Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 1272 Gäste online

Neue Kommentare

Herby Neubacher zu Weihnachtsoratorium vom Ensemble Resonanz: Frohlocken unter Freunden: Die Geschmacklosigkeit schreckt wirklich heute vo...
Sabine Carbon zu „Karl Marx, Das Kapital“. Eine Hommage im Museum der Arbeit: Bei zu viel Text hilft vielleicht unser Kinderbuc...
Sabine Albrecht zu Neues Angebot der Kunstmeile Hamburg: Der 3-Tage-Kunstmeilenpass: Guten Tag,
ich suche nach einer Erklärun...

B.F.Schwarze zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo, Frau Lampert,
leider gibt es nicht ...

Angela zu „The Square”. Oder das Zeitalter des Misstrauens: Oh, dann Danke für den Lang-Spoiler - da muss ja...

Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Hamburger Architektur Sommer 2015


Musik

„Pimpinone/Dinner for One“ in der Hamburger Kammeroper

Drucken
(65 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Mittwoch, den 14. Dezember 2016 um 12:08 Uhr
„Pimpinone/Dinner for One“ in der Hamburger Kammeroper 3.6 out of 5 based on 65 votes.
Pimpinone/Dinner for One in der Hamburger Kammeroper Foto Joachim Fluegel

Oper schlägt Fernsehen – Wie die kleine Bühne der Hamburger Kammeroper an der Max-Brauer-Allee aus einer verrückten Idee eine hinreißende Opernüberraschung gemacht hat.

Was Jahr für Jahr Silvester Millionen Zuschauer vor den Fernseher lockt, kann nicht ganz verkehrt sein, sagte sich Uwe Deeken, Gründer und ehemaliger Leiter der Kammeroper. Also machte sich im Sommer das Kreativ-Team des kleinen Opernhauses an die Arbeit. Ehefrau Barbara Hass entwickelte eine Geschichte, Ettore Prandi und Marius Adam suchten und bearbeiteten die passende Musik, Lisa Überbacher war für Bühne und Kostüme zuständig, und für die spielfreudige Regie sorgte Andreas Franz.

Das Rezept: Man nehme ein bisschen von Telemanns 1725 uraufgeführtem Einakter „Pimpinone“, etwas Neapolitanisches aus Pergolesis „La Serva Padrone“ und runde das Ganze mit ein paar Takten Bach und Händel ab. Mische noch ein bisschen Schierlingskraut und Fingerhut unter und serviere den tödlichen Cocktail, Koloraturen schmetternd, den ahnungslosen Liebhabern von Fräulein Sofie. Die Wirkung ist im wahrsten Sinne des Wortes umwerfend.

Kein Wunder bei diesem Ensemble. Sie überbieten sich gegenseitig sängerisch und darstellerisch. Und bleiben beim Gelächter des Publikums auch noch ernst. Zwei Stunden pures Vergnügen für Auge und Ohr. Das kleine Orchester, zwei Geigen, Bratsche und Cello, wird von Ettore Prandi vom Cembalo aus geleitet und entfaltet barocke Pracht. Überraschend, wie gut sich die Bühne, ein Restaurant im Design der 1970er-Jahre, einfügt. Beim „Dinner for One“ klingt es ganz selbstverständlich. Ein weiterer Clou ist eine echte Wurlitzer-Music-Box, die auf Knopfdruck Händel spielt.

Doch nochmal zurück zur Geschichte. Pimpinone ist in dieser Oper ein Edelitaliener, dem die Servicekraft weggelaufen ist – und das mitten in der Saison. Schnell findet er in der scheinbar schüchternen Vespetta eine neue Hilfe. Sie geizt nicht mit ihren Reizen, und bald schon ist Pimpi nicht mehr Herr im eigenen Haus.

Miss Sophie, in diesem Fall Fräulein Sofie, ist Stammgast in diesem Etablissement, wenn auch mit wechselnden Partnern. Leider lernen wir ihre Liebhaber nicht wirklich kennen, weil die regelmäßig schon vorm Dessert das Zeitliche segnen. Müssen sie ja auch, weil nach der Pause Fräulein Sofie ihr Abendbrot ja allein essen wird.

