Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 852 Gäste online

Neue Kommentare

B.F.Schwarze zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo, Frau Lampert,
leider gibt es nicht ...

Angela zu „The Square”. Oder das Zeitalter des Misstrauens: Oh, dann Danke für den Lang-Spoiler - da muss ja...
Eva-Maria Reinders zu Opernstars auf der Leinwand – die Met-Saison im Kino: 14.10.17
ich habe schon mehrere Aufführun...

Constanze Rüttger zu Film Festival Cologne 2017: Einiges Bekanntes, einiges Brandneues: Ich habe bereits alle 6 Folgen von 'Broken' mit S...
Tim of Fonland zu „Tom of Finland” – Revolutionär schwuler Ästhetik: Ich habe geweint, dann gelacht und zum Ende wiede...

Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Hamburger Architektur Sommer 2015


Theater - Tanz

Phantom der Oper - antiquiertes, seelenloses Ausstattungstheater

Drucken
(150 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Freitag, den 29. November 2013 um 13:40 Uhr
Phantom der Oper - antiquiertes, seelenloses Ausstattungstheater 4.6 out of 5 based on 150 votes.
Phantom der Oper - antiquiertes, seelenloses Ausstattungstheater

Wer die Deutschlandpremiere des „Phantoms der Oper“ 1990 sah, dem kam der Empfang zum „Comebacks des Jahres“ vertraut vor: Demonstranten und Polizei vor dem Eingang zur Neuen Flora.
Diesmal aber kein Protest gegen das Theater, sondern dafür: Die Belegschaft der Show sei im Vergleich zu damals auf die Hälfte geschrumpft – so schimpften Mitarbeiter. Insbesondere die Musiker hätten zu leiden. Stimmt: Andrew Lloyd Webber orchestrierte das Musical neu und dampfte es auf nunmehr 14 Musiker ein. Der Klang wirkt dadurch zwar weniger raumgreifend, dafür aber eine Spur eleganter.

Soweit man so etwas bei einer Medienpremiere überhaupt beurteilen kann. Die Veranstalter sind zwar froh, damit auf einen Schlag Medienvertreter aller Art abspeisen zu können, doch aus Sicht der Journalisten haben sie den Nachteil, den fieberhaften Kraftakt der Schauspieler und Musiker, sowie die Reaktion des Publikums bei der „echten Premiere“ gar nicht mitzubekommen. Nun, das Fachpublikum nahm die Wiederaufnahme mit viel Beifall auf. Von enthusiastischem Jubel konnte allerdings keine Rede sein. Wie auch. Andrew Lloyd Webbers düster bombastischer Spuk um den verfluchten „Engel der Musik“ und seine Muse Christine in der Pariser Oper zur Zeit der Belle Epoque hat in den vergangenen 23 Jahren höchstens an antiquarischem Wert gewonnen. Die Inszenierung ist im Wesentlichen unverändert und bleibt, was sie immer war: Ein perfekt seelenloses Ausstattungstheater mit grandiosen Kostümen und Kulissen, das an dräuend schwerem Prunk, Pomp und Plüsch keine Wünsche offen lässt.

Allerdings fragt man sich, warum es Direktor Harold Price in den vergangenen 20 Jahren nicht geschafft hat, ein Phantom zu rekrutieren, das seine Rolle musikalisch ausfüllt. Mathias Edenborn überzeugt schauspielerisch durchaus als tragisch entstelltes Maskenmonster, sein Tenor allerdings verblasst gegen den warmen Sopran von Valerie Link, die ihrer Christine Daaé eine bezaubernde Jungmädchenhaftigkeit verleiht. Höhen und leise lyrische Partien schafft Edenborn nur noch gepresst, mitunter scheint er regelrecht zu wispern. Es wäre schön, das Phantom mal von einem erstklassigen Operntenor zu hören.

Christines Verlobter Raoul (Nicky Wuchinger) ist ein wunderbar leidenschaftlicher Liebhaber, sein Tenor jedoch klingt mitunter flach und klein. Durch die Bank sind die Frauen dieser Produktion sehr viel stärker bei Stimme, allen voran Rachel Anne Moore als hinreißend zickige Primadonna assoluta, gefolgt von Michaela Christi als streng mysteriöse Ballettchefin Madame Giry.
Bleibt noch der Tonnen schwere Kronleuchter zu erwähnen, der einst zum Schrecken des Publikums auf die Bühne nieder rauschte. Heute gleitet er nur noch sanft hinab. Enttäuschend – aber vielleicht trügt auch die Erinnerung.


"Phantom der Oper"
STAGE THEATER NEUE FLORA
Stresemannstr. 163, 22769 Hamburg
Vorstellungszeiten:
Dienstag, Mittwoch 18:30 Uhr
Donnerstag, Freitag 20:00 Uhr
Samstag 15:00 Uhr & 20:00 Uhr
Sonntag 14:00 Uhr & 19:00 Uhr
Weitere Informationen

Fotonachweis: Logo Musical Das Phantom der Oper © Stage Holding

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Theater & Tanz > Phantom der Oper - antiquiertes, seelenloses ...

Mehr auf KulturPort.De

Matthias Schriefl mit Shreefpunk plus Bigband: Europa
 Matthias Schriefl mit Shreefpunk plus Bigband: Europa



Das Thema „Europa“ mit einem Wiener Schnitzel zu beginnen und dann auch noch mit einem schlecht schmeckenden, ist allein schon Punk. Shreefpunk ist aber wede [ ... ]



Kopf-Hörer 17 – Sammlung im Herbst
 Kopf-Hörer 17 – Sammlung im Herbst



Ein erstaunliches, packendes Violin-Debüt von Noa Wildschut, melancholische Pavanen für Gambe, Laute und Emma Kirkby, frappierende 600 Jahre junge Neutöner mi [ ... ]



Neues Zentrum für zeitgenössische Kunst im Baltikum
 Neues Zentrum für zeitgenössische Kunst im Baltikum



2021 wird in Riga das erste Museum für Gegenwartskunst in Lettland und somit ein neues Zentrum für zeitgenössische Kunst im Baltikum eröffnet. Als ehemalige  [ ... ]



Das ist Hamburg! 10. Spielzeit im Hansa-Theater: Magie, Charme, Eleganz
 Das ist Hamburg! 10. Spielzeit im Hansa-Theater: Magie, Charme, Eleganz



Man musste wirklich zwei Mal hinsehen, um sie zu erkennen: Als Bob-Marley-Verschnitte, mit langen, schwarzen Dreadlocks, grün-gelb-rot gestreiften Mützen und r [ ... ]



Hudson (Jack DeJohnette, Larry Grenadier, John Medeski, John Scofield): Hudson
 Hudson (Jack DeJohnette, Larry Grenadier, John Medeski, John Scofield): Hudson



Unter dem Bandnamen „Hudson” haben sich mit Jack DeJohnette, Larry Grenadier, John Medeski und John Scofield vier großmächtige Jazzmusiker zusammengetan, d [ ... ]



„The Square”. Oder das Zeitalter des Misstrauens
 „The Square”. Oder das Zeitalter des Misstrauens



Ein Museum ist der perfekte Tatort, doch in Ruben Östlunds Film „The Square” steht weniger der Kulturbetrieb als Jahrmarkt der Eitelkeiten am Pranger sonder [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.