Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 883 Gäste online

Neue Kommentare

Marlies Lampert zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo liebe Hüsungianer,
ich bin ca. 1999...

SingulART zu Kunstmuseum Wolfsburg: This Was Tomorrow. Pop Art in Great Britain: Grossartige Ausstellung war das! Wir haben unsere...
tommy zu Ensemble Resonanz zu Gast bei NEW HAMBURG: gute sache, dass sie mal aus ihrem bunker rauskom...
Lena Baal zu Zum Tode von Peter Härtling: Peter Härtling war nicht nur ein großartiger Sc...
Elisabeth Warken zu Gurre-Lieder in der Elbphilharmonie: Zu wenig Vertrauen in die leisen Töne: Die Kritik zu den Sängern kann ich nicht ganz ve...

Anzeige

Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Hamburger Architektur Sommer 2015


Bildende Kunst

Im Gespräch: Die Künstlerin Iris Schomaker

Drucken
(496 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Donnerstag, den 28. Mai 2009 um 14:47 Uhr
Im Gespräch: Die Künstlerin Iris Schomaker 4.7 out of 5 based on 496 votes.
Untitled (Black Lake), 2009 Watercolor and oil on paper

(Bild: Untitled (Black Lake), 2009 Watercolor and oil on paper, 21 x 30 cm)


Iris Schomaker im Gespräch mit Claus Friede in ihrem Atelier in Berlin-Mitte.

Claus Friede (CF): Bei unserem ersten Treffen haben wir überlegt, ob es nicht sinnvoll ist, anstatt einen Text über deine Arbeit zu schreiben, ein gemeinsames Künstlergespräch zu führen. Die Möglichkeit, die Künstlerin selbst zu Wort kommen zu lassen, erschien uns beiden als guter und authentischer Einstieg auf Deine Arbeit aufmerksam zu machen. 

 

Zu Beginn unseres Gesprächs haben wir eine ganze Reihe von Begriffen und Themen, an denen wir uns entlang arbeiten können.  Zum einen ist da der Begriff der Reduktion, des Komprimierens, auf den wir genauer eingehen sollten. Du hast im Vorfeld zu diesem Gespräch über ein Vorgehen gesprochen, das ich mit einem Katalysator vergleichen würde. Es geht dir darum, Themen, Fragestellungen und Inhalte zu reduzieren, zu filtern und zu kanalisieren. Die Reduktion unterliegt also einem katalytischen Vorgehen, einem Prozess der subtilen Dynamisierung.
 

Du hast im Vorgespräch über deine künstlerischen Bezüge auch Beispiele aus der Kunstgeschichte genannt, die japanische und chinesische Landschaftsmalerei oder die Farbfeldmalerei von Barnett Newman, auf die du dich berufst.
Wir sollten erst einmal über die Reduktion sprechen: Was bedeutet sie und welche Filterinstrumente benötigst du dafür? Du scheinst ja an bestimmten Punkten durchaus auch assoziativ vorzugehen, du kommst von Begriffen auf andere Begriffe und auch auf, ich nenne dies einmal, vereinfachte Zeichen. Du brichst die Inhalte quasi herunter bis du einen bestimmten Kern erreichst.

Pferd und Reiter I, 2009 ,Oil and watercolor on paper(Bild: Pferd und Reiter I, 2009 ,Oil and watercolor on paper, 290 x 240 cm) 
Iris Schomker (IS): Mir geht es wirklich genau um diesen Kern. Ich habe viele Arbeiten, die figürlich sind und trotzdem auch starke abstrakte Qualitäten haben. Es gibt zwar eine Farbigkeit in meinen Bildern, doch auf den ersten Blick wirken viele eher schwarz-weiß und durch die Setzung der Flächen und Reduzierung der Formen und die direkte und manchmal fast rohe Arbeitsweise erreiche ich eine Konzentration auf etwas Abstraktes.

