Zum Anfang

Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 838 Gäste online

Neue Kommentare

Friedrich von der Lange zu „Snowden” – Patriot oder Verräter? : Von keinem anderen, als von Ollie Stone hätte ic...
Hein Daddel zu „Alice und das Meer” – oder das Ende der Treue: Ein starker Film über eine starke Frau. Sehr gut...
Gerhard P. zu OKRA – Piano & Field Recordings: Wunderbar und spitzfindig geschrieben. Macht Spa...
Hans G. Gohlisch zu Chefredakteur von ZEIT ONLINE spricht über "Community Engagement und New Storytelling: Eigentlich habe ich einen Bericht über David Hoc...
adarompf@gmx.de zu „Mahana – Eine Maori-Saga”. Zwischen Tradition und Tyrannei : In allen Facetten genaue Beschreibung des Films, ...

Anzeige

Spezial - Lange Nacht der Museen Hamburg 2016

Spezial - Hamburger Architektur Sommer 2015


Klartext

Klartext: Dr. Ekkehard Nümann

Drucken
(157 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Geschrieben von Ekkehard Nümann  -  Donnerstag, den 01. März 2012 um 10:00 Uhr
Klartext: Dr. Ekkehard Nümann 4.6 out of 5 based on 157 votes.
Klartext

Über die desaströse finanzielle Lage der Hamburger Museen ist in den letzten zwei Jahren viel berichtet worden. Teilschließungen, unbesetzte Stellen, baulicher Verfall – oft fehlt es am nötigsten, um die Museumslandschaft der Stadt, die kulturelle Lunge unserer Gesellschaft, am Leben zu erhalten.
Wir haben uns beinahe daran gewöhnt, dass Ankäufe von Kunstwerken nur noch über Spenden finanziert werden können, weil es keinen Ankaufsetat mehr gibt. Der bauliche Zustand der Depots lässt höchst fraglich erscheinen, ob die Sammlungen angemessen für die Nachwelt erhalten werden, und Forschung betreiben die Häuser eigentlich nur noch, wenn Drittmittel z. B. von Stiftungen, Freundeskreisen oder Einrichtung wie der DFG, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, eingeworben werden können. Damit sind bereits drei der vier zentralen Aufgaben eines Museums akut gefährdet: Das Sammeln, das Bewahren und das Erforschen.

Besonders perfide ist es jedoch, dass durch die straffen Reglements der Museumsträger nun auch der vierte und zugleich einzige Aufgabenbereich, der den Museen zusätzliche Einnahmen bescheren könnte, behindert wird: das Ausstellungswesen. Hierzu muss man wissen, dass der Haushalt der Hamburger Museumsstiftungen erst genehmigt wird, wenn Ausstellungen beinahe durchfinanziert sind.

Wenn man bedenkt, dass die großen Projekte in diesem Bereich einen Vorlauf von mehreren Jahren haben, die Haushaltspläne jedoch frühestens im November eines Jahres für das Folgejahr beschlossen werden, bedeutet dies, dass die Verantwortlichen in den Museen ins Blaue hinein planen müssen. Sie können potentiellen Leihgebern, Partnern und Sponsoren weder verbindliche Zusagen machen, noch die erforderlichen Verträge abschließen, ohne mit einem Bein in der Illegalität zu stehen. Die Ausstellungen können vor ihrer Genehmigung weder bekannt gemacht noch beworben werden, was dazu führt, dass die mit langem Vorlauf planende Tourismusbranche die Programme unserer Museen oft aussparen muss zu Gunsten z. B. der allgegenwärtigen Musicals.
Wenn die Kulturverantwortlichen unserer Stadt diesen unseligen Kurs nicht rechtzeitig korrigieren, bleiben von unseren traditionsreichen stolzen Museen wie der Hamburger Kunsthalle oder dem Museum für Kunst und Gewerbe nur (sinn-) entleerte Hüllen und dem Verfall preisgegebene Kathedralen der Kultur.

Ihr Ekkehard Nümann


(Notar. Seit 1989 Vorsitzender des Vorstandes „Freunde der Kunsthalle e.V.“ in Hamburg. Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft der literarischen Gesellschaft in Berlin, langjähriges Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg, Vorstandsmitglied der Nesch-Gesellschaft und Vorsitzender der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung. Langjähriger Vorstandsvorsitzender der Ernst Barlach Gesellschaft und Gründer des Barlach Museums in Wedel. Außerdem Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Kinderhospiz Sternenbrücke sowie Präsident des „Bundesverbandes der Fördervereine deutscher Museen für bildende Kunst“, der über 76.000 Mitglieder aus über 50 Freundeskreisen vertritt. Ausgezeichnet durch den Senat der Freien und Hansestadt Hamburg mit der Senator-Biermann-Ratjen-Medaille.)

Hinweis: Die Inhalte von Klartext geben die Meinung der Autoren wieder. Diese muss nicht im Einklang mit der Meinung der Redaktion stehen.

Foto: Claus Friede

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Mehr auf KulturPort.De

Knauer, Safaian, Schumacher: Zeitloses Treiben in Bachs Notenmeer
 Knauer, Safaian, Schumacher: Zeitloses Treiben in Bachs Notenmeer



In der CD-Reihe „Neue Meister“ präsentieren Arash Safaian, Sebastian Knauer und Pascal Schumacher die Musik nach Motiven von Bach so, wie der Meiste [ ... ]



Reeperbahn Festival 2016: Auf der Suche nach der Kunst
 Reeperbahn Festival 2016: Auf der Suche nach der Kunst



Die Autorin dieses Beitrags ist begeisterte Reeperbahn Festival-Besucherin, schaut sich aber neben dem umfassenden Konzertangebot besonders gerne im „Arts& [ ... ]



Die Zauberflöte in Hamburg: Herzattacke in der Staatsoper
 Die Zauberflöte in Hamburg: Herzattacke in der Staatsoper



Radikal entschlackt, mit großen Lichtvorhängen ins Computerzeitalter gebeamt, lässt Regisseurin Jette Steckel die Neuinszenierung von Mozarts Opernhit „ [ ... ]



„Snowden” – Patriot oder Verräter?
 „Snowden” – Patriot oder Verräter?



Das Schlachtfeld heißt Cyberspace, und für US-Regisseur Oliver Stone ist sein Protagonist ein Widerstandskämpfer mit Vorbildfunktion. Ziviler Ung [ ... ]



Ars apodemica – Foto-Text-Reisen mit Boris von Brauchitsch
 Ars apodemica – Foto-Text-Reisen mit Boris von Brauchitsch



„Manchmal fotografiert man die Welt, um sie und sich selbst besser verstehen zu können, eignet sich Dinge durch Abbilder an, um sie sich zu gegebener Zeit [ ... ]



Saisonstart mit philharmonischem Glück und symphonischem Tiefgang
 Saisonstart mit philharmonischem Glück und symphonischem Tiefgang



Die Hamburger Philharmoniker mit Kent Nagano punkten bei ihrer Saisoneröffnung mit Brahms’ Erster. Die Symphoniker Hamburg holen mit Thomas Adè [ ... ]



Weitere aktuelle Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live