Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 1256 Gäste online

Neue Kommentare

C.Müller zu Roots – Katja und Marielle Labèque zum Schleswig-Holstein Musik Festival in der Laeiszhalle: Erhalt des Kultursommers auf der Trabrennbahn Bah...
Marlies Lampert zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo liebe Hüsungianer,
ich bin ca. 1999...

SingulART zu Kunstmuseum Wolfsburg: This Was Tomorrow. Pop Art in Great Britain: Grossartige Ausstellung war das! Wir haben unsere...
tommy zu Ensemble Resonanz zu Gast bei NEW HAMBURG: gute sache, dass sie mal aus ihrem bunker rauskom...
Lena Baal zu Zum Tode von Peter Härtling: Peter Härtling war nicht nur ein großartiger Sc...

Anzeige


Meinung

mail aus riga - Nebels Welt XIII

Drucken
(242 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Mittwoch, den 09. Januar 2013 um 10:47 Uhr
mail aus riga - Nebels Welt XIII 4.5 out of 5 based on 242 votes.
mail aus riga - Nebels Welt XIII

Die letzten Wochen und Monate waren keine guten für die deutsche Zeitungslandschaft.
Erst geriet die FR (Frankfurter Rundschau) – nach Selbsteinschätzung die führende linksliberale Zeitung im Staate D. – in die Insolvenz; dann machte im Dezember die FTD (Financial Times Deutschland), ein mit vielen Preisen bedachtes Periodikum, dicht. Im Axel Springer Verlag geht der interne Konzentrationsprozess weiter.

DIE WELT liefert – wie auch schon bei der Berliner Morgenpost - die aufbereiteten überregionalen Nachrichten an das Hamburger Abendblatt, die wiederum die lokalen Nachrichten – wie auch die Berliner Morgenpost – an die jeweils regionale Ausgabe der Welt. Ein mit Argwohn beachtetes Modell, aber anscheinend erfolgreich. Axel Springer hat das beste Ergebnis seiner Geschichte erzielt. Nur – versucht man das Gleiche mit weniger Journalisten zu erreichen. Der Begriff „Schreibknecht“ verwandelt sich hier von einer ironischen Bezeichnung hin zu einer realen. Einen ähnlichen Versuch startete die Verlagsgruppe Dumont in Köln. Zu ihr gehören u.a. der Kölner Stadtanzeiger, Express Köln, die Berliner Zeitung (alle in den schwarzen Zahlen), die Hamburger Morgenpost (Ertragslage unbekannt) und eben die Frankfurter Rundschau.

Hier hatte man eine Zentralredaktion eingerichtet, die für alle Zeitungen dieser Gruppe die überregionalen Nachrichten aufbereiteten. Das spart natürlich auch (Personal)-kosten. Aber so richtig hat das wohl nicht geklappt; jede Zeitung hatte natürlich noch ihren eigenen Chefredakteur und da war wohl die Neigung nicht so groß, Nebels Welt sich zentral etwas vorgeben zu lassen. Lieber laboriert man an offensichtlichen Abgründen.

Man kann sich natürlich auf den Standpunkt zurückziehen und sagen, dass ist eben der Wettbewerb. Nur ist eine freie und pluralistisch aufgestellte Presse ein wesentlicher Bestandteil eines funktionierenden Gemeinwesens. Wenn man sich die Situation in USAmerika oder in Italien anschaut, sieht man, das auch in Demokratien Medien in die „falschen“ Hände geraten und für eigennützige Zwecke missbraucht werden können. Wenn das dann noch zu Monopolstrukturen führt – na dann freut Euch!
Das Problem sind die wegbrechenden bzw. sich anderes verteilenden Anzeigenerlöse.

Ihr Klaus Peter Nebel


Prof. Dipl.-Bibl. Prof. h.c. Klaus Peter Nebel ist Leiter des Studiengangs Kultur- und Medienmanagement an der Lettischen Kulturakademie in Riga/Lettland. Von 2007 - 2010 arbeite er als Professor für Marketing- und Unternehmenskommunikation an der UMC (University of Management and Communication), Berlin, Potsdam; In den Jahren 2007 und 2008 war er als Direktor der Konzernkommunikation der maxingvest AG, Hamburg tätig (Holding für Beiersdorf AG, Tchibo GmbH, tesa AG) und Leiter der Unternehmenskommunikation der Tchibo GmbH, Hamburg. Über 20 Jahre, von 1983 bis 2007 war er Leiter Presse & Public Relations der Beiersdorf AG in Hamburg.

Header-Foto:
Im Hintergrund: In vielen Redaktionen herrscht derzeit ein eisiges Klima.
(Eiszapfen an Rigaer Holzhaus) Foto: JD.

Copyright: mail aus riga | Latvijas Kulturas akademija
Anhänge:
Diese Datei herunterladen (mailausriga_110.pdf)mailausriga_110.pdf[mail aus riga - Ausgabe Januar 2012]891 Kb

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Kolumne > Meinung > mail aus riga - Nebels Welt XIII

Mehr auf KulturPort.De

Ein Blick in die Kindheit der Oper: Monteverdi – „Il Ritorno d’Ulisse in Patria“
 Ein Blick in die Kindheit der Oper: Monteverdi – „Il Ritorno d’Ulisse in Patria“



Nach seinen gefeierten Hamburger Inszenierungen „Salome“, „Pelléas et Mélisande“ und „Pique Dame“ kehrt Opernregisseur Willy Decker im Herbst an di [ ... ]



200 Jahre Kunstverein in Hamburg
 200 Jahre Kunstverein in Hamburg



„Just what is it that makes today’s Kunstverein so different? So appealing?” Nach Charity Auktion (14.9.) und Festakt im Rathaus (22.9.) klingen mit einer  [ ... ]



Fassadendemokratie und tiefer Staat. Das marktgetreue Grinsen
 Fassadendemokratie und tiefer Staat. Das marktgetreue Grinsen



Was denn? Das Volk sei unfähig, Politisches zu durchschauen oder gar mitzuregieren? Liest man dies im Buch „Fassadendemokratie“, dann ist man bass erstaunt, [ ... ]



„Tom of Finland” – Revolutionär schwuler Ästhetik
 „Tom of Finland” – Revolutionär schwuler Ästhetik



Er inspirierte Künstler wie Andy Warhol, Robert Mapplethorpe und die Village People, seine markanten erotischen Zeichnungen veränderten radikal das Selbstverst [ ... ]



Serenata Italiana – Raphaela Gromes und Julian Riem
 Serenata Italiana – Raphaela Gromes und Julian Riem



Gerade war sie noch beim Schleswig-Holstein-Musikfestival zu hören und debütierte – nun kommt zeitnah dazu ihr Debütalbum auf dem Markt. Gemeinsam mit Piani [ ... ]



Achim Freyer und sein „Parsifal“ in Hamburg: Viel Bühne, wenig Weihe, eine Menge Spiel
 Achim Freyer und sein „Parsifal“ in Hamburg: Viel Bühne, wenig Weihe, eine Menge Spiel



Es ist dunkel in der Hamburger Gralsburg, als Achim Freyer mit seiner „Parsifal“-Interpretation den Start in die neue Saison der Staatsoper zelebriert. Der 8 [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.