Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 1006 Gäste online

Neue Kommentare

Dr. Seán Ó Riain, Irische Botschaft, Wien zu Hamburg vergibt Förderpreise für Literatur und literarische Übersetzungen 2017: Ich gratuliere recht herzlich Frau Gabriele Haefs...
Herby Neubacher zu Weihnachtsoratorium vom Ensemble Resonanz: Frohlocken unter Freunden: Die Geschmacklosigkeit schreckt wirklich heute vo...
Sabine Carbon zu „Karl Marx, Das Kapital“. Eine Hommage im Museum der Arbeit: Bei zu viel Text hilft vielleicht unser Kinderbuc...
Sabine Albrecht zu Neues Angebot der Kunstmeile Hamburg: Der 3-Tage-Kunstmeilenpass: Guten Tag,
ich suche nach einer Erklärun...

B.F.Schwarze zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo, Frau Lampert,
leider gibt es nicht ...

Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Hamburger Architektur Sommer 2015


Theater - Tanz

„momentum mobile“ – Der Mythos des Sisyphos am Ernst Deutsch Theater in Hamburg

Drucken
(149 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Montag, den 05. Mai 2014 um 08:44 Uhr
„momentum mobile“ – Der Mythos des Sisyphos am Ernst Deutsch Theater in Hamburg 4.7 out of 5 based on 149 votes.
momentum mobile – Der Mythos des Sisyphos am Ernst Deutsch Theater in Hamburg

Was ist mein Stein? Theatrales Philosophieren mit dem rebellischen Proletarier der Götter
Glück ist das Thema. Nichts Geringeres. Mit der Frage nach Glück befasst sich die aktuelle Spielzeit des Ernst Deutsch Theaters – und mit dem erstaunlichsten glücklichen Menschen befasst sich eine Produktion der plattform-Bühne: mit Sisyphos.
Sisyphos' Stein rollt wieder und wieder den Berg hinunter. Sisyphos steigt hinab und wälzt ihn wieder hinauf in dem Wissen, dass es unendlich so weiter gehen wird. So wollen es die Götter als Strafe dafür, dass er dem Reiz der Erde nicht widerstehen wollte und sich weit mehr Lebenszeit genommen hat, als ihm zugedacht war. Es gibt für Sisyphos also kein Ziel mehr, es gibt nur noch die Phasen von Stein oder Nicht-Stein.

Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen
Warum nur ist Sisyphos glücklich? war die allererste Forschungsfrage für die Produktion „momentum mobile“. Sechs Monate lang haben sich die sieben Darsteller um Spielleiter Christian Gefert mit Albert Camus' Text auseinander gesetzt. Mit der Methode des theatralen Philosophierens haben sie ihn sich denkend und spielend erschlossen. Sie haben den Text mit ihren Erfahrungen durchmessen und haben ihre Haltungen anhand des Textes befragt. Sie haben Körperbilder entwickelt. Sie haben den Text von 1942 in einen heutigen lebensweltlichen Bezug gesetzt.

Die meisten von uns arbeiten für die Butter auf dem Brot, für Urlaub, Auto, Haus oder für die nächste Karrieresprosse. Schüler lernen für die Note. Die große Universitätsreform optimiert Studiengänge für das Berufsleben. Kinder sollen mit pädagogisch wertvollem Spielzeug spielen – nicht für Spaß, sondern für „Skills“. Das Ziel unserer Zeit ist das Ziel. Mit welchen Menschen pflegen Sie den Kontakt nur, weil sie Ihnen nützen?


Worin bestünde tatsächlich seine Strafe, wenn ihm bei jedem Schritt die Hoffnung auf Erfolg neue Kraft gäbe?
Die Verbindung von Absurdität und Glück ist bei Camus zwangsläufig. Und im heutigen Alltag? Vor den Hintergründen Absurdität, Glück, Alltag haben sich in der Produktion Fragen ergeben wie: Wie sinnvoll ist politisches Engagement? Ist es vielleicht ohne Ideologie erst sinnvoll? Wie sehr sollten wir unsere Biografie vom zielhaften Sinn bestimmen lassen? Camus propagiert das Jetzt als ausschließliches Moment der Realität und entgegnet es dem Sinn als Bewegung in die Zukunft. Der daraus folgenden extremen Gegenwärtigkeit haben sich die Darsteller (alle in den Zwanzigern) gestellt. Wohin komme ich, wenn ich weggehe vom Zieldenken?

