dimitri Monstein Ensemble: Landscape



Das Schlagzeug als Solo-Instrument ist nicht unbedingt das, was man auf einer Jazz-Platte erwartet. Denn eigentlich ist es nichts selbstverständlicher, beweist  [ ... ]



Privattheatertage 2019: „Die Schulz-Story“. Oder wie „verzwerge“ ich mich selbst
 Privattheatertage 2019: „Die Schulz-Story“. Oder wie „verzwerge“ ich mich selbst



Keine andere Partei zelebriert die Selbstzerfleischung so exzessiv wie die SPD! Nun hat ein Kapitel Leidensgeschichte jüngster Zeit sogar Bühnenreife erlangt:  [ ... ]



„Sunset”. László Nemes’ Metaphorik des Abgrunds
 „Sunset”. László Nemes’ Metaphorik des Abgrunds



„Sunset” ist eine atemberaubende verstörende Vision, hinter deren unfassbar exquisiter Schönheit sich der Horror selbstzerstörerischer Zivilisationen verb [ ... ]



Focusyear Band: Open Paths
 Focusyear Band: Open Paths



Eigenartiger Name für eine Band! Ein fokussiertes Jahr – was hat es mit der zeitlichen Limitierung auf sich?
Focusyear ist ein einjähriges Programm für ein [ ... ]



Thomas Zoglauer: Ethische Konflikte zwischen Leben und Tod. Über entführte Flugzeuge und selbstfahrende Autos.
 Thomas Zoglauer: Ethische Konflikte zwischen Leben und Tod. Über entführte Flugzeuge und selbstfahrende Autos.



Manchmal findet sich der Mensch in Situationen wieder, in denen er sich gar nicht richtig verhalten kann – was auch immer er tut, er wird jemanden verletzen od [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.