CF: Das Pferd ist auf dem Bild aber doch als Pferd gemeint, es ist kein Surrogat oder Symbol, das nur auf etwas außerhalb seiner selbst verweist, oder?

IS: Ja und nein. Es geht bei dem Bild nicht um ein bestimmtes Pferd, das im Wasser steht, sondern es geht um die Idee eines Pferdes, das im Wasser steht, und um das, was mit dem Betrachter und dem Raum, in dem das Bild hängt, geschieht.

CF: Verstehe ich es richtig, dass du zwischen Bild und Betrachter Ebenen einschiebst?

IS: Ja, man schaut im Grunde auf das Bild und sieht: Das ist ein Pferd. Wenn der Betrachter dann anfängt genau zu schauen, kommt sehr schnell die Frage: Ist das überhaupt ein Pferd? Vom Anatomischen her stimmen meine Motive oft nicht. Und trotzdem fügt sich alles zusammen.

CF: Es kommt mir so vor, als seien die Details zwar einmal dagewesen, aber als hättest du sie wegradiert, fortgenommen. Das Hauptmotiv bleibt solitär in der Welt zurück, ist auf das Wesentliche reduziert und der Aspekt des Innehaltens kommt hinzu: Die Einzelfiguren im Raum, im entleerten Raum wirken allein, vereinzelt und manchmal einsam, zumal du auch nie Personengruppen malst oder zeichnest.

IS: Ja, es geht schon um ein klares Bei-sich-sein und um eine „andere“ Welt, die uns in ihrer Ruhe und Intensität irritiert.

CF: Ist damit auch das introvertierte Sein des Einzelnen gemeint, als Absetzung zur Welt außerhalb der Bilder?

IS: Ja, das kann man so sagen.



 

Home > Blog > Bildende Kunst > Im Gespräch: Die Künstlerin Iris Schomaker

Mehr auf KulturPort.De

Philippe Quesne: Die Nacht der Maulwürfe – magische Farborigien
 Philippe Quesne: Die Nacht der Maulwürfe – magische Farborigien



Es gibt sie noch, die wundersamen Glücksmomente im Theater, die gestandene Kritiker (und Kritikerinnen) mit großen Augen dasitzen und staunen lassen wie Kinder [ ... ]



Mariano Pensotti: „Loderndes Leuchten in den Wäldern der Nacht“
 Mariano Pensotti: „Loderndes Leuchten in den Wäldern der Nacht“



Was für ein ungewöhnliches Stück! Eines? Nein: Was für drei ungewöhnliche Stücke – so intelligent, humorvoll und hintersinnig!
Mariano Pensottis „Lod [ ... ]



Vienna Vocal Consort: Nostre Dame
 Vienna Vocal Consort: Nostre Dame



Das Vienna Vocal Consort zählt seit Gründung im Jahr 2007 zu Österreichs renommiertesten Vokalensembles für Alte Musik. Deren neues Album „Nostre Dame“  [ ... ]



„Dalida”. Oder die Angst vor der Dunkelheit
 „Dalida”. Oder die Angst vor der Dunkelheit



Wie viel Tragik verkraftet ein Film in Zeiten von „Wonder Woman” oder „Atomic Blonde”? Tough ist angesagt, und viele Kritiker reagierten eher störrisch  [ ... ]



Chilly Gonzales in Lübeck – atemberaubend mitreißend
 Chilly Gonzales in Lübeck – atemberaubend mitreißend



Der Schlafrock war schwarz und nicht rot, wie am Vorabend in der Elbphilharmonie. Entsprechend seriös, ganz leise und melodisch der Einstieg.
Chilly Gonzales l [ ... ]



Sommerliche Musiktage in Hitzacker: Durchwoben vom ständigen Wandel
 Sommerliche Musiktage in Hitzacker: Durchwoben vom ständigen Wandel



Dass „die Tonkunst eine rührend-kurze Freude (ist), die aus dem Nichts entsteht und ins Nichts vergeht... eine kleine fröhliche Insel... die auf dem dunklen, [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.