Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 770 Gäste online

Neue Kommentare

Dr. Seán Ó Riain, Irische Botschaft, Wien zu Hamburg vergibt Förderpreise für Literatur und literarische Übersetzungen 2017: Ich gratuliere recht herzlich Frau Gabriele Haefs...
Herby Neubacher zu Weihnachtsoratorium vom Ensemble Resonanz: Frohlocken unter Freunden: Die Geschmacklosigkeit schreckt wirklich heute vo...
Sabine Carbon zu „Karl Marx, Das Kapital“. Eine Hommage im Museum der Arbeit: Bei zu viel Text hilft vielleicht unser Kinderbuc...
Sabine Albrecht zu Neues Angebot der Kunstmeile Hamburg: Der 3-Tage-Kunstmeilenpass: Guten Tag,
ich suche nach einer Erklärun...

B.F.Schwarze zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo, Frau Lampert,
leider gibt es nicht ...

Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Hamburger Architektur Sommer 2015


Festivals, Medien & TV

Roots – Katja und Marielle Labèque zum Schleswig-Holstein Musik Festival in der Laeiszhalle

Drucken
(85 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Samstag, den 26. August 2017 um 09:01 Uhr
Roots – Katja und Marielle Labèque zum Schleswig-Holstein Musik Festival in der Laeiszhalle 4.1 out of 5 based on 85 votes.
Roots – Katja und Marielle Labèque zum Schleswig-Holstein Musik Festival in der Laeiszhalle

Maurice Ravel, zelebriert wie ein baskischer Gottesdienst. Begeisterter Beifall für Katja und Marielle Labèque, das Ensemble Basque und das Duo Oreka TX in der Hamburger Laeiszhalle.
Mit ihrem außergewöhnlichen SHMF-Programm kehren die Klavier-Schwestern zu ihren Ursprüngen und zu den Wurzeln des berühmten französischen Komponisten zurück.

Verblüffend, wie jung sie aussehen. Katja und Marielle Labèque sind mittlerweile Mitte 60 und wirken auf der Bühne immer noch mädchenhaft. Ganz in Schwarz mit langen, offen getragenen schwarzen Haaren und in hochkonzentriertem Blickkontakt, wenn sie sich an den beiden Flügeln gegenübersitzen, meint man hier zwei Hohepriesterinnen der Klavierkunst vor sich zu haben, zwei Zauberinnen, die ihre Zuhörer in einen magischen Bann ziehen.

Zum Auftakt Ravels „Ma mère l’oye“, („Meine Mutter, die Gans“), ein Zyklus von fünf kleinen „kindischen“ Stücken für Klavier zu vier Händen, die von einer Märchensammlung aus dem 17. Jahrhundert inspiriert sind. Einfache, größtenteils ruhige Melodien, die in der Interpretation von Kaja und Marielle Labèque feinen, federleichten Fingerübungen gleichkommen.
Es folgt die „Rapsodie espagnole“, Ravels erstes großes Orchesterwerk. Das Stück, das wie viele seiner Werke zuerst als Klavierfassung für zwei Klaviere entstand, suggeriert zwar lebensfrohe Folklore, doch erste Satz, das „Prélude à la nuit“, kommt ausgesprochen melancholisch und düster daher. Die beiden Schwestern scheinen sich in diesen Abgründen zu weiden. Ihr feinfühliges Spiel lassen Goyas Gespenster-Bilder vor Augen erscheinen, die auch im zweiten Satz „Malaguena“ nicht weichen wollen. In der „Habanera“ und vor allem in der ausgelassenen „Feria“ begeistern sie dann mit glasklaren Anschlag und temperamentvollen Glissandi.
Nach der Pause dann eine Überraschung: Die Schwestern setzen sich an den Rand und überlassen Bixente Etchegaray die Bühne, der mit vollem, einschmeichelndem Bariton ein einfaches baskisches Volkslied anstimmt. Unversehens fühlt man sich in die karge, ursprüngliche Landschaft am Fuße der Pyrenäen versetzt. Man versteht kein Wort, doch Stimme und Melodie berühren die Seele. Man spürt hier den Stolz dieses kleinen Volkes, das seit Jahrhunderten um Selbstbestimmung kämpft.

