Zum Anfang

Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 715 Gäste online

Neue Kommentare

Olivgrüner, harter Mann zu „Frantz” – Oder die tiefere Wahrheit der Lüge: Lubitsch? Na klar, das Szenario kam mir doch glei...
Friedrich von der Lange zu „Snowden” – Patriot oder Verräter? : Von keinem anderen, als von Ollie Stone hätte ic...
Hein Daddel zu „Alice und das Meer” – oder das Ende der Treue: Ein starker Film über eine starke Frau. Sehr gut...
Gerhard P. zu OKRA – Piano & Field Recordings: Wunderbar und spitzfindig geschrieben. Macht Spa...
Hans G. Gohlisch zu Chefredakteur von ZEIT ONLINE spricht über "Community Engagement und New Storytelling: Eigentlich habe ich einen Bericht über David Hoc...

Anzeige

Spezial - Lange Nacht der Museen Hamburg 2016

Spezial - Hamburger Architektur Sommer 2015


CDs JazzMe

Maria Baptist - Self-Portrait

Drucken
Geschrieben von Christoph Forsthoff  -  Mittwoch, den 24. September 2014 um 14:23 Uhr
Maria Baptist - Self-Portrait

Riskant, solch ein musikalisches Selbst-Portrait. Natürlich gibt jeder (wahre) Künstler mit seinem Werk ein Stück seiner Seele preis, doch wer gleich einem ganzen Album den Titel „Self-Portrait“ verpasst, der weckt beim Zuhörer nicht nur Neugier, sondern auch Erwartungen. An eine vielfältige Musiker-Persönlichkeit und eine ganz eigene Note, an Erkundungen, ja Offenbarungen des musikalischen Ichs – gerade im Jazz.

Wenn Maria Baptist nun also ihr angestammtes Klaviertrio verlässt und solch einen pianistischen Seelen-Striptease hinlegt, lässt dies aufhorchen: Wie mag es wohl aussehen hinter dem unprätentiösen Äußeren der Berlinerin? Wie tief lässt sie uns in ihr Inneres blicken? Und vor allem: Was verbirgt sich dort an künstlerischer Kreativität und Einfallsreichtum?

Maria Baptist - Self-PortraitUm es kurz zu machen: Ich habe mich schlicht verliebt in dieses Selbstportrait. In ihre unendliche, oft traumversunken melancholisch gefärbte Leichtigkeit des Tasten-Seins, in einen schier endlosen Strom von Liebe und Traurigkeit, Sehnsucht und Zerbrechlichkeit, der ihren Stücken entspringt. In ihre emotional-romantischen wie lyrischen oder rhythmisch-vitalen Klang-Schöpfungen, deren freien Spiel mit dem Material die Pianistin zwar Grenzen setzt, doch deren impressionistische Farben und Sinnlichkeit einfach betören. Melodische Motive, Klangwolken, Akkorde und Rhythmen verwandeln sich da in bisweilen magische Zitate eines Lebens – ihres Lebens, das poetische Schönheit ebenso kennt wie wunderbar schlichte melodiöse Hingabe.

Dabei erfindet sie das Genre keineswegs neu, fügt mal einen Hauch von Blues und Klassik, mal ein eingängiges Popballaden-Thema oder auch Folk-Anleihen unter ihre Musik. Doch wie Maria Baptist aus diesem Allgemeingut etwas ganz Persönliches formt, jeder dieser Stimmungs-Miniaturen ein ganz eigenes Timbre verleiht und auf den Tasten ihrer Phantasie einen freien Lauf lässt, der weit über die schlichte Dreiklangsharmonik hinausgeht: Das macht aus Songs wie „Roof Garden“ oder „Blue Hour“ wahre Kleinode. Und so wünsche ich mir insgeheim, diese Kleinode mögen mir in ihrer bisweilen entrückten Intimität bald einmal in einem Konzert begegnen – ganz allein, nur mit dieser Seelenzauberin am Flügel.


Label: Maria Baptist Music/Soulfoud
Bestellnummer: 5860760

Video mit Ereläuterungen der Künstlerin
Hörproben


Abbildungsnachweis:
Headerfoto: Anna Baptist
CD-Cover

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Mehr auf KulturPort.De

Macy Gray: Stripped
 Macy Gray: Stripped



Endlich! Ein Fan von R&B-Sternchen Macy Gray und ihrer wunderbar rauchigen Stimme bin ich seit dem ersten Album. Leider präsentierte die Ex-Backup-S&au [ ... ]



„Frantz” – Oder die tiefere Wahrheit der Lüge
 „Frantz” – Oder die tiefere Wahrheit der Lüge



In seinem elegischen Nachkriegs-Epos inszeniert Regisseur François Ozon die schmerzhafte Verstrickung von Trauer, Träumen, Schuld und Liebe als deuts [ ... ]



Knauer, Safaian, Schumacher: Zeitloses Treiben in Bachs Notenmeer
 Knauer, Safaian, Schumacher: Zeitloses Treiben in Bachs Notenmeer



In der CD-Reihe „Neue Meister“ präsentieren Arash Safaian, Sebastian Knauer und Pascal Schumacher die Musik nach Motiven von Bach so, wie der Meiste [ ... ]



Reeperbahn Festival 2016: Auf der Suche nach der Kunst
 Reeperbahn Festival 2016: Auf der Suche nach der Kunst



Die Autorin dieses Beitrags ist begeisterte Reeperbahn Festival-Besucherin, schaut sich aber neben dem umfassenden Konzertangebot besonders gerne im „Arts& [ ... ]



Die Zauberflöte in Hamburg: Herzattacke in der Staatsoper
 Die Zauberflöte in Hamburg: Herzattacke in der Staatsoper



Radikal entschlackt, mit großen Lichtvorhängen ins Computerzeitalter gebeamt, lässt Regisseurin Jette Steckel die Neuinszenierung von Mozarts Opernhit „ [ ... ]



„Snowden” – Patriot oder Verräter?
 „Snowden” – Patriot oder Verräter?



Das Schlachtfeld heißt Cyberspace, und für US-Regisseur Oliver Stone ist sein Protagonist ein Widerstandskämpfer mit Vorbildfunktion. Ziviler Ung [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.