Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 2108 Gäste online

Neue Kommentare

tommy zu Ensemble Resonanz zu Gast bei NEW HAMBURG: gute sache, dass sie mal aus ihrem bunker rauskom...
Lena Baal zu Zum Tode von Peter Härtling: Peter Härtling war nicht nur ein großartiger Sc...
Elisabeth Warken zu Gurre-Lieder in der Elbphilharmonie: Zu wenig Vertrauen in die leisen Töne: Die Kritik zu den Sängern kann ich nicht ganz ve...
Lothar zu „Axolotl Overkill”. Dialektik eines Enfant Terrible: Zugegeben ... ich fand das Buch recht grauenvoll,...
Lena Baal zu La Fura dels Baus: Die ‚Schöpfung’ in der Elbphilharmonie – tonbrillant, aber bildideenschwach: Wieder einige Fragen an den Autor dieser Zeilen, ...

Anzeige

Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Hamburger Architektur Sommer 2015


Theater - Tanz

Havana Nights – ein Stück Karibik in Hamburg

Drucken
(94 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Mittwoch, den 25. November 2015 um 13:23 Uhr
Havana Nights – ein Stück Karibik in Hamburg 3.9 out of 5 based on 94 votes.
Havana Nights – ein Stück Karibik in Hamburg

Die Lage ist nicht ideal, das aufgeblasene „Grandezza“-Palastzelt hat wenig Charme und die Songs kommen zur Hälfte vom Band. Die 36 mitreißenden Artisten, Tänzer und Musiker aus Kuba lassen die Mängel jedoch vergessen: Die Show „Havana Nights“ auf der Trabrennbahn in Bahrenfeld präsentiert sich als ein gelungener Mix aus karibischer Lebens- und Gaumenfreude, Tanzbesessenheit und Spitzenakrobatik. Genau das richtige, um dem Hamburger Schmuddelwetter zu entkommen und das innere Thermometer für ein paar Stunden auf Sommer einzustellen.

Man fragt sich wirklich, was sich die Veranstalter, die Agenda Production Gesellschaft für Kultur- und Event-Management aus Berlin, dabei gedacht haben: Da steht eine veritable, sechsköpfige kubanische Combo auf der Empore einer Malecón-Kulisse; zwei heißblütige Frauen, gut bei Stimme, vier solide Musiker, einer von ihnen ein Spitzen-Trompeter - und dann ertönen immer wieder irgendwelche Hits vom Band. Nicht etwa in der Pause, sondern während der Show. Wie unnötig! Das verpasste der Atmosphäre dieses Abends, dem speziellen Vergnügen, hier lateinamerikanischen Künstlern zu begegnen, die das erste Mal überhaupt in Europa auftreten, einen kräftigen Dämpfer.

Schwamm drüber! Inhalt dieser Show ist Tanz gepaart mit Akrobatik - und auf diesem Gebiet übersteigen die Solisten der Havana Queens Show Company alle Erwartungen. Die Truppe tanzt wirklich mitreißend, versprüht eine Fröhlichkeit und Lebenslust, das einem ganz warm ums Herz wird. Während die feurigen Damen mit jeder Menge Salsa und Sexappeal punkten, führen ihre coolen Companeros mit schwindelerregenden Spins und Schrittkombinationen aus Hip Hop, House und Breakdance vor Augen, wie gut sich lateinamerikanische Rhythmen und Urban Dance verbinden lassen.

Die Story, der rote Faden der Show, ist dabei so banal, dass man sie kaum erwähnen mag: Luca, ein charmant-naiver junger Tourist aus Italien, lässt sich von den schönen Straßenmädchen in Havana beklauen, fliegt ohne Moneten hochkant aus einem Club, turnt vor Verzweiflung an einer sechs Meter hohen Stange umher und erhält zum Happy End von den begeisterten, heimlich zusehenden Einheimischen seine Sachen zurück.

Dieser Luca turnt wie ein Affe, lässt sich fallen und stoppt unmittelbar vor dem Boden. Ganz großartig macht er das und wahrscheinlich ist auch er ein Mitglied des Circo National de Cuba, deren Artisten hier wahrhaft Atemberaubendes bieten. Damit sind noch nicht die beiden bezaubernden Trapezkünstlerinnen gemeint, die ungesichert in einem kreisenden Ring hoch über den Köpfen der Zuschauer herumturnen. Die Sensation dieser Show ist eine Gruppe von Luftakrobaten, die sich auf einem klapprigen, schrottreifen Sprungbrett, das der deutsche TÜF sofort aus dem Verkehr ziehen würde, durch den Raum katapultieren, um auf menschlichen Pyramiden zu landen. Als ob das nicht genug wäre, vollführen sie ihre mörderischen Salti, zweifach geschraubt, vorwärts und rückwärts, auch noch auf einer Art elastischem Schwebebalken, der auf den Schultern zweier Artisten ruht.(Die kräftigen Kerle müssen mächtig in die Knie gehen, um das Gewicht aufzufangen und auszubalancieren).

