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Klartext Babette Peters: Ein Jahr designxport

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Dienstag, den 16. Juni 2015 um 09:06 Uhr
Klartext Babette Peters: Ein Jahr designxport 4.3 out of 5 based on 108 votes.
Klartext designxport

Es begann mit einer politischen Affäre.
Nach der Hamburger Bürgerschaftswahl im September 2001 wurde ein Mann, den die Hamburger Boulevardpresse „Richter Gnadenlos“ nannte, zum Zweiten Bürgermeister und Innensenator der Freien und Hansestadt Hamburg berufen. Bis zu seiner Entlassung aus diesen Ämtern durch Hamburgs damaligen Ersten Bürgermeister Ole von Beust knapp zwei Jahre später, fällte er zwei folgenreiche Design-Entscheidungen: Er beauftragte den Designer Luigi Colani mit dem Entwurf neuer blauer Uniformen für Hamburgs Polizei und er setzte sich pressewirksam dafür ein, die damalige Design-Beauftragte (die Autorin) „abzuschaffen“. Letzteres wurde von Ole von Beust verhindert, führte jedoch dazu, dass der damalige Beirat der städtischen Initiative „hamburgunddesign°“ befand: Jetzt erst recht!

Die Initiative „hamburgunddesign°“ hatte seit 1995 das Ziel, den Designstandort Hamburg zu fördern. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund ihres politisch angedrohten Aus gründeten die Mitglieder des Beirats von „hamburgunddesign°“ Alexander Raab, Andreas Heller, Peter Martin Schöning, Günther van Ravenzwaay, Jörg Willich, Prof. Peter Wippermann und ich den designxport e.V. und entwickelten das erste Konzept für einen permanenten Präsentationsort aktuellen Designs in Hamburg. 12 Jahre und hunderte Stunden ehrenamtlicher Arbeit der Mitglieder des zwischenzeitlich um Claudia Fischer-Appelt und Christian Schüten ergänzten designxport e.V., Aktenordner füllende Vermerke und Vereinbarungen und unzählige Verhandlungen des Mietvertrags später war es dann endlich soweit: Hamburgs neuer Ort für Design designxport öffnete am 3. Juli 2014 in der HafenCity seine Türen.

designxport foto claus friede

Seitdem hat designxport 13 Ausstellungen gezeigt, u.a. mit Arbeiten renommierter Hamburger Designbüros wie Mutabor, Rocket & Wink, Typeholics, Rolf Heide oder Stephen Williams Associates. In dem Ausstellungsraum haben wir darüber hinaus bisher 15 Veranstaltungen durchgeführt, wie z.B. den „Design Pressure Cooker“, einen Workshop mit Unternehmen und Designbüros aus den Niederlanden und Hamburg, die regelmäßige Reihe der „design/short/cuts“ mit 3-minütigen Kurzpräsentationen neuer Hamburger Design- und Innovationsprojekte, Lectures und Diskussionen u.a. zu Themen wie Universal Design und Gender und Design. Und noch einmal genauso viele Veranstaltungen haben wir gemeinsam mit Partnern realisiert, z.B. mit der Hamburg Tourismus GmbH, der Heinrich Böll-Stiftung, den Unternehmen Desso und Zumtobel, dem Hamburger Abendblatt, der Hamburg Kreativ Gesellschaft und dem Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes.

desgnxport foto claus friede 2

Im ersten Jahr hatten die Veranstaltungen, die Research Lounge mit Präsenzbibliothek, Magazin- und Materialsammlung, der Design-Shop und der Kiosk von designxport mehr als 7.500 Besucher. Das wollen wir feiern!
Auf den Tag genau ein Jahr nach seiner Eröffnung lädt designxport deshalb zu einer Konferenz ein mit dem Titel THE SPACE TO MAKE THINGS BETTER. Wie befördern Designer als Berater, Produktentwickler, Forscher, Akteure und Kommunikatoren soziale, ökologische und ethische Verantwortung und Nachhaltigkeit? Wie und mit wem arbeiten sie gemeinsam an Projekten und Lösungen, die unseren Alltag sinnvoller gestalten? Auf der Konferenz referieren und diskutieren Florian Pfeffer (one/one communication//Amsterdam), Eric Pfromm (BFGF Design Studios//Hamburg), Sascha Peters (Haute Innovation//Berlin), Stefan Vidal (Georg-August-Universität//Göttingen), Edouard van Diem (Permakultur-Campus//Hamburg), Annett Borg (Fashion Revolution//Berlin) und Bernd Kniess (HafenCity Universität//Hamburg). Welcome!


Konferenz THE SPACE TO MAKE THINGS BETTER
3. Juli 2015 17 bis 21 Uhr // anschließend Live-Musik, Drinks + Snacks
designxport // Elbarkaden // Hongkongstrasse 8 // 20457 Hamburg
designxport.de

designxport wird gefördert von der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg.

Babette Peters promovierte in Kunstgeschichte an der Universität Hamburg, war viele Jahre journalistisch tätig, publizierte mehrere Bücher zu Kunst, Kultur und Küche und leitete die Öffentlichkeitsarbeit u.a. für das Hospizprojekt Hamburg Leuchtfeuer. Sie war Lehrbeauftragte an der Leuphana Universität Lüneburg, der Akademie Mode & Design Hamburg (AMD) und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Von 1999 bis 2013 leitete sie die Initiative „hamburgunddesign“ zur Förderung des Designstandortes Hamburg, initiierte das Designzentrum designxport und ist seit 2014 Geschäftsführerin der designxport GmbH.


Hinweis: Die Inhalte von "Klartext" geben die Meinung der jeweiligen Autoren wieder. Diese muss nicht im Einklang mit der Meinung der Redaktion stehen.


Abbildungsnachweis:
Alle Fotos: Claus Friede

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avatar Peter Schmidt
+1
 
 
Zum Thema Design in Hamburg:

DIE WELT 28.5.2010
Design aus Hamburg (Zu: "Ein Look, zwei Welten. Apple und das Erbe des Dieter Rams"; WELT vom 21.5.)
Dass Dieter Rams an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg lehrte, ist in dieser Stadt leider nicht umfänglich wahrgenommen worden. Carl Vogel, der ehemalige und verstorbene Präsident, hat diesen Umstand mir gegenüber als schmerzlich empfunden. Rams war schon damals das Sinnbild des Industrial Designs, dessen Pionierstellung Deutschland an Japan verloren hatte. Die Freie und Hansestadt begriff nicht, welche Ikone das Lerchenfeld mit Rams besaß, der nun in den Feuilletons der Zeitungen groß gefeiert wird. Die Reminiszenz auf diesen Künstler in der Frankfurter Ausstellung "Less and More" ist sehr erfreulich. Eine, wenn auch späte, Erinnerung hätte Hamburg auch gut zu Gesicht gestanden.

Peter Schmidt, Vorsitzender der Lichtwark-Gesellschaft, Wedel
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