Zum Anfang

Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 517 Gäste online

Neue Kommentare

Friedrich von der Lange zu „Snowden” – Patriot oder Verräter? : Von keinem anderen, als von Ollie Stone hätte ic...
Hein Daddel zu „Alice und das Meer” – oder das Ende der Treue: Ein starker Film über eine starke Frau. Sehr gut...
Gerhard P. zu OKRA – Piano & Field Recordings: Wunderbar und spitzfindig geschrieben. Macht Spa...
Hans G. Gohlisch zu Chefredakteur von ZEIT ONLINE spricht über "Community Engagement und New Storytelling: Eigentlich habe ich einen Bericht über David Hoc...
adarompf@gmx.de zu „Mahana – Eine Maori-Saga”. Zwischen Tradition und Tyrannei : In allen Facetten genaue Beschreibung des Films, ...

Anzeige

Spezial - Lange Nacht der Museen Hamburg 2016

Spezial - Hamburger Architektur Sommer 2015


CDs JazzMe

Diana Krall: Wallflower

Drucken
(197 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Geschrieben von Sabine Meinert  -  Freitag, den 20. März 2015 um 17:52 Uhr
Diana Krall: Wallflower 4.8 out of 5 based on 197 votes.
Diana Krall: Wallflower

Wallflower – Mauerblümchen. Das wäre ganz sicher nicht die erste Beschreibung, die mir zu Diana Krall eingefallen wäre. Und die Songs ihres neuen Albums?
Irgendwie auch nicht so recht. Sie kommen nach einer Lungenentzündung Kralls Monate später als geplant heraus, müssen sich aber in ihrem poppigen Gewand keinesfalls Mauerblümchen-like verstecken: “California dreaming”, “I can`t tell you why”, “Sorry seems to be the hardest word”… – Bekanntes aus Funk und Fernsehen, wenn auch großenteils schon 30, 40 Jahre alt.

Wallflower CoverWas Krall in zwölf Titeln rauchig und angenehm zurückhaltend anklingen lässt, sind keine krachigen oder ultra-modernen Versionen ihrer Kindheits- und Jugenderinnerungen. Vielmehr ist jedes Stück ein vorsichtiges Tasten zurück bis in die 60er und 70er. Dabei wird manches erst auf den zweiten Blick oder dritten Ton erkennbar. Kralls dunkle Stimme gibt aber den Titeln Echtheit und Klarheit. Und was aus den Boxen kommt, überzeugt in stiller Kraft. Auch wenn manchmal ein klitzekleines Prickeln im ruhigen Sound gut täte – aber ich will nicht meckern.
Denn Krall schafft es, eine andere Zeit wiederzubeleben, ohne nostalgisch zu werden. Eine Zeit, als auf Hinterhöfen tatsächlich noch Mauerblümchen ihre Köpfe durch steinerne Ritzen drückten und als Accessoire weitaus beliebter waren als Baggypants und Nasenring. Die Stimmung des Albums ist dennoch nicht wehmütig, eher erdig, freundlich, warm. Michael Bublé tut da gern sein Scherflein dazu – “Alone again”. Bryan Adams, der im 80er-Duett “Feels like home” auftaucht, passt da auch gut rein. Ebenso wie der Titel “Don`t dream its over” aus den 90ern.

Nein, ein Mauerblümchen ist Frau Krall gewiss nicht. Wird sie wohl auch nie werden. Ihre CD ist auch kein bescheiden zurücktretendes CD-hen. Eher ein klingendes Fotoalbum dieser Zeit. Eines, das man gern hervorholt, ohne das Damals wiederhaben zu wollen. Und auch wenn die von ihr präsentierten Titel sicher keine Epoche-prägenden Knaller-Neuauflagen sind – einen relaxten, schönen Nachmittag mit ein paar echten Highlights bescheren sie auf jeden Fall. Die von Krall ausgewählten Titel sind markant genug, um Erinnerungen zu wecken, um Gedanken in Fluss zu bringen, um ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Alles in allem: Reduziert, in sich stimmig, jazzig nur in Ansätzen. Beflügelt durch die ruhige, rauchige Stimme von Diana Krall, ihr Piano und ein wenig Begleitung.

Diana Krall: Wallflower
Verve Forecast (Universal)
EAN 602547018618

Hörprobe
Video - Diana Krall - Wallflower (Session Off TV)

JazzMe - In Kooperation mit Christoph Forsthoff, Sabine Meinert, Sven Sorgenfrey und Willy Theobald. Weitere CD-Kritiken, Interviews und Informationen aus der Welt des Jazz unter AboutJazz.


Abbildungsnachweis:
Header: PR/Bryan Adams (jawohl, DER Bryan Adams)
CD-Cover

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Mehr auf KulturPort.De

„Frantz” – Oder die tiefere Wahrheit der Lüge
 „Frantz” – Oder die tiefere Wahrheit der Lüge



In seinem elegischen Nachkriegs-Epos inszeniert Regisseur François Ozon die schmerzhafte Verstrickung von Trauer, Träumen, Schuld und Liebe als deuts [ ... ]



Knauer, Safaian, Schumacher: Zeitloses Treiben in Bachs Notenmeer
 Knauer, Safaian, Schumacher: Zeitloses Treiben in Bachs Notenmeer



In der CD-Reihe „Neue Meister“ präsentieren Arash Safaian, Sebastian Knauer und Pascal Schumacher die Musik nach Motiven von Bach so, wie der Meiste [ ... ]



Reeperbahn Festival 2016: Auf der Suche nach der Kunst
 Reeperbahn Festival 2016: Auf der Suche nach der Kunst



Die Autorin dieses Beitrags ist begeisterte Reeperbahn Festival-Besucherin, schaut sich aber neben dem umfassenden Konzertangebot besonders gerne im „Arts& [ ... ]



Die Zauberflöte in Hamburg: Herzattacke in der Staatsoper
 Die Zauberflöte in Hamburg: Herzattacke in der Staatsoper



Radikal entschlackt, mit großen Lichtvorhängen ins Computerzeitalter gebeamt, lässt Regisseurin Jette Steckel die Neuinszenierung von Mozarts Opernhit „ [ ... ]



„Snowden” – Patriot oder Verräter?
 „Snowden” – Patriot oder Verräter?



Das Schlachtfeld heißt Cyberspace, und für US-Regisseur Oliver Stone ist sein Protagonist ein Widerstandskämpfer mit Vorbildfunktion. Ziviler Ung [ ... ]



Ars apodemica – Foto-Text-Reisen mit Boris von Brauchitsch
 Ars apodemica – Foto-Text-Reisen mit Boris von Brauchitsch



„Manchmal fotografiert man die Welt, um sie und sich selbst besser verstehen zu können, eignet sich Dinge durch Abbilder an, um sie sich zu gegebener Zeit [ ... ]



Weitere aktuelle Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.