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Opernstars auf der Leinwand – die Met-Saison im Kino

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Donnerstag, den 27. September 2012 um 09:27 Uhr
Opernstars auf der Leinwand – die Met-Saison im Kino 4.6 out of 5 based on 178 votes.
Opernstars auf der Leinwand – die Met-Saison im Kino - Holi-Kino

In der ehrwürdigen Metropolitan Opera in New York zu sein ist ein zeitlich, logistisch und finanziell aufwendiges Vergnügen.
Nicht jeder kann und will sich das leisten, doch macht die moderne und global umspannende Technik Dinge möglich, die noch vor Jahren undenkbar waren: das Live-Erlebnis einer Opernaufführung. Verdis „Otello“ oder „Aida“, Wagners „Parsifal“ oder Händels „Julius Cäsar in Ägypten“ mit den wunderbaren Stimmen der Anna Netrebko, Renée Fleming, Jonas Kaufmann, Joyce DiDonato und Marcelo Àlvarez.

Man könnte schon beinahe von einer Tradition sprechen, die sich in Deutschlands CinemaxX-Kinos durchgesetzt hat und dies trotz anfänglicher Skepsis seitens vieler Opernfans. „Wie? Im Kino eine Oper anhören und sehen, das ist nichts für mich!“, hörte Holger Steinert, Leiter des Holi-Kino in Hamburg nicht selten. Ich gebe es unumwunden zu, ich war auch einer jener Skeptiker, der diese Darbietung nicht sofort in den Kreis der persönlichen Favoriten aufnahm.

Mittlerweile ziehen die teilweise über Stunden gehenden Vorstellen regelmäßig eingefleischte Opernbesucher, Kinoenthusiasten und Musikfreunde ins Kino und auch meine Skepsis ist einer Freude gewichen, denn das Opernvergnügen ist vorzüglich. Eben anders als in der Oper selbst, denn die zwölf Kameras, die das Geschehen aus der Met im gleichen Augenblick live übertragen, übrigens in brillanter Ton- und Bildqualität, filtern Blicke auf Bühne, Protagonisten und Musiker, die der Liebhaber aus dem Zuschauerraum nie hätte. Und was die amerikanischen Techniker, Bildregisseure und Aufnahmeleiter abliefern ist perfekt.

Der Besucher des Kinos darf nicht den Fehler machen exakt das zu erwarten, was er im Opernhaus bekommt, aber da er auch im Kino nicht alleine ist, die Menschen klatschen und sich regen, erhält er eine eigene Atmosphäre. Und in den Pausen bekommt der Interessierte noch einen Blick hinter die New Yorker Kulissen – auch auf der Leinwand. Anspruchsvolle Getränke, Häppchen und Snacks gibt es natürlich auch und spätestens im Foyer merkt man dann, dass viele nicht in Straßenkleidung gekommen sind, sondern sich schick gemacht haben. Überhaupt ist der Service spürbar besser als zu normalen Filmvorführungen und das Publikum fühlt sich schnell wohl und gastfreundlich aufgenommen.
Übrigens kostet eine Karte für die Met in New York in der höchsten Kategorie knapp 600 Euro, da sind die Live-Übertragungspreise, die, je nach Kino, zwischen 25 und 30 Euro liegen, mehr als zivil. Dazu gibt es ein kostenfreies Begrüßungsgetränk.