Das ist so irrwitzig und aufregend anzuschauen, dass man aufpassen muss, sich nicht an den Leckereien zu verschlucken, die zwischen den Acts geboten werden.

Denn, nicht zu vergessen, die „Havana Nights“ sind eine Dinner-Show – mit garantiert authentischem Kuba-Feeling: Welches europäische Restaurant (oder welcher Show-Betrieb) würde seinem Gast schon zwei Scheiben Wurst und zwei Scheiben Käse in Zellophan Folie eingewickelt auftischen? Dazu eine Konservendose Sardinenpaste? All das beinhaltet jedoch die kleine Vorspeisen-Holzkiste, die außerdem noch mit Baby Bananen, Alioli, Oliven, getrocknete Tomaten und Tortilla Chips gefüllt ist. Später kommt noch ein altmodischer Emaille-Topf mit einem Kokos-Mais-Süppchen auf den Tisch, als Hauptgang eine kreolische Reispfanne mit Hühnchen, Schweinefleisch und schwarzen Bohnen und als Nachtisch Limetten-Joghurt-Mousse. Alles sehr lecker und alles sehr kubanisch. Aber wer achtet bei diesen Darbietungen noch auf das Essen?

Havana Nights – Die Karibische Dinner-Show in Hamburg
Zu erleben bis 6.2.2016 an der Trabrennbahn Bahrenfeld, Luruper Chaussee 30, 22761 Hamburg,
Tickets ab 89 Euro.
Infos unter Havana-Nights-Dinnershow.com
Tel. agenda production: 030 - 2345 6660 / Highlight-Concerts: 0431 - 2395 220
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.


Abbildungsnachweis:
Header: Havana Nights © agenda production 2015
Galerie:
01. Havana Nights Zelt
02.-04. Havana Nights Show
05. Havana Nights After Show

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Theater & Tanz > Havana Nights – ein Stück Karibik in Hambu...

Mehr auf KulturPort.De

Telemann: Pietsch spielt die Fantasien für die Violine ohne Bass
 Telemann: Pietsch spielt die Fantasien für die Violine ohne Bass



Von der Lebenslust polnischer Spielleute über italienische und französische Anklänge bis zur neuen Musik des empfindsamen Zeitalters reicht der Bogen, den Tel [ ... ]



„The Party”. Apokalypse statt Canapés
 „The Party”. Apokalypse statt Canapés



Sally Potter besitzt ein untrügliches Gespür für die Absurdität menschlichen Leidens. Sie präsentiert „The Party” als hintergründige Farce über den Ve [ ... ]



„Anna Karenina“ – Erfahrungen eines ganzen Menschenlebens
 „Anna Karenina“ – Erfahrungen eines ganzen Menschenlebens



John Neumeiers jüngstes Ballett bei den 43. Ballett-Tagen in Hamburg umjubelt.

Es ist mitunter durchaus von Vorteil, eine Uraufführung zu verpassen. Mit etw [ ... ]



Morten Kargaard Septet: Zealand
 Morten Kargaard Septet: Zealand



Gut Ding will Weile haben, sagt ein deutsches Sprichwort. Von der Idee Morten Kargaards im Jahr 2012 bis zur Fertigstellung des Albums hat es fünf Jahre gedauer [ ... ]



National Ballet of China: Der Ruf der Kraniche und Maos Altlasten
 National Ballet of China: Der Ruf der Kraniche und Maos Altlasten



Mit Ausschnitten aus sechs opulenten neueren Produktionen beeindruckte das National Ballet of China in der Staatsoper Hamburg. Und vier kleine Choreographien pun [ ... ]



Transkulturelle Marmorausstellung „Metamorphic Resonance“ in der Toskana
 Transkulturelle Marmorausstellung „Metamorphic Resonance“ in der Toskana



Sommerzeit – Reisezeit? Auf den Spuren Michelangelos und der „Erschaffung Adams“ muss man nicht unbedingt wandeln. Denn bis zum 31. Juli ist in dem italien [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.