Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 946 Gäste online

Neue Kommentare

Gerd Kruse zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo Frau Lampert,
ich war durch meine He...

Herby Neubacher zu Elbphilharmonie: Das perfekte Buch zum Bau: Absolut richtig. Ich habe das gabnze Drama Elbphi...
Giulio zu „Die Spur”. William Blake und die Rache der Eigenbrötler : Prost Neujahr! Und danke für die vielen schönen...
Hubert Hoffmann zu Elbphilharmonie: Das perfekte Buch zum Bau: Ein Prestige -Objekt für die oberen Zehntausend....
Feindt zu Hamburg: Ein Museum im Hafen: Ein schönes neues Museum und wo bleibt die Berü...

Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Hamburger Architektur Sommer 2015


Musik

Gedanken an Roger Cicero

Drucken
(104 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Dienstag, den 29. März 2016 um 16:11 Uhr
Gedanken an Roger Cicero 4.6 out of 5 based on 104 votes.
Roger Cicero

Das kann doch nicht wahr sein! Das ist doch nicht möglich! Für alle, die Roger Cicero kannten und seine Musik liebten, ist sein plötzlicher Tod wie ein Schlag ins Gesicht. Unfassbar und hundsgemein.
Es hat mal wieder einen der Besten getroffen - einen der besten Jazz-Interpreten unserer Zeit. Sein Charme, sein Witz und seine Liebenswürdigkeit werden uns immer in Erinnerung bleiben. Und, natürlich, seine begnadete Musikalität: Er war es, der dem deutschen Swing neuen Auftrieb gab – mit humorvoll-banalen „Männersachen“, die vor allem Frauen begeisterte. Gründonnerstag starb der Wahl-Hamburger, dessen Markenzeichen Hut oder Schiebermütze waren, an einem Hirnschlag.
Roger Cicero wurde nur 45 Jahre alt.

Yoga. Aber nicht einfach so, soft und meditativ, sondern richtig: Power-Yoga, schweißtreibend, so richtig anstrengend. Damit halte er sich fit, erzählte Roger Cicero einmal. Das sei unschlagbar, um von dem ganzen Stress runterzukommen – und auch, um sich mental auf das nächste große Konzert vorzubereiten. Es hat ihm nicht geholfen. Die ständigen Auftritte, Proben und Termine waren zu viel, das war schon im vergangenen November klar. Auf einen verschleppten Virus, der sich auf den Herzmuskel gelegt hatte, folgte der Zusammenbruch, die Ärzte verordneten strickte Bettruhe, doch die Pause währte nicht lang. Anfang des Jahres stand er schon wieder auf der Bühne. Die neuen Alben, „Cicero Sings Sinatra“ und „The Roger Cicero Jazz Experience“ – beide übrigens erst kürzlich für einen Echo nominiert, in den Kategorien Jazz und Popp - sollten unter die Leute gebracht werden. Am 14. April war das nächste Konzert in der Münchner Philharmonie geplant, der Live-Auftritt in der Abendschau des Bayerischen Fernsehens am 18. März, sollte jedoch der letzte Gig gewesen sein.

Knapp 30 Jahre stand Roger Cicero auf der Bühne, meistens mit kleiner Quartettbesetzung, ein netter, liebenswürdiger Junge, der auch gern mal auf runden Geburtstagspartys gebucht würde. Der Durchbruch mit „Männersachen“ 2006 kam für ihn selbst überraschend. Cicero war schon 36 Jahre alt. Er hatte nicht mehr damit gerechnet, national und international berühmt zu werden, hatte er mal gesagt. Im Grunde hatte er sich schon darauf eingestellt, in kleinen Jazz-Clubs, vor ein paar Dutzend Zuschauern zu spielen. Sein Alter, seine Reife, vielleicht auch die Geburt seines Sohnes Louis 2012 sorgten dafür, dass Roger Cicero nie die Bodenhaftung verlor und sich in Jurys, wie zum Hamburger Jazzpreis, immer wieder dafür einsetzte, unbekannteren Jazz-Talenten eine Chance zu geben.

Auf seinem Album „Was immer auch kommt“ (2014) heißt es im Refrain: Wenn es Morgen schon zu Ende wär, ein Schritt zu viel im Stadtverkehr, dann leb‘ ich vielleicht heute nur ein kleines bisschen mehr“.
Er hat, hoffentlich, jeden Tag ein kleines bisschen mehr gelebt.


Lesen Sie den Beitrag von Isabelle Hofmann: Roger Cicero - Swing, Soul, Elbjazz


Abbildungsnachweis:
Headerfoto: Roger Cicero (PR)

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Musik > Gedanken an Roger Cicero

Mehr auf KulturPort.De

„Die dunkelste Stunde”. Winston Churchill und die Mobilisierung der Sprache
 „Die dunkelste Stunde”. Winston Churchill und die Mobilisierung der Sprache



Joe Wrights eleganter Politthriller „Die dunkelste Stunde” ist das Gegenstück zu Christoper Nolans überwältigendem Suspense-Epos „Dunkirk”. Zwei Filme [ ... ]



Die arabische Prinzessin – Von Leseratten, Fischverkäufern und einer Märchenoper, die nie geschrieben wurde
 Die arabische Prinzessin – Von Leseratten, Fischverkäufern und einer Märchenoper, die nie geschrieben wurde



Im Opernhaus in Hamburg schallen Kinderstimmen durch die Gänge: Es ist wieder opera piccola-Zeit!
Bevor die Kinderoper im Februar auf die Bühne geht, ist im H [ ... ]



Die Diktatur des Geldes – Finanz Tsunami
 Die Diktatur des Geldes – Finanz Tsunami



Ernst Wolff: „Finanz Tsunami. Wie das globale Finanzsystem uns alle bedroht“
Es ist wie es einmal war und heute noch ist: Ein Ausspruch von Henry Ford, des  [ ... ]



Verdis „Rigoletto“ als Genderfrage inszeniert von Katharina Thalbach
 Verdis „Rigoletto“ als Genderfrage inszeniert von Katharina Thalbach


  War es Absicht, dass rund um das Fest der Liebe die Kölner Oper ausgerechnet Giuseppe Verdis Bühnenstück „Rigoletto“ – das 1851 den Wel [ ... ]



„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri”. Oder die Heimat des Zorns
 „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri”. Oder die Heimat des Zorns



Genialer Genre-Mix aus Neo-Western und Kleinstadt-Satire.
Manchmal ist es leichter einen Molotow-Cocktail zu werfen als zu weinen. Mildred Hayes (Frances McDorm [ ... ]



The Nutcracker Reloaded – Tchaikovsky meets Streetdance
 The Nutcracker Reloaded – Tchaikovsky meets Streetdance



Drosselmeier als blutsaugender Organhändler, Clara auf der Müllkippe, statt Hoftheater und Spitzenschuhe Breakdance, Darth Vader und Super Mario.Vergessen Sie  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.