Neue Kommentare

Herby Neubacher zu Es läuft und läuft und läuft: 15 Jahre „Heiße Ecke“ im Schmidt's Tivoli: Rund 42000 Kondome, 25 000 Würstchen, 16800 Wasc...
Patrick Dissinger zu „Foxtrot”. Samuel Moaz und das Konzept des Zufalls: Ein exzellenter, sehr kluger Film. Danke für den...
erlenmeier zu Historische Tankstellen – auf Spurensuche in Hamburg : Ich arbeite seit vielen Jahren beim Forum geschic...
Bartholomay zu Berliner Mauer 57. Jahrestag: Gedenkfeier ? Um von ihren Taten gegen die ehemal...
Herby Neubacher zu Eindringlicher Holocaust-Roman von Affinity Konar: „Mischling“ – keine leichte, aber lohnende Lektüre: Das hat uns jetzt eigentlich noch gefehlt - Erinn...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2015


Musik

Amadou & Miriam: Folila

Drucken
(164 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Dienstag, den 06. März 2012 um 09:35 Uhr
Amadou & Miriam: Folila 4.7 out of 5 based on 164 votes.
Amadou & Miriam: Folila

Seit über 30 Jahren sind sie ein Paar – als musikalisches Duo wie im Leben.
Amadou Bagayoko und Miriam Doumbia stammen aus Bamako, der Hauptstadt des westafrikanischen Landes Mali. In den 1970er- und 80er-Jahren tourten sie durch ihr Heimatland, durch Burkina Faso und die Elfenbeinküste und werden dort als musikalische Stars gefeiert. Heute sind sie längst auch auf den internationalen Bühnen zuhause, treten in Europa und Nordamerika auf – zwischen Paris, London und New York City. Eher seltener in Deutschland.
"Folila", das neue Album des Duos, wird am 2. April veröffentlicht und am 13. des Monats um 19 Uhr stellen Amadou & Miriam es live in Londons Shepherd’s Bush Empire vor.

In Deutschland wurden die beiden Künstler auch deshalb bekannt, weil sie zusammen mit Herbert Grönemeyer den offiziellen Song zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 aufnahmen: „Zeit, dass sich was dreht (Celebrate the Day)“. Danach musizierten die beiden blinden Musiker mit den angesagtesten Solisten und Bands: mit Coldplay, David Gilmour und Johnny Marr, sie tourten mit U2 und traten bei der Vergabe des Friedensnobelpreises für Barak Obama auf.

„Cross-Cultural“, „Weltmusik“ und „Afro-Blues“ sind jene Begriffe, sie in eine Kategorie fassen zu wollen. Alle Beschreibungen stimmen, sind aber letztlich viel zu ungenau. Amadou & Miriam verbinden unterschiedliche Stile, Traditionen, Kulturen und Instrumente. Grundlage bildet zwar der reiche musikalische Fundus aus Mali, es gibt aber kaum ein Album, auf dem keine europäischen Trompeten und E-Gitarren, arabische Flöten, indische Tablas und afrikanische Perkussionsinstrumente zu hören sind. Deren Klänge sind auch auf dem neuen Album: „Folila“ zu hören. Folila heißt in Bambara, der Landesprache Malis, schlicht 'Musik'. Die dreizehn Stücke sind zusammengefasst ein unverwechselbar buntes, regelrecht mitreißendes Werk, eine Art Jamsession mit befreundeten Musikern aus New York, London, Paris und Bamako. So ist es kein Wunder, dass es mehrsprachige Stücke gibt und der Hörer in eine lebensfrohe, rhythmisch-afrikanische Grundstimmung eintaucht. Neben der westafrikanischen Melodik sind Instrumente und Rhythmen zu hören, die an Karibik und Kreolisches erinnern.

