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Wie Theodor Fontane den Norden erlebte

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Geschrieben von Horst Schinzel  -  Freitag, den 30. Oktober 2015 um 15:52 Uhr
Wie Theodor Fontane den Norden erlebte 3.3 out of 5 based on 53 votes.
Theodor Fontane Denkmal

Der Journalist, Lyriker und Feuilletonist Theodor Fontane (1819-1898) ist heute weitgehend vergessen. Gerade einmal seine „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ werden – meist aus touristischen Gründen – noch gelegentlich zitiert.
Besonders vergessen ist, dass der Kriegsberichterstatter Fontane überaus kundig über die Schlachtfelder der Schleswig-Holsteinischen Kriege zur Mitte des 19. Jahrhunderts geschrieben hat. Berichte, die die Grundlage des hier anzuzeigenden Buches waren.

Theodor Fontane: Mein Skandinavisches BuchWährend und nach dem 2. Schleswigschen Krieg 1864 hat Fontane Jütland und Seeland bereist und darüber in verschiedenen Tageszeitungen kundig berichtet. Diese Artikel hat er gesammelt für ein künftiges Buch über Skandinavien. Dazu ist er freilich nie gekommen. Die schön eingebundene Artikel-Sammlung war Teil seines Nachlasses. Über eine Veröffentlichung hat der Sohn Friedrich nachgedacht, ohne dass es dazu gekommen wäre. Grundsätzlich sind die jetzt in Buchform vorliegenden Beiträge nicht neu, sondern sind schon zu Lebzeiten Fontanes an verschiedensten Stellen veröffentlicht worden.
Der Herausgeber Christian Andree hat dieses Manuskript – wie viele andere – 1964 antiquarisch erworben. Seine umfangreiche Fontane-Sammlung befindet sich heute im Besitz des Fontane-Archivs in Potsdam. Das vorliegende „Mein skandinavisches Buch“ war bereits 2004 zur Veröffentlichung vorgesehen. Trotz eines schon damals in Aussicht gestellten Druckkostenzuschusses der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein ist es erst im Herbst 2015 zur Veröffentlichung gekommen.

Fontane hat Kopenhagen und Roskilde während des Waffenstillstandes und nach dem Sieg bei Düppel und der Eroberung der Insel Alsen besucht. Verständlicherweise waren dort zu dieser Zeit Deutsche nicht sehr willkommen und die Neigung, Deutsch zu sprechen, nicht sehr groß. Das mag zu der sehr distanzierten Meinung des Schriftstellers über die Dänen beigetragen haben. Auffallend ist jedoch, dass er bei einem späteren Besuch Jütlands, für dessen Menschen sehr viel sympathischere Gefühle entwickelt hat. Wertvoll und einzigartig ist an seinen Analysen und Beschreibungen, dass er den damaligen Zustand sowohl Kopenhagens und Roskildes sowie der Region Jütland bis in den Norden zum Limfjord als dokumenmtarische Zeitbilder uns erhalten hat.

Theodor Fontane: Mein Skandinavisches Buch – Reisen durch Dänemark, Jütland und Schleswig, Wiederentdeckt von Christian Andree,
Hildesheim 2015
Georg Olms-Verlag


Abbildungsnachweis:
Header-Foto: Fontane-Denkmal in Neuruppin, Stadt Neuruppin.
Buchumschlag

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avatar Salomon Hoischmey
+1
 
 
Dieser Artikel ist unsinnig. Fontane ist nicht vergessen, seine Schriften, und nicht nur die Wanderungen, gehören heute zu den am meisten rezpierten literarischen Werken der deutschen Literatur. Noch größerer Unsinn ist die Edition, die Olms als Neuentdeckung vermarktet. Der Verlag sollte es eigentlich wissen, aber noch mehr sollte doch dem Herausgeber bekannt sein, dass bereits 2004 in Mühlau eine Ausgabe mit dem Titel '"Mein skandinavisches Buch" erschienen ist, die genau dieselbe Neuentdeckung bereits präsentiert, die er selbst herausgebracht, eingeleitet und mit einem Nachwort versehen hat. Fontane hätte wohl dazu gesagt: "Was soll der Unsinn".
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