Zum Anfang

Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 1158 Gäste online

Neue Kommentare

Olivgrüner, harter Mann zu „Frantz” – Oder die tiefere Wahrheit der Lüge: Lubitsch? Na klar, das Szenario kam mir doch glei...
Friedrich von der Lange zu „Snowden” – Patriot oder Verräter? : Von keinem anderen, als von Ollie Stone hätte ic...
Hein Daddel zu „Alice und das Meer” – oder das Ende der Treue: Ein starker Film über eine starke Frau. Sehr gut...
Gerhard P. zu OKRA – Piano & Field Recordings: Wunderbar und spitzfindig geschrieben. Macht Spa...
Hans G. Gohlisch zu Chefredakteur von ZEIT ONLINE spricht über "Community Engagement und New Storytelling: Eigentlich habe ich einen Bericht über David Hoc...

Anzeige

Spezial - Lange Nacht der Museen Hamburg 2016

Spezial - Hamburger Architektur Sommer 2015


CDs JazzMe

Olivier Le Goas: Reciprocity

Drucken
(118 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Geschrieben von Claus Friede  -  Freitag, den 19. August 2016 um 10:12 Uhr
Olivier Le Goas: Reciprocity 4.7 out of 5 based on 118 votes.
Olivier Le Goas Reciprocity

Eine ganz starke Besetzung.
Mit Kevin Hays am Piano, Nir Felder an der Gitarre und Phil Donkin am Kontrabass spielt sich Schlagzeuger Olivier Le Goas in die Wechselseitigkeit der Musikeinflüsse und seiner Musiker.

Es ist eines dieser Jazzalben, die man einfach lieben muss, weil es so zielgenau auf den Punkt gebracht wurde. Die Präzision der Kompositionen von Le Goas, die warmen Klänge, die Freiheiten auf dem musikalischen Gerüst seiner Partner, stehen für die grundsätzliche Haltung des Franzosen. Diverse musikalische Genre-Elemente zeugen von Reife. Le Goas hat in unzählig vielen verschiedenen Formationen gespielt. Als er 1995 in Kanada auf Kenny Wheeler trift, ist das wie eine Offenbarung und die Verbundenheit zieht sich durch sein späteres Werk.
„Reciprocity“ – was man mit Gegenseitigleit oder Wechselseitigkeit übersetzen kann – ist eben auch künstlerisches Programm. Le Goas spielt sich nicht in den Vordergrund, er interagiert auf Augenhöhe. Dass er sämtliche Kompositionen auf dem Album zu verantworten hat wird dadurch fast zu einer Randnotiz.

Olivier Le Goas Reciprocity CoverGefüllt wird die Sphäre gemeinsam
Zugegeben, ich bin zudem seit langem Fan von Nir Felder, dem New Yorker Gitarristen – der lange in Deutschland unbekannt war – und gleich bei „Corners“, dem ersten Stück der CD zeigt, was er kann und anschließend bei „Main Street“, gemeinsam mit Kevin Hays und Le Goas excellente Führungsaufgaben übernimmt. Der elektronische Gitarren-Sound hat bei Felder immer etwas paradoxes. Sein Klang ist einerseits geprägt von liquider Indifferenz, andererseits von großer Präzison im Ablauf der Notation. Das wird gerade im Zusammenspiel mit Hays deutlich, dessen Pianoanschläge klar und eindeutig sind. Die Taktparallelität bei „Curves and Colors“ kennt Konsequenz und Beirrbarkeit zugleich. Das Schlagzeug agiert mal Takt-unterstützend, mal verliert es den gemeinsamen Rhythmus aus den Augen. „Day Home“ ist in der Tat ein freier Tag, ruhig und entspannt, das Leben genießend.
Mit „Call“ kehrt zunächst eine gelassene Spannung zurück, bis wir wieder ins trubelige Leben abberufen werden und den gewohnten Dingen folgen. Es ist wie ein Uhrwerk, dessem Lauf wir uns nicht entziehen können und das „nimm uns mit“ aussagt.
„Cécile“ ist Hommage – mindestens an den weiblichen Vornamen – und darüberhinaus selbstbewußte Freiheit. Hier zeigen die Musiker ihr ganzes Können, begegenen sich, verlassen sich, individualieren sich und sind doch gemeinsam unterwegs.
Schließlich kehrt im letzten Stück „Evision“ (welche Bedeutung hier auch immer gemeint sein mag) der Gleichklang zurück, bevor sich das Quartett in immer wiederkehrenden Reimen verabschiedet. Fast minimalistisch.

Olivier Le Goas: Reciprocity
Olivier Le Goas (drums) Kevin Hays (piano), Nir Felder (guitar) und Phil Donkin (doublebass)
Label: Neuklang, Bauer Studios
Vertrieb: Edel
NCD4139
VÖ: 2.9.2016


Abbildungsdnachweis:
Header: Olivier Le Goas. Foto: Sophie Le Roux
CD-Cover
alt

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Mehr auf KulturPort.De

Macy Gray: Stripped
 Macy Gray: Stripped



Endlich! Ein Fan von R&B-Sternchen Macy Gray und ihrer wunderbar rauchigen Stimme bin ich seit dem ersten Album. Leider präsentierte die Ex-Backup-S&au [ ... ]



„Frantz” – Oder die tiefere Wahrheit der Lüge
 „Frantz” – Oder die tiefere Wahrheit der Lüge



In seinem elegischen Nachkriegs-Epos inszeniert Regisseur François Ozon die schmerzhafte Verstrickung von Trauer, Träumen, Schuld und Liebe als deuts [ ... ]



Knauer, Safaian, Schumacher: Zeitloses Treiben in Bachs Notenmeer
 Knauer, Safaian, Schumacher: Zeitloses Treiben in Bachs Notenmeer



In der CD-Reihe „Neue Meister“ präsentieren Arash Safaian, Sebastian Knauer und Pascal Schumacher die Musik nach Motiven von Bach so, wie der Meiste [ ... ]



Reeperbahn Festival 2016: Auf der Suche nach der Kunst
 Reeperbahn Festival 2016: Auf der Suche nach der Kunst



Die Autorin dieses Beitrags ist begeisterte Reeperbahn Festival-Besucherin, schaut sich aber neben dem umfassenden Konzertangebot besonders gerne im „Arts& [ ... ]



Die Zauberflöte in Hamburg: Herzattacke in der Staatsoper
 Die Zauberflöte in Hamburg: Herzattacke in der Staatsoper



Radikal entschlackt, mit großen Lichtvorhängen ins Computerzeitalter gebeamt, lässt Regisseurin Jette Steckel die Neuinszenierung von Mozarts Opernhit „ [ ... ]



„Snowden” – Patriot oder Verräter?
 „Snowden” – Patriot oder Verräter?



Das Schlachtfeld heißt Cyberspace, und für US-Regisseur Oliver Stone ist sein Protagonist ein Widerstandskämpfer mit Vorbildfunktion. Ziviler Ung [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.