Zum Anfang

AktionsPort - Gewinnspiele

Anzeige

KulturPort.De Community Login

Wer ist online?

Wir haben 5658 Gäste und 2 Benutzer online

Neue Kommentare

Peter Schmidt zu Neue Synagoge Dresden – ein Symbol jüdischen Lebens : Eine sehr interessante Beschreibung der Neuen Syn...
K9 Koordination für regionale Kultur zu Volkshochschulen in Dithmarschen und Nordsee Akademie Leck werden erste Kulturknotenpunkte: Kulturknotenpunkt Dithmarschen/Steinburg
L...

Anthony Pilavachi, Regisseur zu Theater Lübeck: „La damnation de Faust“ – Jubel für eine kaum bekannte Berlioz-Oper: Ich möchte mich für die tolle Kritik bedanken. ...
Fußballexperte Henning Juhre zu Andreas Schmidt in der Komödie Winterhuder Fährhaus: „Mittendrin“: Ambitioniert, witzig und gut. Sehr gut gespielt, ...
Hella Hä zu Reaktivierung der Historischen Turnhalle im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG): Man darf es nicht gut finden, was in der Pressemi...

Anzeige

Spezial - Elbjazz Festival 2014

Spezial - Lange Nacht der Museen 2014

Spezial - Hamburger Gitarrentage 2014

Spezial - Hamburger Architektur Sommer 2015

Deutsche Kulturförderpreises 2014

Bildende Kunst

Antony Gormley: Horizon Field Hamburg

Drucken
(97 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Geschrieben von Isabelle Hofmann  -  Mittwoch, den 16. Mai 2012 um 09:45 Uhr
Antony Gormley: Horizon Field Hamburg 4.6 out of 5 based on 97 votes.
Antony Gormley / Horizon Field / Deichtorhalle

Schlange stehen vor einer leeren Ausstellungshalle und dann noch beim Betreten die Schuhe ausziehen – so etwas hat Hamburg bislang noch nicht erlebt.
Doch in der Tat: Der Andrang ist groß. Jeder will Antony Gormleys „Horizon Field“ sehen: Die schwarz-spiegelnde Ebene knapp acht Meter über dem Boden der großen Deichtorhalle verspricht eine ganz ungewöhnliche Art der Selbsterfahrung.

„Es gibt Dinge, die können nicht artikuliert werden“, hat Antony Gormley einmal über seine Kunst gesagt. „Dinge, die sich dem Diskurs entziehen. Für die es einfach keinen präzisen Ausdruck gibt. Ich möchte dort anfangen, wo die Sprache endet.“ Wenn man acht Meter über dem Boden der Deichtorhalle auf seinem horizontalen Feld herumläuft, allein oder vielleicht auch mit vielen anderen Besuchern, kommen einem diese Worte in den Sinn. Natürlich meint der britische Künstler nicht die materielle Beschaffenheit seines Gesamtkunstwerks aus Technik und menschlicher Partizipation. Die lässt sich sehr gut in Worte fassen: Die schwebende Plattform war eine technische Herausforderung, wie sie die Deichtorhallen noch nicht erlebt haben. Zwei Jahre lang arbeiteten der Künstler und sein Team mit Hamburger Ingenieuren und Architekten daran, sie zu meistern. Gormley wollte eine möglichst dünne Tragfläche an sehr starken Drahtseilen schaffen – die aber möglichst unsichtbar sein sollen. Die hochglänzende Oberfläche, die bis zu 100 Personen gleichzeitig betreten dürfen, musste unzerkratzbar sein, um über die gesamte Zeit der Präsentation ihre Illusionskraft zu behalten. „Einerseits soll Horizon Field so filigran wie ein Musikinstrument sein und einem das Gefühl von Schwanken und Grenzenlosigkeit vermitteln, anderseits soll es mit deutschen Baunormen und Sicherheitsvorkehrungen vereinbar sein“, erläutert Deichtorhallen-Chef Dirk Luckow den Spagat, den das Team hier zu bewältigen hatte und scheint sich immer noch darüber zu wundern, dass es überhaupt geklappt hat. Immerhin hängt hier eine 1.200 Quadratmeter große Stahlkonstruktion von über 70 Tonnen Gewicht in der Luft.

