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Während die Kölner Politik sich mitten in den Haushaltsverhandlungen befindet, bangen wichtige Player aus der Kölner Filmszene um ihr Fortbestehen.
Entscheidende Fragen zur Fördersituation der Sparte sind nicht geklärt. Neben aktuell drängenden Themen wie Pandemie, Kostensteigerungen und Energiekrise, hat der Wegfall der Stabsstelle Medien 2019 eine Lücke in die Förderstruktur gerissen, für die die Stadt Köln bis heute keine Lösung gefunden hat.

 


Unterstützt von über 200 Erstunterzeichner*innen wie zum Beispiel Daniel Brühl, Bettina Böttinger, Andres Veiel, Katharina Schüttler oder Lars Hendrik Gass wendet sich daher die Kölner Filmszene mit einem Appell an die Oberbürgermeisterin und den Rat, hier Lösungen zu finden.

 

Die zentralen Forderungen sind:
● Eine kurzfristige Lösung für die bedrohten Akteur*innen
● Ein langfristig schlüssiges und tragfähiges Förderkonzept für die gesamte Sparte
● Angepasste Förderetats, die dem aktuellen Transformationsprozess unserer Gesellschaft Sorge tragen

 

Die Szene hofft, mit diesem Appell einen Weckruf auszusenden. Es muss sich schnell etwas grundsätzlich ändern, sonst stirbt die Sparte einen langsamen Tod. So heißt es im Text:
“Köln hat eine reiche Film- und Kinogeschichte, schon 1896 wurden hier die ersten Filmaufnahmen von den Gebrüdern Lumière gemacht. Bis heute ist das Selbstverständnis als Medienstadt Teil der Kölner Identität. Die vielfältige Szene aus Filmschaffenden, Filminitiativen, Festivals, Filmbüro, Filmhaus, Filmclub, Filmforum, Kinos und Programmen der Filmbildung in Köln ist einzigartig. Doch wieviel wird davon die nächsten Jahre überleben?”


Initiator des Appells ist KINOaktiv e.V., in dem die freie Filmkulturszene organisiert ist.
Veröffentlicht ist der Appell auf filmszene.koeln/appell-zur-rettung-der-koelner-filmszene/ Dort findet man auch einen Link, um den Appell zu unterschreiben. Es ist geplant, der Oberbürgermeisterin den Appell mit den bis dahin gesammelten Stimmen vor der nächsten Ratssitzung am 10.11.22 zu übergeben.

Quelle: KINOaktiv

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
sehr geehrte Mitglieder des Rates der Stadt Köln,
als kürzlich Jean-Luc Godard starb, titelte eine große deutsche Zeitung: „Das Kino ist jetzt wirklich tot.“ Dem möchten wir vehement widersprechen!
Jedoch ist eines nicht abzustreiten: Nach Jahren der Pandemie, Preissteigerungen und nun auch noch einer veritablen Energiekrise, sorgen wir uns ernsthaft um die Kino- und Filmkultur in Köln.
Die Kunstform Film ist jung, kaum mehr als 120 Jahre alt und doch hat sie das 20. Jahrhundert so stark geprägt, wie kaum ein anderes Medium.
Köln hat eine reiche Film- und Kinogeschichte, schon 1896 wurden hier die ersten Filmaufnahmen von den Gebrüdern Lumière gemacht.
Bis heute ist das Selbstverständnis als Medienstadt Teil der Kölner Identität.
Die vielfältige Szene aus Filmschaffenden, Filminitiativen, Festivals, Filmbüro, Filmhaus, Filmclub, Filmforum, Kinos und Programmen der Filmbildung in Köln ist einzigartig.
Doch wieviel wird davon die nächsten Jahre überleben?


Im Jahr 2019 war der Stadt Köln die Filmkunst und -kultur 54 Cent pro Einwohner*in wert, sie machte nur 0,2 Prozent des Kulturetats aus. Diese Zahlen zeigen, dass schon vor der Pandemie, vor Inflation und Energiekrise die Etats sehr klein waren. Die Lage hat sich seitdem deutlich verschärft. Festivals kommen mit ihren ursprünglichen Budgets nicht mehr aus.


Das erst im letzten Jahr neu eröffnete Filmhaus Köln blickt unter diesen Vorzeichen schon wieder in eine schwierige Zukunft.
Darüber hinaus gibt es seit der Abschaffung der Stabsstelle Medien im Jahr 2019 eine nicht geklärte Fördersituation, die gleich drei Akteur*innen betrifft: Das Filmbüro NW, das Festival für Schnitt und Montagekunst Edimotion und SoundTrack_Cologne.

 

Im Haushaltsentwurf der Stadt für 2023/24 ist bisher kein Budget vorgesehen, um diese Lücke zu schließen. Unter diesen Umständen steht die Zukunft wichtiger Institutionen für das kulturelle Leben unserer Stadt auf dem Spiel.
Jetzt ist noch Zeit, die Entwicklungen zu gestalten, statt sie einfach geschehen zu lassen.
Als Filmschaffende, als Filmbegeisterte, als Festivalmacher*innen, Zuschauer*innen, Kinobetreibende, als Bürger*innen dieser Stadt fordern wir zur Sicherung der vielseitigen Filmszene Köln:

Eine kurzfristige Lösung für die bedrohten Akteur*innen
Ein langfristig schlüssiges und tragfähiges Förderkonzept für die gesamte Sparte
Angepasste Förderetats, die dem aktuellen Transformationsprozess unserer Gesellschaft Sorge tragen In seinen HISTOIRE(S) DU CINÉMA sagt Jean-Luc Godard: „Das Kino ist nicht vor der Zeit geschützt. Es ist der Schutz vor der Zeit.“ Lasst es uns schützen, damit es uns weiterhin in Köln Schutz bieten kann!

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