Katja und Marielle Labèque stammen aus Bayonne, dem französischen Teil des Baskenlandes. Maurice Ravel wurde im baskischen Ciboure, eine halbe Autostunde südlich geboren. Mit ihrem ungewöhnlichen SHMF-Abend präsentieren die Schwestern und ihre baskischen Kollegen einen herzerwärmenden Einblick in die Klangwelt der spanisch-französischen Grenzregion und bringen dem Publikum die musikalischen Wurzeln Ravels nahe. Ganz besonders faszinierend das Schlagwerkduo Oreka TX und ihr Txalaparta, ein dem Xylophon ähnliches Instrument aus Klanghölzern, die mit dicken runden Klöppeln senkrecht von oben bearbeitet werden und einen wunderbar warmen Sound erzeugen.

Höhepunkt dann Ravels „Bolero“ auf Baskisch – mit zwei Klavieren, Trommel, Schellen, Ziegenglocke und Fingerschnipsen. Wunderschön zart und rau, meditativ und ungestüm. So behutsam und ehrfürchtig hat man Ravels Hit wohl noch nie gehört.
Als Zugabe noch einmal ein traditionelles, volkstümliches Lied von Thierry Biscary und Bixente Etchegaray – Accapella at its best. Den beiden Sängern des Ensemble Basque hätte man noch stundenlang zuhören können.

Schleswig-Holstein Musik Festival 2017
Katja und Marielle Labèque: Roots
Maurice Ravel
- Ma mère l'oye / Ballettmusik
- Rhapsodie espagnole
- Boléro / Fassung für zwei Klaviere und Percussion
sowie baskische Volksmusik


Abbildungsnachweis:
Header: Katia und Marielle Labèque. Foto: PR Weingold & Böhm

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

avatar C.Müller
+1
 
 
Erhalt des Kultursommers auf der Trabrennbahn Bahrenfeld.

Wo haben wir sonst eine so tolle und große Open Air Fläche?
Leute bewegt euch.
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Kommentar abschicken
Abbrechen
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Festivals, Medien & TV > Roots – Katja und Marielle Labèque zum Sch...

Mehr auf KulturPort.De

Studio Braun: „Der goldene Handschuh“ im Deutschen Schauspielhaus
 Studio Braun: „Der goldene Handschuh“ im Deutschen Schauspielhaus



Was Kult ist, muss nicht unbedingt gut sein. Heinz Strunk ist Kult und tut alles dafür, dass es so bleibt. Egal, auf welchem Niveau. Sein blutrünstiger Bestsel [ ... ]



Dschungelbuch für Kinder – ganz eng am Original
 Dschungelbuch für Kinder – ganz eng am Original



Das Hamburger Theater für Kinder im Allee Theater, das in dieser Spielzeit seinen 50. Geburtstag feiert, bezaubert mit einer fantastischen Version des „Dschun [ ... ]



„Detroit” – Kathryn Bigelows Blick zurück im Zorn
 „Detroit” – Kathryn Bigelows Blick zurück im Zorn



Furioser Politthriller als Chronik staatlich autorisierter Gewalt.
Detroit, 25. Juli 1967. Hinter der Bühne des legendären Fox-Theatres fiebern Leadsinger Lar [ ... ]



Kopf-Hörer 18
 Kopf-Hörer 18



Alexander M. Wagner ist 22 Jahre jung. Er brilliert bei TYXart mit Tschaikowskys b-Moll-Klavierkonzert und präsentiert seine eigene zweite Symphonie. Außerdem  [ ... ]



Andreas Brandhorst: „Das Erwachen“ – Maschinenintelligenz außer Kontrolle
 Andreas Brandhorst: „Das Erwachen“ – Maschinenintelligenz außer Kontrolle



Dieser Thriller hat es in sich. „Das Erwachen“ bestätigt all unsere Ängste und Befürchtungen: Maschinenintelligenz (MI) bemächtigt sich der Künstlichen  [ ... ]



All Johr Wedder – Schöne Bescherungen im Ohnsorg Theater
 All Johr Wedder – Schöne Bescherungen im Ohnsorg Theater



Oje, du Fröhliche! Das Ohnsorg Theater stimmt mit „All Johr wedder“, der plattdeutschen Fassung von Alan Ayckbourns „Schöne Bescherungen“, auf die Weih [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.