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Die Deutsche UNESCO-Kommission hat heute auf ihrer 82. Mitgliederversammlung die Resolution „Multilaterale kulturelle Zusammenarbeit für das 21. Jahrhundert“ verabschiedet. Darin fordert sie die UNESCO angesichts des russischen Kriegs gegen die Ukraine auf, sich der Instrumentalisierung von Kultur, Erbe und Geschichte für nationalistische Zwecke entgegenzustellen.

 

„Wir erleben gerade, wie der Krieg vor unserer Haustür die Regeln der Vereinten Nationen untergräbt und zugleich das kulturelle Leben und Erbe einer gesamten Gesellschaft zerstören will“, erklärt die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission Maria Böhmer. „Kultur wird missbraucht, um geopolitische und nationalistische Interessen zu legitimieren. Dem müssen wir eine neue Form der multilateralen Zusammenarbeit entgegensetzen“, so Böhmer weiter. „Die weltweite Kultur-Kooperation gerade auch in der UNESCO braucht Regeln, die dieser traurigen Wirklichkeit im 21. Jahrhundert Rechnung tragen.“

 

Wo Schranken gegen politische Instrumentalisierung wirksam sind, baut kultureller Austausch in der internationalen Gemeinschaft Brücken wie kaum eine andere gesellschaftliche Kraft. Das gilt gerade auch nach Kriegen und Konflikten. Nach derzeitigem Stand gibt es jedoch kaum eine Möglichkeit, Staaten selbst bei schwerwiegenden Völkerrechtsverstößen und gravierenden Menschenrechtsverletzungen ihr Stimmrecht in zwischenstaatlichen Gremien der UNESCO zu entziehen. Dies muss sich ändern, fordert die Deutsche UNESCO-Kommission.

 

Darüber hinaus müssen die Übereinkommen und Programme der UNESCO so weiterentwickelt werden, dass die Eintragungen kultureller Güter und Ausdrucksformen wie zum Beispiel auf der Welterbeliste zwischenstaatliche Konflikte nicht befeuern. Einrichtungen wie internationale Schulbuchkommissionen sind laut der Resolution ein geeignetes Mittel, einer überstaatlichen Geschichtsschreibung den Weg zu ebnen.

Quelle: Deutsche UNESCO-Kommission

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