„Alternativen Content“, nennt Holger Steinert die acht Live-Aufführungen der Saison 2012/2013 schlicht, die über den deutschen Lizenznehmer, die Clasart Classic, Tochter der Tele München Gruppe, in über 160 Städten in Deutschland und Österreich gezeigt werden. „Das Holi-Kino nimmt seit zwei Jahren teil, seit der festen Etablierung des Formats in Deutschland“, führt Steinert aus. „Die Initialzündung für das ganze Projekt stammt vom Intendanten der Metropolitan Opera in New York. Der hatte ein Problem, was wir in Europa auch kennen: Das Publikum wird immer älter und droht regelrecht wegzusterben. Es entspricht dem amerikanischen Naturell, auch unkonventionelle Wege zu gehen und eine solche Idee – Oper live im Kino – weltweit zu etablieren. Der Erfolg gibt ihm Recht. Partner und Sponsoren unterstützen das Vorhaben seit den ersten Tagen und auch so ist es erklärlich, diese aufwendige Spitzentechnik mit Satellitennutzung einsetzen zu können. Das großartige daran ist außerdem, dass die Technik offensichtlich nicht stört, weder die Besucher der Met in New York selbst, noch unser Publikum in den Kinos.
Die zeitliche Komponente kommt uns auch entgegen, denn während es sich in New York um eine Matinee handelt, ist durch die Zeitverschiebung in Deutschland eine Abendveranstaltung daraus geworden.
Es gibt dann sowohl hier eine personalisierte Begrüßung der Gäste von mir, als auch aus New York sowie eine Art Intro. Das Live-Erlebnis hat seine positiven wie negativen Seiten. Fällt in New York beispielsweise einmal die Bühnentechnik aus, bekommt das unser Kinopublikum auch sofort mit und muss ebenso die unfreiwillige Pause überbrücken. In der Zeit können dann unsere Gäste in Ruhe die Handzettel lesen, die wir zu der jeweiligen Oper mit Inhalt und Hintergrundinformationen etwa eine Stunde vor Beginn auslegen.“

Wer sich vorab über die einzelne Inszenierung informieren möchte kann die professionell gut gemachten Videobeiträge mit den jeweiligen Regisseuren und Produzenten auf der Met-im-Kino-Homepage anschauen.

Die Kommunikation ist keine Einbahnstraße, von den teilnehmenden Kinos gibt es ein Feedback an den deutschen Lizenzgeber, der dieses wiederum nach New York weiterleitet – auch jenseits von Wirtschaftszahlen. So können Veränderungen bei Bedarf erfolgen und Dinge verbessert werden. „Wir haben aber auch während der Übertragung einen direkten Kontakt zu den Technikern der Met“, sagt Steinert, „den wir allerdings äußerst selten wegen Mängel kontaktieren müssen.“

altTechnisch müssen alle Kinos einen bestimmten Standard bieten, das Holi-Kino übertrifft sogar die Vorgaben, was sowohl Bild- als auch Tonqualität angeht.

Die international und global agierende Opernwelt, mit Dirigenten, Musikern und Gesangsstars aus aller Welt findet in den internationalen Live-Schaltungen rund um den Erdball sein Pendant. Wann kann man schon einmal die Starsolisten der Oper so erleben?
Anna Netrebko und Matthew Polenzani, beispielsweise, Stars in Bartlett Shers neuer Produktion, einer der größten Edelsteine der komischen Oper. Charmant und spritzig die flatterhafte Adina und ihr vernarrter Nemorino. Mariusz Kwiecien singt den stürmischen Sergeant Belcore und Ambrogio Maestri ist Dulcamara, der liebeswürdige Quacksalber und Spender von Elixieren. Das alles unter der musikalischen Leitung von Maurizio Benini. Die Rede ist von Gaetano Donizettis „L'Elisir d'Amore“, die am 13. Oktober im Holi-Kino stattfindende und 180 Minuten dauernde Oper. Gesungen wird in italienischer Sprache, die deutschen Untertitel werden aus New York mitgeliefert. Damit wird die Saison 2012/2013 eröffnet.


Das Programm für Deutschland, Österreich und Südtirol lässt sich unter
www.metimkino.de finden. Das CinemaxX-Programm finden Sie unter www.cinemaxx.de oder als Flyer in den Kinos. 

Fotonachweis: Copyright Metropolitan Opera New York / Cinemaxx

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avatar theodor kuerner
+3
 
 
Meine. Frau und ich haben gestern im cinestar Kino in villingen-schwenningen die Oper rusalka aus der met gesehen. Es war einfach grandios. Werde ein fan von met-kino werden.
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avatar Eva-Maria Reinders
+1
 
 
14.10.17
ich habe schon mehrere Aufführungen der Met im Kino gesehen. Ich würde sie als vorzüglich bezeichnen, wenn die Lautstärke stimmig wäre. Im Bad Godesberger Kinopolis glaubt man anscheinend, dass die Zuschauer schwerhörig sind oder dass Opernmusik so laut wie in der Disko sein muß. Jedenfalls wird man entsprechend zugedröhnt, und ich kenne etliche Opernfans, die sich das nicht mehr antun mögen. Es ist wirklich schade.
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