Neue Kommentare

Lydia zu 19. Lange Nacht der Museen in Hamburg. Meine Reise durch die Nacht: Durch die persönliche Darstellung ist der Artike...
Hans Maschek zu 19. Lange Nacht der Museen in Hamburg. Meine Reise durch die Nacht: Wunderbar atmosphärische Beschreibung. Ich habe ...
Matthijs van de Beek zu „Stan & Ollie”. Oder die schmerzliche Seite der Komik : Das klingt wunderbar und wird ganz sicher angesch...
Dr. Frank-Peter Hansen zu Die Wittgenstein-Dekomposition: Frank-Peter Hansens Antwort auf Martin A. Hainz...
NN zu Das Chimei – ein Museum für eine einmalige Privatsammlung in Taiwan: Lasst Euch nicht blenden! Es gibt nichts Gutes, a...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2019


Musik

Das Alte Werk 2016/17: Klingende Überraschungen aus vergangenen Jahrhunderten

Drucken
(88 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Mittwoch, den 11. Mai 2016 um 13:07 Uhr
Das Alte Werk 2016/17: Klingende Überraschungen aus vergangenen Jahrhunderten 4.5 out of 5 based on 88 votes.
Das Alte Werk 2016/17: Klingende Überraschungen aus vergangenen Jahrhunderten

Seit 1954 ist die NDR-Konzertreihe „Das Alte Werk“ Spezialist für alte Musik und Garant für hochwertige Entdeckungen im Repertoire wie bei den ausführenden Musikern. Für die kommende Saison gibt es Musiküberraschungen zu Jahrestagen von Telemann, Monteverdi und Hieronymus Bosch, dazu etliche Ausgrabungen aus europäischen Bibliotheken und Archiven – hochwertige Delikatessen für Liebhaber und Neugierige.

Selten war das Hamburger Musikleben so sehr in Aufbruchs- und Neuordnungsstimmung, wie es jetzt die im Januar 2017 bevorstehende Eröffnung der Elbphilharmonie angestoßen hat. da ist es schon ein Statement, wenn eine traditionsreiche NDR-Konzertreihe wie „Das Alte Werk“ für die Saison 2016/17 ein klares Bekenntnis für die ehrwürdige Laeiszhalle abgibt. Die allerdings auch vorzüglich für die intimeren Klangerlebnisse geeignet ist, die in dieser exquisiten Reihe mit ihren sechs Abo- und vier Sonderkonzerten präsentiert werden. Und auch für die Zuhörerzahl von im Schnitt 1400 bei 1050 Abonnements den perfekten Rahmen abgibt.
Gleich die beiden ersten Konzerte widmen sich dem langjährigen hamburgischen Musikdirektor Georg Philipp Telemann, dessen 250. Todestag im kommenden Jahr in einer größeren Gemeinschaftsaktion in Hamburg gewürdigt werden soll. 46 Jahre lang, von 1721 bis 1767, prägte er das musikalische Geschehen in der Stadt. Das erste Konzert mit dem „Il Suonar Parlante Orchestra“ wirft einen Blick auf die „barbarische Schönheit“ die Alltagsmusik der Wirtshäuser und Dorffeste, die Telemann in jungen Jahren im Böhmischen und Mährischen kennen gelernt hatte. Und von denen er schwärmte: „Man sollte kaum glauben, was dergleichen Bockpfeiffer oder Geiger für wunderbare Einfälle haben.“ Die sind jetzt in einem maßgeschneiderten Programm zusammengepackt (21.9.), dessen Musik auf diese Inspirationsquellen zurückgeht – ein Highlight für Angela Piront, die Managerin der Konzertreihe.
Countertenor Philippe Jaroussky, als „Artist in residence“ des NDR Elbphilharmonie Orchesters ohnehin häufiger in Hamburg zu hören, singt die Altpartien in zwei Passionskantaten von Telemann und der Kantate „Ich habe genug“ von Johann Sebastian Bach (8.11.).
Das Kammerorchester Basel bringt eine Alternative zu Bachs „Weihnachtsoratorium“ zu Gehör (5.12.), das 1748 in Dresden entstandene „Il Verbo in carne“ von Nicola Porpora, neapolitanischer Komponist und Gesangslehrer etwa des Star-Kastraten Farinelli mit Stationen in Venedig, London, Dresden und Wien – bekannt für seine virtuosen Arien. Das Oratorium zur Weihnachtszeit ist eine aktuelle Fundsache aus einer Bibliothek in Neapel.
Ebenfalls frisch ausgegraben sind die Toccata und die Sonaten aus einem Musikmanuskript des Wiener Minoritenkonvents aus dem 17. Jahrhundert – anonyme Werke, die der Violinst Gunar Letzbor mit seinen Mitstreitern der Ars Antiqua Austria aufführen wird (25.1.2017) – ein Muss-Termin für Entdecker.
Händels „Israel in Egypt“ kommt am 24.3. mit dem Concerto Köln und dem NDr Chor unter Philipp Ahmann in die Laeiszhalle.
Ein weiterer Jubilar des Jahres 2017 ist mit seinem 450. Geburtstag Claudio Monteverdi, der Musikrevolutionär, für den das Ensemble Concerto Italiano unter Rinaldo Alessandrini ein Programm mit Madrigalen und Instrumentalmusik aufführt (24.4.2017).
Gleich drei der Sonderkonzerte finden im Ian Karan Auditorium des Bucerius Kunstforums statt. den Anfang macht das Ensemble Tasto Solo mit Musik aus der Zeit des vor 500 Jahren gestorbenen Malers Hieronymus Bosch (7.9.2016), passend zur Ausstellung über „Das Jahrhundert von Hieronymus Bosch“, die von Juni bis September 2016 im Bucerius Kunstforum zu sehen ist. Musikalische Besichtigung eines Zeitalters mit Instrumenten, wie sie damals gebräuchlich waren: Organetto, Hammer-Clavisimbalum, Fidel, Harfe und andere.
Gleich zweimal steht Venedig im Mittelpunkt von Sonderkonzerten. Am 26.10. kommen der Flötenvirtuose Maurice Steger & Friends ins Bucerius Kunstforum – akustische Erweiterung zur Ausstellung „Venedig – Stadt der Künstler“. Und am 4.11. ist das Ensemble „Il Pomo d’oro“ unter Maxim Emelyanychev zu hören mit authentischer Musik der Gondolieri, gesungen von Vincenzo Capezutto – eingängige Melodien, aber auch hochvirtuose Arien, zusammen mit den Gondel-Geschichten, die Krimi-Queen Donna Leon vorliest, sicher ein großer Genuss.
Für das vierte Sonderkonzert zieht Das Alte Werk in die Kirche St. Johannis am Turmweg. Dort spielen die Katalanin Arianna Savall, der Norweger Petter Udland Johansen und ihre Mitmusikanten von „Hirundo Maris“ in ungewöhnlicher Kombination Musik aus dem Süden und Norden: sephardische Canzonen oder eine spanische Jota und norwegische Volkslieder und Springtänze rund um die ganz großen Gefühle Liebe, Trauer, Sehnsucht, Hoffnung und Angst. Und Musik von Hildegard von Bingen, Monteverdi, Santiago de Murcia, Francesco d’Assisi.

