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Hip-Hop White Trash Geheimtipp: Snak the Ripper im Harburger Stellwerk

Confessio: Die Autorin dieses Artikels ist bekennender Hip-Hop-Fan und liebt die Geschichte, Lässigkeit, den „Swag“, den „Style“, den Move, die Moves, den Flow, die „White Trash“-Bewegung, Skillz, die Worte: „Yo“ „Digga“ „word up“ – Baggie-Hosen, Caps, Totenköpfe auf T-Shirts, Hosen, Tattoos und die „voll gechillte“ Art, die gute Laune, die Tanzlust, das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Battle-Lust (in Bezug auf Wortgefechte) der Leute, die gerne Hip-Hop Konzerte besuchen.

Und am Schönsten ist es natürlich, wenn die Lokation, ein friedliches Publikum und wirklich gute Performer der Szene zusammentreffen. Das war im April beim Konzert von Zebra Katz aus N.Y.C. in der Elbphilharmonie der Fall und das war auch am Wochenende – natürlich in anderem Rahmen und mit einem völlig anderen „Style“ – beim Auftritt von „Snak the Ripper“ im Stellwerk in Harburg der Fall. „DIGGA IS A Dancer“ und „NoTVRaps Radio Show“ hatten den 34jährigen kanadischen Hip-Hop Künstler, der 2016 und 2017 jeweils als „Hip-Hop Artist of the Year“ bei den „Western Canadian Music Awards“ nominiert worden war, zum ersten Mal nach Hamburg geholt und die Fans waren unter anderem sogar aus Österreich und Frankfurt extra für dieses Konzert nach Hamburg, bzw. in die Lokation im Bahnhof von Harburg gekommen.

Daniel, Ende 20, selbstständig, der aus Frankfurt zusammen mit seiner 23-jährigen Freundin angereist war, hatte nach dem Konzert sogar Tränen in den Augen und war stolz darauf. Endlich hatte er „Snak“ einmal live und zwar direkt vor der Bühne in der ersten Reihe miterlebt. Für ihn eine echte Erfüllung; er und die anderen knapp 150 Fans, die ins maximal 200 Leute fassende Stellwerk gekommen waren, genossen tanzend und die Titel des Künstlers mitrappend jede einzelne der gut 70 Minuten Konzert mit ihrem Hip-Hop-Idol; Und Snak, the Ripper, am 16.11.1982 in Vancouver als William Scott Fyvie geboren wurde, war nicht nur seinen Fans in den ersten Reihen ganz nah: Denn nach dem eigentlichen Konzert nahm sich Snak noch einmal 60 Minuten Zeit für jeden Einzelnen, der zum „Devotionalientisch“ kam. Snak sprach mit jedem und jeder, die nach dem Konzert entweder CDs, LPs, Caps Shirts etc. direkt beim Künstler selbst kaufen oder aber ihn einfach nur mal umarmen wollte. Und mit allen, die kamen, um mit ihm zu posen oder Bad Boy/Bad Girl für ein Selfie zu spielen oder ihm gar Liebesschwüre ins Ohr hauchen zu können und ebenso welche zu empfangen. Tatsächlich redete, lachte und freute sich der Kanadier mit jedem seiner Fans, umarmte jeden, noch lieber jede, dem/der das wichtig war und hörte sich alles an, was die Hip-Hop-Fans ihm zu sagen hatten; das war wohl der ausgesprochen groovigen Stimmung während des Konzerts geschuldet, bei dem Emotionen und teilweise auch Feuerzeuge brannten; letztere im großen Stil im Takt gewiegt wurden. Snak tat das richtig gut, das merkte man deutlich an der sehr verbindlichen Kontaktaufnahme schon während des Konzerts mit Einzelnen, die ihm etwas zuriefen und etwas auf die Bühne reichten. Und so versprach der Rapper schon nach gut 15 Minuten nun jedes Jahr ins Stellwerk zu kommen. Er versicherte den größtenteils 20- bis 30-jährigen Fans, das hier im Harburger Stellwerk, das sei eine ganz besondere Atmosphäre, die er so in Deutschland, auch in Berlin, noch nicht erlebt hätte; Das Publikum raste vor Stolz und Freude und holte sich eben deswegen auch nach dem Konzert bei Snak die im Zuge des Publikumslobes in aussichtgestellten individuellen „Streicheleinheiten“ ab. Alle waren an diesem Abend beseelt, berauscht von dem Feeling „wir alle mögen denselben guten Sound“ „wir alle stehen auf Hip-Hop als Lebensphilosophie“ und „an einem solchen Abend sind wir alle eine Familie“, „und wir sind alle Freunde, die Spaß, Freude und good vibrations haben beim Hip-Hop“.

Der Mann, der hier mit einer kleinen Fangemeinde live feiert, hat über 50.000.000 YouTube-Aufrufe und kann über 20.000.000 Audio-Streams nachweisen; er wird in 15 Länder gestreamt und bei uns in Hamburg, war er uns nun einmal wirklich ganz ganz nah: Snak, the Ripper, der 34-jährige MC aus Vancouver.

Bei der Heimfahrt später mit der direkt unter dem Stellwerk verlaufenden S-Bahn zurück zum Hamburger Hauptbahnhof waren die Wagen dann auch gefüllt mit frohen Menschen, die Snaks Schriftzug (denn er kommt ursprünglich aus der Graffitiszene), auf Armen, T-Shirts, Hosen, Händen und auch natürlich auf den gekauften CDs trugen und einfach nur gut gelaunt in die Nacht fuhren, bewegt vom Gefühl, ein kleines Juwel von einem Konzert miterlebt zu haben.

Viel Spaß! Yo man! Peace!
Die beste Kurzbiographie von Snak habe bei www.camobearrecords.com gelesen!

Wer mehr über Hip-Hop erfahren möchte, dem legt die Autorin übrigens vor allem eine bestimmte fünf-minütige „Lesung“ über den Hip-Hop ans Herz: einfach aufzuspüren bei YouTube: „Donald Marco Hip-Hop Informative Speech“. Nachschauen und dann zur Vertiefung vielleicht auch den ‚Godfather‘ des Hip-Hop „Kool DJ Herc“ bei Wikipedia nachgooglen.


Abbildungsnachweis:
Alle Fotos: Cornelia Schiller
Header und Galerie: Moods and impressions

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