Die Plattform, die hier in einem beispiellosen Kraftakt installiert wurde, ist nur das Instrument für das anthropologische Experiment, das hier von statten geht. Die überraschenden Erfahrungen, die man hier vielleicht macht. Die merkwürdigen Gefühle, die in einem aufsteigen, sobald man die vibrierende Ebene betritt und für die man noch keine rechten Worte hat. Man steht mit beiden Beinen auf einer Fläche und hat doch den Boden unter den Füßen verloren. Die Schwingungen und Schwankungen, ausgelöst durch Springen, Laufen oder den Gleichschritt einer Gruppe, erzeugen leichten Schwindel und eine fundamentale Verunsicherung: Ein Balanceakt – mit einem Mal existiert nur Körper und Raum. Unversehens wird man sich der Abhängigkeit von seinen Mitmenschen und ihrem Handeln bewusst. Gleichzeitig erscheint die Welt unendlich weit entrückt. Für Gormley, der drei Jahre lang in Indien und Sri Lanka lebte und dort die Technik der Vipassana-Meditation erlernte, ist Horizon Field auch ein meditativer Ort, wie er sagt.

Je mehr er sich mit der Halle befasst hätte, umso mehr hätte sie ihn inspiriert, erzählt der 61-jährige Künstler. Die Form des Feldes hätte sich gleichsam aus einer zwingenden Logik heraus ergeben, die Halle selbst sei „die Mutter der Erfindung“: Keine Schnörkel, keine überflüssigen Elemente, alles nur Funktion, die ursprünglich dazu diente, hier Lebensmittel und Blumen zu verkaufen. Horizon Field soll zu dieser ursprünglichen Bestimmung zurückführen. Zu einem Ort der Begegnungen im Sinne des antiken Marktplatzes, der griechischen Agora. Zu einem Ort, an dem sich die Kraft der Kunst entfaltet und nicht die des Kunstmarktes. Zu einem Ort, an dem man sich selbst wieder zu spüren lernt.

Horizon Field Hamburg ist noch bis zum 16. September in den Deichtorhallen zu erleben. Deichtorstraße 1-2, 20095 Hamburg.
Alle Infos unter www.deichtorhallen.de
Der Eintritt ist frei.

Fotonachweis:
Header: HORIZON FIELD HAMBURG. Foto: Viviane von Veltheim
Galerie:
01. Antony Gormley auf dem HORIZON FIELD HAMBURG, 2012 Antony Gormley HORIZON FIELD HAMBURG, 2012 Steel 355, steel spiral strand cables, stainless steel mesh (safety net), wood floor, screws & PU resin for top surface coating. 206 x 2490 x 4890cm, 60000 Kg Installation view Deichtorhallen Hamburg Photograph by Henning Rogge
02. HORIZON FIELD HAMBURG, 2012 Steel 355, steel spiral strand cables, stainless steel mesh (safety net), wood floor, screws & PU resin for top surface coating. 206 x 2490 x 4890cm, 60000 Kg Installation view Deichtorhallen Hamburg Photograph by Henning Rogge
03. HORIZON FIELD HAMBURG, 2012 Steel 355, steel spiral strand cables, stainless steel mesh (safety net), wood floor, screws & PU resin for top surface coating. 206 x 2490 x 4890cm, 60000 Kg Installation view Deichtorhallen Hamburg Photograph by Helmut Kunde
04. Preview mit Antony Gomley. Foto: Viviane von Veltheim
05. Meditation mir Antony Gormley auf HORIZON FIELD HAMBURG. Foto: Viviane von Veltheim

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Bücher & CDs – wissen was sich lohnt

Frank Peter Zimmermann spielt Mozart
article thumbnail



Frank Peter Zimmermann hat auf seiner Stradivari „Lady Inchiquin“ drei Violinkonzerte von Mozart und zwei Einzelsätze neu eingespielt. Die großarti [ ... ]



Julia Biel: Love Letters and Other Missiles
article thumbnail



Schon bevor die neue Silberscheibe von Julia Biel von meinem CD-Player eingesogen wurde, hatte ich von ihrem mehrfachen Auftauchen in der Playlist der Jamie-Cull [ ... ]



