Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 492 Gäste online

Neue Kommentare

Lena Baal zu La Fura dels Baus: Die ‚Schöpfung’ in der Elbphilharmonie – tonbrillant, aber bildideenschwach: Wieder einige Fragen an den Autor dieser Zeilen, ...
Herby Neubacher zu La Fura dels Baus: Die ‚Schöpfung’ in der Elbphilharmonie – tonbrillant, aber bildideenschwach: Tja die Koelner - immer vorneweg. Hier in Vietnam...
Dr. Hans Jürgen von Lengerke, Hannover zu Urvashi Butalia, Emily Nasrallah und Irina Scherbakowa erhalten Goethe-Medaille: Ich würde gern an der Veranstaltung am 28. Augus...
Lena Baal zu Max Merseny: „World Traveller“: Das hört sich so spannend, groovig und "lecker" ...
Lothar zu La Fura dels Baus: Die ‚Schöpfung’ in der Elbphilharmonie – tonbrillant, aber bildideenschwach: Ich finde den (Antwort-)Kommentar ziemlich dämli...

Anzeige

Spezial - Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Spezial - Hamburger Architektur Sommer 2015


CDs JazzMe

Anke Helfrich Trio: Dedication

Drucken
(227 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Donnerstag, den 31. Dezember 2015 um 10:58 Uhr
Anke Helfrich Trio: Dedication 4.8 out of 5 based on 227 votes.
Anke Helfrich Trio  Dedication

Ein Piano plaudert, eine Trompete stimmt ein – wer nur ein lässig-entspanntes, cooles neues Album von Anke Helfrich erwartet, den wird „Dedication“ überfordern. Denn die neue Scheibe der deutschen Pianistin bietet vor allem Energie und Spirit plus eindrucksstarke Inhalte. Und ist alles andere als leichtes Hintergrund-Geplätscher für den Couch-Abend.

Gleich zu Beginn punktet die Musikerin und Komponistin mit einem Gedicht von William Ernest Henley. „Invictus“ inspirierte Nelson Mandela während seiner langen Haft, gab ihm Kraft. Aus ihrer Kindheit in Namibia fühlt Helfrich offenbar eine tiefe Verbundenheit mit dem südafrikanischen Anti-Apartheid-Kämpfer. In ihrem Stück verbindet sie Worte (gesprochen von Ardie Walz) und Töne zu einem starken Ensemble.

Ein Auftakt, der viel verspricht. Aber Anke Helfrich liefert auch. Mit ihrem Gast Tim Hagans an der Trompete fügt sie Eigenkompositionen wie Stücke von Herbie Hancock und Thelonious Monk in flirrende, energiegeladene Klanggebilde. Manches toppt sie mit frischen bis skurrilen Melodiebögen, garniert mit feinen Rhythmus-Fantasien, präsentiert modern, stark und elegant. Faszinierend. Und alles andere als belanglos.

Cover Anke Helfrich Trio: DedicationDer Höhepunkt der Silberscheibe ist eine zwölfminütige Interpretation der Rede von Martin Luther King jr. „I have a dream“. Man hört die Rede – und jede Menge Jazz darin: Helfrich hat die Sprachmelodie des amerikanischen Bürgerrechtlers in Töne übersetzt, seine Intentionen auch musikalisch erfühlt und transkribiert in Notenfolgen fürs Piano und die anderen Instrumente. Blues und Jazz waren King eine Freude – und bei Helfrich klingt es, als hätte er irgendwie auch Musikalisches bei seiner berühmten Rede im Sinn gehabt. Als würde er singen und die Kraft seiner Worte so multiplizieren… Die Pianistin und Komponistin gibt ihm mit ihrer Fassung die Chance, folgt seinen Tonhöhen, reiht rhythmische Sequenzen aneinander und gibt den Inhalten Klang und enorme Tiefe. Für mich ein neues Erlebnis, ungewohnt, stark.

