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Zuversicht und Einsatz für die Pressefreiheit

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Donnerstag, den 18. Mai 2017 um 17:50 Uhr
Die älteste internationale Organisation für Pressefreiheit, das International Press Institute (IPI), hat heute seinen diesjährigen Weltkongress feierlich im Hamburger Rathaus eröffnet. Rund 300 Chefredakteure, Herausgeber und Journalisten aus aller Welt diskutieren auf dem IPI-Weltkongress angesichts des grassierenden Autoritarismus Chancen und Wege medialer Erneuerung.

Der Kongress forderte die Freilassung der in der Türkei inhaftierten Journalisten wie Deniz Yücel und Kadri Gürsel, dessen Ehefrau Nazire Gürsel anwesend war. Zudem wurden der „World Press Freedom Hero Award“ und der „Free Media Pioneer Award“ verliehen, mit dem das IPI besondere Leistungen im Einsatz für die Freiheit der Presse ehrt. 
 
Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz betonte in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung der freien Presse für Demokratien: „In Diktaturen ist die Presse ein Akklamations- und Propaganda-Apparat. Für Autokraten gibt es nur Gleichgesinnte oder Feinde. Die Einschränkung der Pressefreiheit und der Arbeitsbedingungen von Journalisten sind deshalb immer Indikatoren für eine Abkehr von demokratischer Regierungsführung.“ Nachdrücklich schloss sich Scholz der Forderung gegenüber der türkischen Regierung an, endlich den Journalisten Deniz Yücel freizulassen – wie auch alle anderen unrechtmäßig inhaftierten Journalistinnen und Journalisten.
 
Mit Blick auf die aktuelle Diskussion um gezielte Desinformationen in westlichen Medien forderte Scholz eine noch stärker an Fakten ausgerichtete Berichterstattung. „Fakten zu recherchieren ist teuer und anstrengend. Aber darin liegt die große Leistung der Journalisten.“
 
John Yearwood, IPI-Vorsitzender: „Der IPI World Congress ist eines der wichtigsten Treffen weltweit zu den Themen Pressefreiheit und Zukunft des Journalismus – und keine Stadt wäre besser als Gastgeberin geeignet als Hamburg, die Medienhauptstadt Deutschlands. Wir freuen uns sehr, dass sich so viele der führenden Medienexperten der Welt in Hamburg eingefunden haben, um sich mit den dringlichsten Herausforderungen für die unabhängige journalistische Tätigkeit im digitalen Zeitalter zu befassen und zu erörtern, wie die Presse auch weiterhin ihre entscheidende Rolle bei der Versorgung der Öffentlichkeit mit Informationen und der Aufrechterhaltung der demokratischen Gesellschaft wahrnehmen kann. Wir werden uns nicht nur mit den enormen Herausforderungen befassen, die vor uns liegen, sondern auch mit den besonderen Chancen, die sich bieten. Das IPI weiß das Engagement der Stadt Hamburg für die Konferenz zutiefst zu schätzen, und wir möchten unseren zahlreichen Unterstützern und Partnern unseren besonderen Dank aussprechen, unter ihnen viele der größten und einflussreichsten Verlage Deutschlands.“
 
Prof. Dr. Carl-Eugen Eberle, Vorsitzender des deutschen IPI-Komitees: „Wenn Fake News und Filterblasen in den Sozialen Medien den Takt für die öffentliche Meinungsbildung vorgeben und Social Bots Meinungs-Mainstream vorgaukeln, dann gilt es, die klassischen Medien in Stellung zu bringen. Wir müssen alles tun, um ihre Glaubwürdigkeit zu verteidigen und sie als unabhängige Stützen des demokratischen Systems und des gesellschaftlichen Zusammenhalts zu stärken. Hierzu erwarte ich mir Antworten auf dem IPI World Congress Hamburg 2017.“
 
Im Rahmen der Feierlichkeiten wurden auch zwei Preise verliehen. Der äthiopische Journalist und Blogger Eskinder Nega sitzt seit 2011 in Haft. Nach seiner Kritik an dem Missbrauch von Anti-Terror-Gesetzen durch die Regierung wurde er zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt. IPI verlieh ihm für seinen Mut den „World Press Freedom Hero Award“, den in Deutschland bislang der SPIEGEL-Gründer Rudolf Augstein erhalten hat. Ausgezeichnet wurde zudem das „Afghan Journalists Safety Committee“ (AJSC). Die Organisation unterstützt Journalisten des Landes in Sicherheitsfragen, etwa mit aktuellen Gefahrenhinweisen oder Verhaltenstrainings. Das AJSC erhielt für seine Arbeit den „Free Media Pioneer Award“.
 
Das in Wien ansässige IPI ist ein 1950 gegründetes globales Netzwerk von Herausgebern, Medienunternehmen und führenden Journalisten, das sich der Förderung und Verteidigung der Pressefreiheit, der Unterstützung des freien Nachrichtenflusses, sowie der Verbesserung journalistischer Standards verschrieben hat.
 
Quelle:  Behörde für Kultur und Medien

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