Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 915 Gäste online

Neue Kommentare

Dr. Seán Ó Riain, Irische Botschaft, Wien zu Hamburg vergibt Förderpreise für Literatur und literarische Übersetzungen 2017: Ich gratuliere recht herzlich Frau Gabriele Haefs...
Herby Neubacher zu Weihnachtsoratorium vom Ensemble Resonanz: Frohlocken unter Freunden: Die Geschmacklosigkeit schreckt wirklich heute vo...
Sabine Carbon zu „Karl Marx, Das Kapital“. Eine Hommage im Museum der Arbeit: Bei zu viel Text hilft vielleicht unser Kinderbuc...
Sabine Albrecht zu Neues Angebot der Kunstmeile Hamburg: Der 3-Tage-Kunstmeilenpass: Guten Tag,
ich suche nach einer Erklärun...

B.F.Schwarze zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo, Frau Lampert,
leider gibt es nicht ...

Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Hamburger Architektur Sommer 2015


Theater - Tanz

Wien: Heldenplatz. Cerha - Schwertsik - Bernhard

Drucken
(108 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Freitag, den 10. April 2015 um 10:03 Uhr
Wien: Heldenplatz. Cerha - Schwertsik - Bernhard 4.6 out of 5 based on 108 votes.
Wien Burgtheater um 1900

Der neue Black Box-Abend verbindet gallige Texte von Thomas Bernhard mit schrägen Kabarettchansons von Friedrich Cerha und Kurt Schwertsik.

“A schöne Leich“, wie der Wiener sagt. Morbides und Makabres gehen in der Donaumetropole eine ganz besondere Melange ein. Österreichs bestgehasster Dichter Thomas Bernhard spießte diese Wienerische Liaison in boshaft funkelnden Sottisen auf. Zwischen Kunsthistorischem Museum, Kaffeehaus und Musikvereinssaal suchen seine Figuren ihr Refugium vor den Zudringlichkeiten des Lebens – um dann doch auf dem Friedhof am glücklichsten zu sein. Objekte der Bernhard’schen Hassliebe und Ekelbegierde sind die servilen Schlitzohrigkeiten und jovialen Verdrängungsmechanismen, die pompösen Rituale und infernalischen Heiterkeiten.

„Je müder ich bin, desto lieber bin ich in Wien“
Thomas Bernhard war Nationaldichter, aber auch Nestbeschmutzer – nirgendwo so skandalumwittert wie in seinem 1988 am Burgtheater uraufgeführten Theaterstück „Heldenplatz“, das der damalige Bundespräsident Kurt Waldheim eine „grobe Beleidigung des österreichischen Volkes“ nannte. „Der Österreicher“, so heißt es in „Heldenplatz“, „ist von Natur aus unglücklich. Und ist er einmal glücklich, schämt er sich dessen und versteckt sein Glück in seiner Verzweiflung.“

Tragikomische Sentenzen
„Wien: Heldenplatz“ heißt auch ein Lied des Wiener Komponisten Friedrich Cerha. Es basiert auf einem Gedicht von Ernst Jandl aus dem Jahr 1962, das in ironisch grotesken Sprachspielereien den „Anschluss“ Österreichs 1938 reflektiert. Tausende Menschen jubelten 1938 auf dem Heldenplatz Hitler zu – ein Tableau, das auch Bernhards „Heldenplatz“-Figuren wieder einholt.

Die poetisch-musikalische Sprache Bernhards, der Rhythmus ihrer Pointen und ihrer lustvollen Schimpftiraden war der Ausgangspunkt für die letzte Produktion der Reihe „Black Box 20_21“ in der Opera stabile. Dramaturgin Kerstin Schüssler-Bach und Operndirektor Francis Hüsers montierten Bernhards tragikomische Sentenzen aus seinen Texten „Alte Meister“ und „Heldenplatz“ zu Musik der beiden österreichischen Komponisten Friedrich Cerha und Kurt Schwertsik. Beide sind Doyens der Wiener Szene, beide haben ein Faible für dadaistische Sprachspielereien und satirische Verfremdungen. Auszüge aus Cerhas Zyklen „Eine Art Chansons“ und „Eine letzte Art Chansons“ werden in diesem Abend ergänzt durch Schwertsiks skurrile „Wiener Lieder“, teilweise in „Weaner“ Mundart. Gut, dass man in Hamburg zwei waschechte Österreicher im Ensemble hat: die Mezzosopranistin Ida Aldrian und der Bariton Moritz Gogg werden ihre heimatkundliche Kompetenz und ihren transalpinen Charme ganz in den Dienst der Sache zwischen sentimentalem Heurigenlied und dialektaler Arglist stellen. Die musikalische Leitung hat Volker Krafft.