Da ist zunächst ist alles wie immer. Das heißt, wie wir es aus dem Fernsehen kennen. Fräulein Sofie wird mehr oder weniger formvollendet von James bedient. Wie im Laufe des Dinners die Liebhaber doch nochmal von sich hören lassen und warum Vespetta das letzte Lied singt, wird hier nicht verraten, das sollten Sie schon selber sehen.

Bei der Premiere ausgelassen gefeiert wurden Marius Adam als Pimpinone, Natascha Dwulecki als Vespetta, Sophia Maeno als Fräulein Sofie und Titus Witt als James. Großer Applaus für einen hinreißenden, kammermusikalischen Abend, maßgeschneidert für die Kammeroper. Mit einem Ensemble, das durch sein Können besticht, Musik, die zu Herzen geht und Empfindungen freisetzt, die weiterwirken, auch wenn der letzte Ton längst verklungen ist. Unbedingt ansehen! Es ist viel mehr als „same procedure as every year“.
Pimpinone/Dinner for One
Noch bis 5. Februar in der Hamburger Kammeroper, Max-Brauer-Alle 76, Hamburg-Altona.
Alle Daten und direkte Ticketbuchung unter www.alleetheater.de oder unter (040) 3829 59


Abbildungsnachweis: Alle Fotos: Dr. Joachim Flügel
Header: Titus Witt (James), Sophia Maeno (Fräulein Sophie)
Galerie:
01. Titus Witt (James), Sophia Maeno (Fräulein Sophie)
02. Natascha Dwulecki (Kellnerin), Marius Adam (Pimpinone)
03. Natascha Dwulecki (Vespetta),
Titus Witt (James), Sophia Maeno (Fräulein Sophie)
04.
Natascha Dwulecki (Vespetta), Marius Adam (Pimpinone)
05. Marius Adam

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Musik > „Pimpinone/Dinner for One“ in der Hamburg...

Mehr auf KulturPort.De

Kopf-Hörer 18
 Kopf-Hörer 18



Alexander M. Wagner ist 22 Jahre jung. Er brilliert bei TYXart mit Tschaikowskys b-Moll-Klavierkonzert und präsentiert seine eigene zweite Symphonie. Außerdem  [ ... ]



Andreas Brandhorst: „Das Erwachen“ – Maschinenintelligenz außer Kontrolle
 Andreas Brandhorst: „Das Erwachen“ – Maschinenintelligenz außer Kontrolle



Dieser Thriller hat es in sich. „Das Erwachen“ bestätigt all unsere Ängste und Befürchtungen: Maschinenintelligenz (MI) bemächtigt sich der Künstlichen  [ ... ]



All Johr Wedder – Schöne Bescherungen im Ohnsorg Theater
 All Johr Wedder – Schöne Bescherungen im Ohnsorg Theater



Oje, du Fröhliche! Das Ohnsorg Theater stimmt mit „All Johr wedder“, der plattdeutschen Fassung von Alan Ayckbourns „Schöne Bescherungen“, auf die Weih [ ... ]



add art 2017 – von der Wirkung von Kunst in Unternehmen
 add art 2017 – von der Wirkung von Kunst in Unternehmen



Seit dem Jahr 2013 findet die „add art“ in Hamburg statt und seit jenem Jahr nehmen unterschiedliche Unternehmen der Hansestadt daran teil, ihre Türen für  [ ... ]



Weihnachtsoratorium vom Ensemble Resonanz: Frohlocken unter Freunden
 Weihnachtsoratorium vom Ensemble Resonanz: Frohlocken unter Freunden



Seit 2014 spielt das Ensemble Resonanz jedes Jahr seine ganz eigene Fassung von Bachs „Weihnachtsoratorium“ im Resonanzraum im Bunker an der Feldstraße in H [ ... ]



„Die Geburt des Kunstmarktes. Rembrandt, Ruisdael, van Goyen und die Künstler des Goldenen Zeitalters“
 „Die Geburt des Kunstmarktes. Rembrandt, Ruisdael, van Goyen und die Künstler des Goldenen Zeitalters“



Reproduktionen und Variationen sind keine Erfindung der Moderne. Wie „Die Geburt des Kunstmarktes“ im Bucerius Kunst Forum zeigt, gingen schon „Rembrandt,  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.