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Mit spürbarem Erfolg haben chinesische Schriftsteller in Augsburg, Erlangen und Würzburg aus ihren Werken gelesen. Enorm war dort die Resonanz beim Leserpublikum für chinesische Literatur der Autoren DAI Lai und TAN Xudong: rund 150 Literaturbegeisterte hörten Gegenwartsliteratur und Lyrik aus dem Reich der Mitte. Mit GUO Xuebo und QIN Wenjun gastieren im Mai in Deutschland zwei weitere Dichter aus China im Rahmen des Literaturprogramms von CHINA als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2009.

„Wir wollen den Menschen hier vor allem junge zeitgenössische chinesische Literatur näher bringen“, betont TAN Xudong, in China einer bedeutendsten Kinderliteraturexperten, zu seiner literarischen „Mission“ in Süddeutschland. TAN ist in China einer der produktivsten Kritiker für Kinderliteratur und erfolgreicher Dichter. Auf seiner dreitägigen Lesereise gemeinsam mit DAI Lai aus Suzhou ist ihm aufgefallen, dass den Deutschen chinesische Literatur weithin unbekannt ist. „Aber in China wissen mehr Menschen über deutsche Literatur Bescheid“, stellt TAN fest. Umso wichtiger sei es, dass hierzulande mehr Menschen über seine Literatur erführen.

Dazu ist es auch in Augsburg, Erlangen und Würzburg gekommen. Im Schnitt kamen 50 Interessierte, um aus DAIs Roman "Vier Leben" (im Original "Jia Yi Bing Ding") zu hören oder mit TAN für eine Weile lyrisch in die Seelenwelt der Kinder zu folgen. Die kulturell-geographische Distanz zwischen Publikum und Autoren dürfte sich aufgrund der universellen Bedeutung der gelesenen Themen vollständig aufgelöst haben: „In meiner Literatur beschreibe ich – wenn wir den geographischen und sozialen Hintergrund ausklammern – das Wesensinnere der Menschen. Daher können meine Romane in universellem Sinne von allen Menschen gleichermaßen verstanden werden”, erklärt DAI. 
 


Lesungen im Mai: Prosa von QIN Wenjun und GUO Xuebo in München und Düsseldorf
Zu dieser einzigartigen Nähe zwischen Publikum und chinesischen Künstlern dürfte es auch kommen, wenn Ende Mai QIN Wenjun und GUO Xuebo in München und in Düsseldorf zu Gast sind. Beide Autoren werden in München am 26. Mai in der Buchhandlung Lentner, Marienplatz 8 (20.00 bis 21.30 Uhr), und am 27. Mai im Cafe Indigo der Initiativgruppe e. V., Karlstraße 50 (19.30 bis 21.00 Uhr) in München, sowie in Düsseldorf am 28. Mai in der Shuyao Teelounge, Grünstraße (Eingang Kö Galerie), Königsallee 60 d (19.00 bis 20.30 Uhr), gastieren.

GUO Xuebo, der mongolischen Volksgruppe zugehörig, lebt in Peking und hat mehr als hundert Kurzgeschichten verfasst. Die Werke des Autors, der auch Umweltaktivist ist, wurden ins Deutsche, Französische, Japanische und Englische übersetzt. Seine Erzählung „Die Muttermilch“ erschien in dem Erzählband „Das irdische Dasein“ zum Deutsche Welle Literaturpreis China 2001. Sie handelt von der landschaftlichen Wildnis Chinas und erzählt von der ortsbedingten und psychischen Nähe zwischen Menschen und wilden Tieren. GUO ist Mitglied des Chinesischen Schriftstellerverbandes und Vizedirektor der Akademie für Umweltliteratur Chinas. Zu diesem Genre der Umweltliteratur gehört seine ins Englische und Französische übersetzte Geschichte „Sandfuchs”.

QIN Wenjun, in Shanghai geboren, gilt als Repräsentantin des chinesischen Jugendromans. Chinesische Kritiker heben insbesondere ihre Campusromane hervor, die landesweit zu den besten Werken der 90er Jahre gezählt werden. Ihr Kinderbuch "Ein Junge namens Jia Li" (Originaltitel: Nansheng Jia Li) gilt als Kinderbuchklassiker in China. Ihre Romane wurden ins Japanische, Englische und Deutsche übersetzt. Mehrere ihrer Kinder- und Jugendbücher wurden mit wichtigen Buchpreisen in diesem Genre ausgezeichnet.

Erstmals in der Geschichte Chinas reisen dutzende chinesischer Schriftsteller durch Deutschland, um ihre Werke vorzustellen. Die Lesungen in unterschiedlichen kulturellen Einrichtungen, von Moderatoren und Dolmetschern begleitet, sollen es den Autoren ermöglichen, ihre Literatur den Menschen näher zu bringen und in direkten Dialog mit ihnen zu treten.

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