Mit der US-amerikanischen Sängerin und Komponistin Santi White aka ‚Santigold', die karibische und westafrikanische Musik studierte, beginnt das Album feuerwerkartig temperamentvoll. Auch andere Musikerlegenden sind zu hören, Ebony Thomas aka ‚Ebony Bones' beispielsweise. Die britische Sängerin und Songwriterin bringt mit "C’est Pas Facile Pour les Aigles" den karibisch-französisch-britischen Spirit zum Siedepunkt. Der New Yorker Rapper Theophilus London ist ebenso dabei wie der Keyboarder Joseph „Amp“ Fiddler aus Detroit und die Kunst-Performance-Musiker von Scissor Sisters mit Frontmann Jake Shears. Sie alle geben dem Album über den afrikanischen Sound hinweg ihre eigene Handschrift.
Der Franzose Bertrand Cantat, von der Rockgruppe Noir désir ist gleich dreimal vertreten. Er, der jahrelang wegen des tragischen Todes der Schauspielerin Marie Trintignant die medialen Schlagzeilen dominierte und nach seiner Haftzeit eine derartig raue Stimme bekommen hat, dass man ihn kaum wiedererkennt.
Der nigerianische Gitarrist Abdallah Oumbadougou, der die Traditionen der Touareg-Minderheit in seinem Land verteidigt, ist mit einem Stück vertreten, das harte E-Gitarrenklänge rockt und gleichzeitig von gebetsmühlenartigen melodischen Wiederholungen lebt.
Auffallend bei einigen Stücken ist die Kombination aus Musik und Geräuschen: So hört man Regentropfen, Rauschen und Knacken, als ob es die lupenreine Digitaltechnik nicht gäbe und Kinderlachen – so wie am Ende von "Cherie" – dem letzten Werk auf der CD. Es klingt als ob die 'Hymne an die Familien dieser Welt' bei weit geöffneten Studiotüren mit Kindern aus der Nachbarschaft aufgenommen wurde. Der Amadou-und-Miriam-Fan wird mit hellem Kinderlachen entlassen.


Amadou & Mariam: Folila
01 Dougou Badia (feat. Santigold) 03:53
02 Wily Kataso (feat. TV On The Radio) 04:23
03 Oh Amadou (feat. Bertrand Cantat) 03:28
04 Metemya (feat. Jake Shears of Scissor Sisters) 03:54
05 Africa Mon Afrique (feat. Bertrand Cantat) 03:40
06 C’est Pas Facile Pour les Aigles (feat. Ebony Bones) 02:39
07 War (feat. Amp Fidler) 03:19
08 Sans Toi 03:15
09 Mogo (feat. Bertrand Cantat) 03:34
10 Another Way (feat. Bertrand Cantat) 02:56
11 Bagnale (feat. Abdallah Oumbadougou) 03:29
12 Nebe Miri (feat. Theophilus London) 03:06
13 Cherie 04:39

Release: 2. April 2012
In unseren Breiten zu hören:
Am 27. März in "De Oosterpoort" in Groningen/Niederlande, am 3. Mai im "Centralstation" in Darmstadt und am 7. Juli zum "Summerjam 2012" in Köln.alt

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Blog > Musik > Amadou & Miriam: Folila

Mehr auf KulturPort.De

„Doing the Document“: Die Welt durch die Kameralinse
 „Doing the Document“: Die Welt durch die Kameralinse



Von Diane Arbus über Walker Evans und August Sander bis zu Piet Zwart: Über 200 Werke der bekanntesten Fotograf*innen des 20. Jahrhunderts sind dank einer Sche [ ... ]



„Carte Blache“ in der Galerie Hengevoss-Dürkop
 „Carte Blache“ in der Galerie Hengevoss-Dürkop



Wann bekommt man schon mal eine Carte Blache – zumal von einer Galeristin? Doch Kerstin Hengevoss-Dürkop hatte volles Vertrauen zu dem belgischen Künstler Va [ ... ]



Die Stunde der Matrosen – Kiel und die deutsche Revolution 1918
 Die Stunde der Matrosen – Kiel und die deutsche Revolution 1918



Zehn Tage dauerte der Aufstand. Gemeint ist der Matrosenaufstand in Kiel. Der Aufstand brach Ende Oktober 1918 auf den Schiffen der Hochseeflotte vor Wilhelmshav [ ... ]



Es läuft und läuft und läuft: 15 Jahre „Heiße Ecke“ im Schmidt's Tivoli
 Es läuft und läuft und läuft: 15 Jahre „Heiße Ecke“ im Schmidt's Tivoli



Von solchen Zahlen kann man nicht einmal träumen. Rund 42000 Kondome, 25 000 Würstchen, 16800 Waschmaschinenladungen und 12600 Bierdosen wurden in sage und sch [ ... ]



Ludwig und Benyamin Nuss: Songs & Ballads
 Ludwig und Benyamin Nuss: Songs & Ballads



Zwei Instrumente, zwei Musiker – Vater und Sohn – ein Duo-Debüt-Album mit Liedern und Balladen. Zwei die sich verstehen und sich offensichtlich mit musikali [ ... ]



„Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm”. Dialektik für Genießer
 „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm”. Dialektik für Genießer



In „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm” schildert Regisseur Joachim A. Lang die Querelen um jenes nie gedrehte Leinwand-Epos, während er es zugleich [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.