Weitere Informationen


Abbildungsnachweis:
Header: Hirundo Maris mit Arianna Savall und Petter Udland Johansen

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Blog > Musik > Das Alte Werk 2016/17: Klingende Überraschun...

Mehr auf KulturPort.De

Giving Art a Face von Michael Knepper in der Galerie Kunstraum Hamburg
 Giving Art a Face von Michael Knepper in der Galerie Kunstraum Hamburg



Wie schreibt man eine Kunstkritik, wenn man mit dem Künstler seit Kindertagen befreundet ist? Vielleicht lieber gar nicht!? Gerade auch, weil sich die Kunst ein [ ... ]



Dimitri Monstein Ensemble: Landscape
 Dimitri Monstein Ensemble: Landscape



Das Schlagzeug als Solo-Instrument ist nicht unbedingt das, was man auf einer Jazz-Platte erwartet. Denn eigentlich ist es nichts selbstverständlicher, beweist  [ ... ]



Privattheatertage 2019: „Die Schulz-Story“. Oder wie „verzwerge“ ich mich selbst
 Privattheatertage 2019: „Die Schulz-Story“. Oder wie „verzwerge“ ich mich selbst



Keine andere Partei zelebriert die Selbstzerfleischung so exzessiv wie die SPD! Nun hat ein Kapitel Leidensgeschichte jüngster Zeit sogar Bühnenreife erlangt:  [ ... ]



„Sunset”. László Nemes’ Metaphorik des Abgrunds
 „Sunset”. László Nemes’ Metaphorik des Abgrunds



„Sunset” ist eine atemberaubende verstörende Vision, hinter deren unfassbar exquisiter Schönheit sich der Horror selbstzerstörerischer Zivilisationen verb [ ... ]



Focusyear Band: Open Paths
 Focusyear Band: Open Paths



Eigenartiger Name für eine Band! Ein fokussiertes Jahr – was hat es mit der zeitlichen Limitierung auf sich?
Focusyear ist ein einjähriges Programm für ein [ ... ]



Thomas Zoglauer: Ethische Konflikte zwischen Leben und Tod. Über entführte Flugzeuge und selbstfahrende Autos.
 Thomas Zoglauer: Ethische Konflikte zwischen Leben und Tod. Über entführte Flugzeuge und selbstfahrende Autos.



Manchmal findet sich der Mensch in Situationen wieder, in denen er sich gar nicht richtig verhalten kann – was auch immer er tut, er wird jemanden verletzen od [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.