Was ebenfalls haften bleibt, ist die Hommage an die Familie. „Sagrada Familia“ ist keine Heiligsprechung der Menschen, die sie umgeben. Es ist Emotion, verpackt in eine facettenreiche Komposition. Auch Freunde bekommen eine Widmung, jede kongenial unterstützt von Hagan. Hier kommt der CD-Titel „Dedication“ zum Tragen, zum Klingen.

Anke Helfrich wird nicht umsonst auf europäischen Bühnen als eine der besten Jazz-Vertreterinnen Deutschlands gefeiert. Wer sich erinnert: Vor einigen Jahren hieß es auf einer ihrer CDs „Better days ahead“. Das klang wie ein Versprechen nach noch mehr, noch Besserem, noch Modernerem. Mit dieser CD löst sie das ein. Anregend und kraftvoll, gleichzeitig funkelnd und geschliffen wie ein Mondstein finde ich die Scheibe. Nur eben nix für den Nebenbei-Konsum. Aber leichtes Jazz-Geplänkel hat von Anke Helfrich ja sowieso keiner erwartet.

Anke Helfrich Trio: Dedication
Anke Helfrich, piano, fender rhodes, harmonium
feat. Tim Hagans, trumpet, flugelhorn
guest: Ardie Walser: voice
Martin Wind, bass
Jonas Burgwinkel, drums
Label: enja records/Soulfoods
Videos
Making of: Dedication
Anke Helfrich im Interview mit Sarah Seidel in der KulturPort.De-Lounge beim Elbjazz Festival 2012


JazzMe - In Kooperation mit Christoph Forsthoff, Sabine Meinert, Sven Sorgenfrey und Willy Theobald. Weitere CD-Kritiken, Interviews und Informationen aus der Welt des Jazz unter AboutJazz.


Abbildungsnachweis:
Header: Anke Helfrich. Foto: Wibke Helfrich

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Kolumne > CDs JazzMe > Anke Helfrich Trio: Dedication

Mehr auf KulturPort.De

Von Hopper bis Rothko. Amerikas Weg in die Moderne – Ein Rundgang durch die Ausstellung
 Von Hopper bis Rothko. Amerikas Weg in die Moderne – Ein Rundgang durch die Ausstellung



Amerikaner erobern Potsdam! Nach der spektakulären Impressionismus-Ausstellung nun der Blick über den großen Teich nach Nord-Amerika: Das Museum Barberini am  [ ... ]



„Axolotl Overkill”. Dialektik eines Enfant Terrible
 „Axolotl Overkill”. Dialektik eines Enfant Terrible



Verweigerung als Selbststimmung: „Axolotl Overkill” ist das hinreißend provokante Porträt einer 16-Jährigen zwischen Realität un [ ... ]



Das Ravenna-Festival. Himmel und Hölle an der Adria
 Das Ravenna-Festival. Himmel und Hölle an der Adria



Das Leben das Universum und der ganze Rest: Nein, ganz so viel wie Douglas Adams berühmter Sience-Fiction-Klassiker „Per Anhalter durch die Galaxis&l [ ... ]



Gurre-Lieder in der Elbphilharmonie: Zu wenig Vertrauen in die leisen Töne
 Gurre-Lieder in der Elbphilharmonie: Zu wenig Vertrauen in die leisen Töne



Noch ein Anlauf, Repertoire-Riesen zu bezwingen. Und diesmal, für Arnold Schönbergs „Gurre-Lieder“, stand Kent Nagano wieder genesen selbst am Pult [ ... ]



Pascal Schumacher, Maxime Delpierre: Drops & Points
 Pascal Schumacher, Maxime Delpierre: Drops & Points



Keine Linie in Sicht – weit und breit. Dafür Tropfen, Punkte, Flecken, Tupfen und Blasen.
„Drops & Points“ heißt das neue Album des Luxembu [ ... ]



Hip-Hop White Trash Geheimtipp: Snak the Ripper im Harburger Stellwerk
 Hip-Hop White Trash Geheimtipp: Snak the Ripper im Harburger Stellwerk



Confessio: Die Autorin dieses Artikels ist bekennender Hip-Hop-Fan und liebt die Geschichte, Lässigkeit, den „Swag“, den „Style“, den Mo [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.