Als Regisseur und Bühnenbildner stellt sich Christian von Götz vor. Er ist zwar Norddeutscher, studierte aber immerhin in Wien – und hat mit zahlreichen Inszenierungen ein Händchen sowohl für boshafte Komik als auch für experimentelles Musiktheater bewiesen.

Black Box 20_21: Wien: Heldenplatz. Cerha - Schwertsik – Bernhard
Inszenierung und Bühne: Christian von Götz
Konzept und Dramaturgie: Kerstin Schüssler-Bach, Francis Hüsers
Sa, 25.04.2015 20:00 - 22:30 Uhr
Di, 28.04.2015 20:00 - 22:30 Uhr
Do, 30.04.2015 20:00 und 22:30 Uhr
Sa, 2.05.2015 20:00 Uhr und 22:30 Uhr
Ort: Opera stabile, Kleine Theaterstraße
Online-Tickets
Preise: 10,- bis 15,- € (OS-C)
Ernst Jandl: Wien : Heldenplatz


Dieser Artikel erscheint in Kooperation mit der Hamburgischen Staatsoper. Frau Dr. Kerstin Schüssler-Bach arbeitet dort als Leitende Dramaturgin und schrieb diesen Beitrag für das Journal Nr. 4 2014/2015.


Abbildungsnachweis:
Abbildungsnachweis:
Header: Burgtheater Wien, um 1900. Reproduction Number: LC-DIG-ppmsc-09208, Library of Congress Prints and Photographs Division Washington, D.C. 20540 USA
Galerie:
01. Thomas Bernhard, 1987 in Portugal. Wikipedia CC-BY-SA-3.0-de
02. Ansprache Adolf Hitlers am 15. März 1938 auf dem Helden-Platz in Wien. Bundesarchiv, Bild 183-1987-0922-500 / CC-BY-SA

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Theater & Tanz > Wien: Heldenplatz. Cerha - Schwertsik - Bernh...

Mehr auf KulturPort.De

Dschungelbuch für Kinder – ganz eng am Original
 Dschungelbuch für Kinder – ganz eng am Original



Das Hamburger Theater für Kinder im Allee Theater, das in dieser Spielzeit seinen 50. Geburtstag feiert, bezaubert mit einer fantastischen Version des „Dschun [ ... ]



„Detroit” – Kathryn Bigelows Blick zurück im Zorn
 „Detroit” – Kathryn Bigelows Blick zurück im Zorn



Furioser Politthriller als Chronik staatlich autorisierter Gewalt.
Detroit, 25. Juli 1967. Hinter der Bühne des legendären Fox-Theatres fiebern Leadsinger Lar [ ... ]



Kopf-Hörer 18
 Kopf-Hörer 18



Alexander M. Wagner ist 22 Jahre jung. Er brilliert bei TYXart mit Tschaikowskys b-Moll-Klavierkonzert und präsentiert seine eigene zweite Symphonie. Außerdem  [ ... ]



Andreas Brandhorst: „Das Erwachen“ – Maschinenintelligenz außer Kontrolle
 Andreas Brandhorst: „Das Erwachen“ – Maschinenintelligenz außer Kontrolle



Dieser Thriller hat es in sich. „Das Erwachen“ bestätigt all unsere Ängste und Befürchtungen: Maschinenintelligenz (MI) bemächtigt sich der Künstlichen  [ ... ]



All Johr Wedder – Schöne Bescherungen im Ohnsorg Theater
 All Johr Wedder – Schöne Bescherungen im Ohnsorg Theater



Oje, du Fröhliche! Das Ohnsorg Theater stimmt mit „All Johr wedder“, der plattdeutschen Fassung von Alan Ayckbourns „Schöne Bescherungen“, auf die Weih [ ... ]



add art 2017 – von der Wirkung von Kunst in Unternehmen
 add art 2017 – von der Wirkung von Kunst in Unternehmen



Seit dem Jahr 2013 findet die „add art“ in Hamburg statt und seit jenem Jahr nehmen unterschiedliche Unternehmen der Hansestadt daran teil, ihre Türen für  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.