Arvo Pärt – Für Anna Maria
article thumbnail



Er ist ein Meister seines Fachs und trotz des großen Erfolgs als gefeierter zeitgenössischer Komponist Neuer Musik, immer bescheiden und zurückhaltend geblieb [ ... ]



Elena Chouzouri: „Die lügnerische Sonne der Kinder“. Über Heimat und Verlust
article thumbnail



Denken wir an Griechenland: Wirtschaftskrise, Sommerurlaub, Antike, Gastarbeiter, „griechischer Wein...“.
Und neben diesen plakativen gibt es manch [ ... ]



Mehr auf KulturPort.De

Ulf Harten: „Hamburg Total – Die Ausstellung“
article thumbnail



Wo Ulf Harten Hand anlegt, tanzen die Türme.
Seit mehr als zwanzig Jahren zeichnet der Hamburger Comic-Künstler seine Heimatstadt so beschwingt, dass [ ... ]



Neue Synagoge Dresden – ein Symbol jüdischen Lebens
article thumbnail



Dresden – auch das Elbflorenz des Nordens genannt – gehört mit seinen barocken Prachtbauten, dem Zwinger und Residenzschloss, der Semperoper, de [ ... ]



„The Imitation Game. Ein streng geheimes Leben”
article thumbnail



Ästhetisch virtuoser Mix aus fesselndem Spionagethriller und ergreifendem Drama. Atemberaubend: Benedict Cumberbatch.

Während des zweiten Weltkrieges versuc [ ... ]



Theater Lübeck: „La damnation de Faust“ – Jubel für eine kaum bekannte Berlioz-Oper
article thumbnail



Auch versierten Musikfreunden ist die „légende-dramatique“ in vier Teilen „La damnation de Faust“ op. 24 (deutsch: „Fausts V [ ... ]



„Eine Stunde Ruhe“ – Herbert Knaup im St. Pauli Theater
article thumbnail



Als polternder TV-Kommissar Kluftinger ist Herbert Knaup längst Kult.
Kluftinger ist die Hauptfigur einer erfolgreichen Kriminalromanreihe der deutschen S [ ... ]



Litauen – ein Land der ausdauernden Symbole
article thumbnail



Litauen ist das süd-westlichste aller drei baltischen Länder und das bevölkerungsreichste mit drei Millionen Einwohnern.
Vilnius (Wilna), Kaunas [ ... ]



Weitere aktuelle Artikel

"zeitlos" – Empfehlungen aus dem KulturPort.De-Archiv

Giorgio Gullotta Architekten: Schanzen-Höfe
article thumbnail



Jahrzehntelang waren die alten Viehhallen an der Sternschanze ein blinder Fleck auf dem Stadtplan, ausgeklammert, umfahren, verdrängt.
Doch dann entdeckte  [ ... ]



Kunst und Kultur - kurz vorgestellt: 400 Schüler zeigen ihre Kunst
article thumbnail



15 Quadrat Kunst macht Schule ist ein gemeinnütziges Projekt für Schüler und Schülerinnen. Gestaltet von Künstlern und initiiert vom Kunstclub Hamburg.
Das [ ... ]



Goethe! bleibt - der Film geht wieder
article thumbnail



Es ist kein Wunder, dass es bislang kaum Filme gab, die sich mit Leben und Werk eines der deutschen Überfiguren beschäftigt hat: Goethe!
Er war schein [ ... ]



Adriane Steckhan: Urban Skins
article thumbnail



Der englische Begriff „Urban“, der abgeleitet vom lateinischen Wort „urbs“ soviel bedeutet wie Stadt, städtisch, kommunal bis hin zu [ ... ]



Hanno Edelmann: Das ganze Leben im Dienst der Kunst
article thumbnail



Es gibt Maler, denen gebührt einfach Hochachtung. Nicht, weil sie so avantgardistisch sind, internationale Berühmtheit erlangten oder Rekordpreise erzielten.  [ ... ]



„Der Große Crash - Margin Call“: Denn sie wissen was sie tun
article thumbnail



Die Finanzkrise, die 2008 begann und die Welt bis heute im Griff hat, ist Grundlage eines packenden Films eines noch fast unbekannten amerikanischen Regisseurs.  [ ... ]



Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Events