Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 1027 Gäste online

Neue Kommentare

Giselheid Otto zu Dialog über Grenzen: Kunst aus Ost und West – Die Sammlung Riese: Lieber Herr Riese,
ich bin Michaelas Freun...

Willem van Rensenbrink zu „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri”. Oder die Heimat des Zorns: Danke für den Tipp. Ein klarer Oscar-Kandidat!...
h. pöhls zu James Rosenquist. Eintauchen ins Bild – vom Plakatmaler zur Pop-Art-Ikone: war genauso beeindruckt. Gut beschrieben....
Gerd Kruse zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo Frau Lampert,
ich war durch meine He...

Herby Neubacher zu Elbphilharmonie: Das perfekte Buch zum Bau: Absolut richtig. Ich habe das gabnze Drama Elbphi...

Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Hamburger Architektur Sommer 2015


Theater - Tanz

Phantom der Oper - antiquiertes, seelenloses Ausstattungstheater

Drucken
(150 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Freitag, den 29. November 2013 um 12:40 Uhr
Phantom der Oper - antiquiertes, seelenloses Ausstattungstheater 4.6 out of 5 based on 150 votes.
Phantom der Oper - antiquiertes, seelenloses Ausstattungstheater

Wer die Deutschlandpremiere des „Phantoms der Oper“ 1990 sah, dem kam der Empfang zum „Comebacks des Jahres“ vertraut vor: Demonstranten und Polizei vor dem Eingang zur Neuen Flora.
Diesmal aber kein Protest gegen das Theater, sondern dafür: Die Belegschaft der Show sei im Vergleich zu damals auf die Hälfte geschrumpft – so schimpften Mitarbeiter. Insbesondere die Musiker hätten zu leiden. Stimmt: Andrew Lloyd Webber orchestrierte das Musical neu und dampfte es auf nunmehr 14 Musiker ein. Der Klang wirkt dadurch zwar weniger raumgreifend, dafür aber eine Spur eleganter.

Soweit man so etwas bei einer Medienpremiere überhaupt beurteilen kann. Die Veranstalter sind zwar froh, damit auf einen Schlag Medienvertreter aller Art abspeisen zu können, doch aus Sicht der Journalisten haben sie den Nachteil, den fieberhaften Kraftakt der Schauspieler und Musiker, sowie die Reaktion des Publikums bei der „echten Premiere“ gar nicht mitzubekommen. Nun, das Fachpublikum nahm die Wiederaufnahme mit viel Beifall auf. Von enthusiastischem Jubel konnte allerdings keine Rede sein. Wie auch. Andrew Lloyd Webbers düster bombastischer Spuk um den verfluchten „Engel der Musik“ und seine Muse Christine in der Pariser Oper zur Zeit der Belle Epoque hat in den vergangenen 23 Jahren höchstens an antiquarischem Wert gewonnen. Die Inszenierung ist im Wesentlichen unverändert und bleibt, was sie immer war: Ein perfekt seelenloses Ausstattungstheater mit grandiosen Kostümen und Kulissen, das an dräuend schwerem Prunk, Pomp und Plüsch keine Wünsche offen lässt.

Allerdings fragt man sich, warum es Direktor Harold Price in den vergangenen 20 Jahren nicht geschafft hat, ein Phantom zu rekrutieren, das seine Rolle musikalisch ausfüllt. Mathias Edenborn überzeugt schauspielerisch durchaus als tragisch entstelltes Maskenmonster, sein Tenor allerdings verblasst gegen den warmen Sopran von Valerie Link, die ihrer Christine Daaé eine bezaubernde Jungmädchenhaftigkeit verleiht. Höhen und leise lyrische Partien schafft Edenborn nur noch gepresst, mitunter scheint er regelrecht zu wispern. Es wäre schön, das Phantom mal von einem erstklassigen Operntenor zu hören.

Christines Verlobter Raoul (Nicky Wuchinger) ist ein wunderbar leidenschaftlicher Liebhaber, sein Tenor jedoch klingt mitunter flach und klein. Durch die Bank sind die Frauen dieser Produktion sehr viel stärker bei Stimme, allen voran Rachel Anne Moore als hinreißend zickige Primadonna assoluta, gefolgt von Michaela Christi als streng mysteriöse Ballettchefin Madame Giry.
Bleibt noch der Tonnen schwere Kronleuchter zu erwähnen, der einst zum Schrecken des Publikums auf die Bühne nieder rauschte. Heute gleitet er nur noch sanft hinab. Enttäuschend – aber vielleicht trügt auch die Erinnerung.


"Phantom der Oper"
STAGE THEATER NEUE FLORA
Stresemannstr. 163, 22769 Hamburg
Vorstellungszeiten:
Dienstag, Mittwoch 18:30 Uhr
Donnerstag, Freitag 20:00 Uhr
Samstag 15:00 Uhr & 20:00 Uhr
Sonntag 14:00 Uhr & 19:00 Uhr
Weitere Informationen

Fotonachweis: Logo Musical Das Phantom der Oper © Stage Holding

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Theater & Tanz > Phantom der Oper - antiquiertes, seelenloses ...

Mehr auf KulturPort.De

Dresden übertrumpft Bayreuth: Thielemanns „Ring“ der großen, zarten Gefühle
 Dresden übertrumpft Bayreuth: Thielemanns „Ring“ der großen, zarten Gefühle



So kurzweilig, so fesselnd erklang Wagners „Ring des Nibelungen“ lange nicht mehr wie kürzlich in Dresden mit Christian Thielemann und der Sächsischen Staa [ ... ]



„Shape of Water – Das Flüstern des Wassers”. Oder die Monster des Guillermo del Toro
 „Shape of Water – Das Flüstern des Wassers”. Oder die Monster des Guillermo del Toro



Betörender Genre-Mix aus Märchen, Musical, Spionagethriller, Liebesgeschichte, Neo Noir. Guillermo del Toro verändert nachhaltig den magischen Kosmos von ‚L [ ... ]



Karl Schmidt-Rottluff: expressiv, magisch, fremd
 Karl Schmidt-Rottluff: expressiv, magisch, fremd



Gut Ding will Weile haben, heißt es. Manchmal erstaunlich lange Weile: Zum ersten Mal untersucht eine Ausstellung den Einfluss außereuropäischer Kunst auf das [ ... ]



„Alles Geld der Welt”. Die Kapitalismuskritik des Ridley Scott
 „Alles Geld der Welt”. Die Kapitalismuskritik des Ridley Scott



Elegantes Kidnapping-Drama als Psychogramm menschlicher Gier.
Rom, Juli 1973. „Bambino” nennen ihn die Prostituierten vom Piazza Farnese ironisch-mitleidig, [ ... ]



Machen sie mich schön, Madame d’Ora
 Machen sie mich schön, Madame d’Ora



Sie setzte mit großer Leidenschaft die schönen Dinge des Lebens in Szene: Die Mode. Die Kunst. Die feine Gesellschaft im Wien der K.u.k.-Monarchie und später  [ ... ]



Uri Korea – Ruhe in Beschleunigung
 Uri Korea – Ruhe in Beschleunigung



In den vergangenen Monaten machte Korea oft Schlagzeilen, aber immer war es Nordkorea, verbunden mit den Drohgebärden seines atomraketenverliebten Staatschefs K [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.