Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 438 Gäste online

Neue Kommentare

Lothar zu „Axolotl Overkill”. Dialektik eines Enfant Terrible: Zugegeben ... ich fand das Buch recht grauenvoll,...
Lena Baal zu La Fura dels Baus: Die ‚Schöpfung’ in der Elbphilharmonie – tonbrillant, aber bildideenschwach: Wieder einige Fragen an den Autor dieser Zeilen, ...
Herby Neubacher zu La Fura dels Baus: Die ‚Schöpfung’ in der Elbphilharmonie – tonbrillant, aber bildideenschwach: Tja die Koelner - immer vorneweg. Hier in Vietnam...
Dr. Hans Jürgen von Lengerke, Hannover zu Urvashi Butalia, Emily Nasrallah und Irina Scherbakowa erhalten Goethe-Medaille: Ich würde gern an der Veranstaltung am 28. Augus...
Lena Baal zu Max Merseny: „World Traveller“: Das hört sich so spannend, groovig und "lecker" ...

Anzeige

Spezial - Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Spezial - Hamburger Architektur Sommer 2015


Musik

Gedanken an Roger Cicero

Drucken
(104 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Dienstag, den 29. März 2016 um 17:11 Uhr
Gedanken an Roger Cicero 4.6 out of 5 based on 104 votes.
Roger Cicero

Das kann doch nicht wahr sein! Das ist doch nicht möglich! Für alle, die Roger Cicero kannten und seine Musik liebten, ist sein plötzlicher Tod wie ein Schlag ins Gesicht. Unfassbar und hundsgemein.
Es hat mal wieder einen der Besten getroffen - einen der besten Jazz-Interpreten unserer Zeit. Sein Charme, sein Witz und seine Liebenswürdigkeit werden uns immer in Erinnerung bleiben. Und, natürlich, seine begnadete Musikalität: Er war es, der dem deutschen Swing neuen Auftrieb gab – mit humorvoll-banalen „Männersachen“, die vor allem Frauen begeisterte. Gründonnerstag starb der Wahl-Hamburger, dessen Markenzeichen Hut oder Schiebermütze waren, an einem Hirnschlag.
Roger Cicero wurde nur 45 Jahre alt.

Yoga. Aber nicht einfach so, soft und meditativ, sondern richtig: Power-Yoga, schweißtreibend, so richtig anstrengend. Damit halte er sich fit, erzählte Roger Cicero einmal. Das sei unschlagbar, um von dem ganzen Stress runterzukommen – und auch, um sich mental auf das nächste große Konzert vorzubereiten. Es hat ihm nicht geholfen. Die ständigen Auftritte, Proben und Termine waren zu viel, das war schon im vergangenen November klar. Auf einen verschleppten Virus, der sich auf den Herzmuskel gelegt hatte, folgte der Zusammenbruch, die Ärzte verordneten strickte Bettruhe, doch die Pause währte nicht lang. Anfang des Jahres stand er schon wieder auf der Bühne. Die neuen Alben, „Cicero Sings Sinatra“ und „The Roger Cicero Jazz Experience“ – beide übrigens erst kürzlich für einen Echo nominiert, in den Kategorien Jazz und Popp - sollten unter die Leute gebracht werden. Am 14. April war das nächste Konzert in der Münchner Philharmonie geplant, der Live-Auftritt in der Abendschau des Bayerischen Fernsehens am 18. März, sollte jedoch der letzte Gig gewesen sein.

Knapp 30 Jahre stand Roger Cicero auf der Bühne, meistens mit kleiner Quartettbesetzung, ein netter, liebenswürdiger Junge, der auch gern mal auf runden Geburtstagspartys gebucht würde. Der Durchbruch mit „Männersachen“ 2006 kam für ihn selbst überraschend. Cicero war schon 36 Jahre alt. Er hatte nicht mehr damit gerechnet, national und international berühmt zu werden, hatte er mal gesagt. Im Grunde hatte er sich schon darauf eingestellt, in kleinen Jazz-Clubs, vor ein paar Dutzend Zuschauern zu spielen. Sein Alter, seine Reife, vielleicht auch die Geburt seines Sohnes Louis 2012 sorgten dafür, dass Roger Cicero nie die Bodenhaftung verlor und sich in Jurys, wie zum Hamburger Jazzpreis, immer wieder dafür einsetzte, unbekannteren Jazz-Talenten eine Chance zu geben.

Auf seinem Album „Was immer auch kommt“ (2014) heißt es im Refrain: Wenn es Morgen schon zu Ende wär, ein Schritt zu viel im Stadtverkehr, dann leb‘ ich vielleicht heute nur ein kleines bisschen mehr“.
Er hat, hoffentlich, jeden Tag ein kleines bisschen mehr gelebt.


Lesen Sie den Beitrag von Isabelle Hofmann: Roger Cicero - Swing, Soul, Elbjazz


Abbildungsnachweis:
Headerfoto: Roger Cicero (PR)

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Musik > Gedanken an Roger Cicero

Mehr auf KulturPort.De

Felice Varini in Osnabrück: Trapeze, Dreiecke, Bögen und ein Zirkeltanz
 Felice Varini in Osnabrück: Trapeze, Dreiecke, Bögen und ein Zirkeltanz



Der Schweizer Künstler Felice Varini wurde 1952 in Locarno geboren, lebt und arbeitet seit 1980 in Paris. Seit Ende der 70er-Jahre arbeitet er an Projekten im  [ ... ]



Von Hopper bis Rothko. Amerikas Weg in die Moderne – Ein Rundgang durch die Ausstellung
 Von Hopper bis Rothko. Amerikas Weg in die Moderne – Ein Rundgang durch die Ausstellung



Amerikaner erobern Potsdam! Nach der spektakulären Impressionismus-Ausstellung nun der Blick über den großen Teich nach Nord-Amerika: Das Museum Barberini am  [ ... ]



„Axolotl Overkill”. Dialektik eines Enfant Terrible
 „Axolotl Overkill”. Dialektik eines Enfant Terrible



Verweigerung als Selbststimmung: „Axolotl Overkill” ist das hinreißend provokante Porträt einer 16-Jährigen zwischen Realität un [ ... ]



Das Ravenna-Festival. Himmel und Hölle an der Adria
 Das Ravenna-Festival. Himmel und Hölle an der Adria



Das Leben das Universum und der ganze Rest: Nein, ganz so viel wie Douglas Adams berühmter Sience-Fiction-Klassiker „Per Anhalter durch die Galaxis&l [ ... ]



Gurre-Lieder in der Elbphilharmonie: Zu wenig Vertrauen in die leisen Töne
 Gurre-Lieder in der Elbphilharmonie: Zu wenig Vertrauen in die leisen Töne



Noch ein Anlauf, Repertoire-Riesen zu bezwingen. Und diesmal, für Arnold Schönbergs „Gurre-Lieder“, stand Kent Nagano wieder genesen selbst am Pult [ ... ]



Pascal Schumacher, Maxime Delpierre: Drops & Points
 Pascal Schumacher, Maxime Delpierre: Drops & Points



Keine Linie in Sicht – weit und breit. Dafür Tropfen, Punkte, Flecken, Tupfen und Blasen.
„Drops & Points“ heißt das neue Album des Luxembu [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.