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subvision. kunst. festival. off. oder wie kann ich ein Kunstfestival erklären

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Geschrieben von: Claus Friede  -  Donnerstag, den 11. Juni 2009 um 10:49 Uhr
subvision. kunst. festival. off. oder wie kann ich ein Kunstfestival erklären 4.3 out of 5 based on 224 votes.
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Es ist ein Projekt, das nach den späten 1980er Jahren klingt und viel Zeit brauchte, tatsächlich einmal umgesetzt zu werden. Ein internationales Festival der Gegenwartskunst mit Schwerpunkten auf (vermeintlich) neuen künstlerischen Strategien, auf Kommunikation und Vermittlung.

Ein Projekt bei dem weder Initiatoren, Kuratoren noch das Publikum genau wissen können, wie es sich entwickelt und was tatsächlich am Ende herauskommt.

Aber genau hier liegen schon die ersten Hasen im Pfeffer, denn was künstlerische Realität ist, nämlich zu experimentieren, auszuprobieren und die Dinge auch einmal laufen lassen zu können - auch öffentlich, wird in vielen anderen gesellschaftlichen Systemen und Bereichen gleichgesetzt mit Begriffen wie ziellos, austauschbar oder beliebig. Dass dies nicht so sein soll, kann subvision beweisen. Muss es letztlich aber gar nicht. Denn auch hier gilt: Wenn wir nicht in der Lage sind, künstlerische Experimente und alternative Denkmuster öffentlich zu diskutieren und präsentieren bräuchten wir auch keine Kultur mehr, denn sie würde sich nicht mehr selbst speisen können!

30 Künstlerinitiativen aus 4 Kontinenten, die nicht mehr an denen uns allen so vertrauten Werkbegriffen der bildenen Kunst arbeiten, sollen zeigen, dass das gesellschaftliche Subsystem Kunst nicht alleinig die traditionellen Formen des Kunstbetriebes in der öffentlichen Wahrnehmung zulässt und pflegt, sondern auch jene Formen, die wie guter Humusboden alternative Denkstrukturen und andere künstlerische Äußerungen zulassen und diese dann auch mit eigenen Distributionen versehen.

Dass die Vermittlung eines solchen Projekts schon bei der Pressekonferenz auf viele Fragezeichen bei den Anwesenden stieß ist in sofern verständlich, weil auch die meisten Medienvertreter es nicht gewohnt sind, sich einmal vom Mainstream zu verabschieden. Nicht weil sie es per se nicht könnten, sondern weil sie immer mehr Gefangene ihres eigenen Systems geworden sind und dazu getrieben werden, eben den Mainstream zu verbreiten.
Umso erfreulicher ist die Tatsache, dass die Verantwortlichen des Projekts, Martin Köttering, Präsident der Hochschule für Bildende Künste Hamburg und die Kuratorin Brigitte Kölle und ihre Mitarbeiter es geschafft haben, überhaupt ein solchen Projekt zu initiieren und auf die Beine zu stellen. Köttering betonte dann auch wie schwierig es war, Überzeugungsarbeit zu leisten bei Behörden, Förderern und Sponsoren: „Wie erkläre ich etwas wovon keiner weiß, wie es am Ende aussehen wird?“

Ob subvision überhaupt ein Ende haben wird oder immer „work in progress“ bleibt werden wir Anfang September erfahren.

 



 

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