Das ist der Preis für die Leidenschaften dieser Welt
Das Thema ist ewig modern, die Methode des theatralen Philosophierens eine Chance für Theater und Philosophie. In der Wiege Antike lagen Theater und Philosophie dicht an dicht. Und bis heute sind beide geeignet, die grundlegenden Fragen von Menschheit und Gemeinschaft zu verhandeln. Das mag abgedroschen klingen. Doch es ist notwendig! Einen Zweck im Getriebe zu erfüllen, ist einfach. Doch das bedeutet noch lange nicht, Mensch zu sein. Gehen Theater und Philosophie heute Hand in Hand können sie vieles bewegen: philosophische Texte werden vollziehbar. Derlei Arbeit mit ihnen gesteht Darstellern wie – einige Schritte später – Publikum zu, sich einzubringen in ihre Fragen. Es geht um mehr als Inhalte verstehen und nach-denken. Es geht um fortlaufende Partizipation.

Darin besteht die verborgene Freude des Sisyphos. Sein Schicksal gehört ihm. Sein Fels ist seine Sache
Dementsprechend gehört zu einer Aufführung eines Projekts theatralen Philosophierens auch unbedingt das anschließende Gespräch. Die Produktion endet nicht mit der Premiere und auch nicht nach der Aufführung. Hier beginnt nämlich ein neuer Prozess, in dem sich Zuschauer und Darsteller wieder von neuem mit Thema und Text und ihrer Gegenwart beschäftigen können.
Sisyphos setzt sich neu auseinander mit der Haltung zu seinem Schicksal. Es gelingt ihm, seine Haltung zu verändern. Den Stein aber muss er immer noch rollen.


momentum mobile - Der Mythos des Sisyphos
Theatrales Philosophieren
Am 7. und 9. Mai, jeweils um 19 Uhr
Zu sehen im Ernst Deutsch Theater, Friedrich-Schütter-Platz 1, in 22087 Hamburg auf der plattform-Bühne

Leitung: Dr. Christian Gefert
Assistenz: Helena Bennett
Ausstattung: Svea Schiemann

Eintritt: 10,- / ermäßigt 5,-


Karten unter Telefon: (040) 2270 1420
der per Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. 
oder Fax: (040) 2270 1425


Fotonachweis: Alle © Fabian Hammerl

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Theater & Tanz > „momentum mobile“ – Der Mythos des Sisy...

Mehr auf KulturPort.De

Dschungelbuch für Kinder – ganz eng am Original
 Dschungelbuch für Kinder – ganz eng am Original



Das Hamburger Theater für Kinder im Allee Theater, das in dieser Spielzeit seinen 50. Geburtstag feiert, bezaubert mit einer fantastischen Version des „Dschun [ ... ]



„Detroit” – Kathryn Bigelows Blick zurück im Zorn
 „Detroit” – Kathryn Bigelows Blick zurück im Zorn



Furioser Politthriller als Chronik staatlich autorisierter Gewalt.
Detroit, 25. Juli 1967. Hinter der Bühne des legendären Fox-Theatres fiebern Leadsinger Lar [ ... ]



Kopf-Hörer 18
 Kopf-Hörer 18



Alexander M. Wagner ist 22 Jahre jung. Er brilliert bei TYXart mit Tschaikowskys b-Moll-Klavierkonzert und präsentiert seine eigene zweite Symphonie. Außerdem  [ ... ]



Andreas Brandhorst: „Das Erwachen“ – Maschinenintelligenz außer Kontrolle
 Andreas Brandhorst: „Das Erwachen“ – Maschinenintelligenz außer Kontrolle



Dieser Thriller hat es in sich. „Das Erwachen“ bestätigt all unsere Ängste und Befürchtungen: Maschinenintelligenz (MI) bemächtigt sich der Künstlichen  [ ... ]



All Johr Wedder – Schöne Bescherungen im Ohnsorg Theater
 All Johr Wedder – Schöne Bescherungen im Ohnsorg Theater



Oje, du Fröhliche! Das Ohnsorg Theater stimmt mit „All Johr wedder“, der plattdeutschen Fassung von Alan Ayckbourns „Schöne Bescherungen“, auf die Weih [ ... ]



add art 2017 – von der Wirkung von Kunst in Unternehmen
 add art 2017 – von der Wirkung von Kunst in Unternehmen



Seit dem Jahr 2013 findet die „add art“ in Hamburg statt und seit jenem Jahr nehmen unterschiedliche Unternehmen der Hansestadt daran teil, ihre Türen für  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.