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Thalia Intendant Joachim Lux wurde heute Abend in St. Petersburg mit dem 18. Baltic Star International Award 2021 für besondere Verdienste um die Entwicklung und Konsolidierung humanitärer Beziehungen in der Baltischen Region ausgezeichnet. Er ist neben Heinrich Böll, der posthum mit dem Preis geehrt wurde, der erste Deutsche in dieser Reihe – und der zweite Hamburger neben dem amerikanischen Choreographen John Neumeier. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem die Regisseure Ingmar Bergman (Schweden), Andrej Waida (Polen), Aki Kaurismäki (Finnland), Luk Perceval (Belgien) und Lev Dodin (Russland), die Komponisten Krzysztof Penderecki (Polen) und Arvo Pärt (Estland), der Violinist Gidon Kremer (Lettland) und der Schriftsteller Lev Kopelew (Russland).

 
Der Preis wurde im Rahmen einer feierlichen Zeremonie am 11. Oktober 2021 im Hermitage Theater in St. Petersburg, einer Partnerstadt Hamburgs, übergeben. Neben Joachim Lux wurden 2021 die Sängerin Anne Veski (Estland), der Regisseur Kama Mironovich Ginkas (Russland), und der Initiator des Festivals „Bridge of Friendship in Narva" Tarmo Tammiste (Estland) ausgezeichnet. Der Kulturpreis wird seit 2004 von der Baltic International Festival Center Foundation in St. Petersburg verliehen. Er richtet sich an Kunst- und Kulturschaffende sowie Akteure des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft, die kulturelle Bindungen zwischen den Ländern der Baltischen Region fördern.
 
In seiner Rede dankte Lux gerade vor dem Hintergrund der problematischen Vergangenheit von Russland und Deutschland für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und unterstrich die Bedeutung der Kultur als alle Menschen verbindende Kraft: „Kultur kann dort, wo Politik versagt, Brücken bauen, Grenzen niedererzählen, niederspielen und niedermusizieren! Daran glaube ich! Kultur ist das kollektive Archiv der Menschheit, ihres Leidens, ihrer Auseinandersetzungen, ihrer Träume und Hoffnungen. Davon werden wir nie aufhören zu erzählen. Denn Kunst ist vor allem eins: frei.“
 
Das Thalia Theater wird seit vielen Jahren regelmäßig zu Gastspielen und auf Festivals nach Russland eingeladen. Neben anderen Produktionen waren „Das achte Leben (für Brilka)“ 2019 zu Gast in St. Petersburg und „Der Sturm. A Lullaby for Suffering“ 2019 zu Gast in Moskau, beide in der Regie von Jette Steckel, „Jeder stirbt für sich allein“ und „Die Brüder Karamasow“ 2013 in St. Petersburg, „Draußen vor der Tür“ 2013 in Moskau sowie „Der Kirschgarten“ 2012 in Moskau und St. Petersburg, letztere alle in der Regie von Luk Perceval.
Ein enger Austausch mit dem Baltic House St. Petersburg fand 2018 bei der internationalen Koproduktion „Neverland“ in der Regie von Antú Romero statt, einer Kooperation von drei Theatern und sechs Schauspielschulen. Im Baltic House wird am 13. November zum Abschluss des gerade zu Ende gehenden „Deutschlandjahr in Russland“ auch die Hölderlin-Lesung „Hyperion“ von und mit Jens Harzer zu sehen sein – im Thalia Theater in Hamburg steht sie am 29. Oktober auf dem Programm.   
 
Mit dem russischen Regisseur Kirill Serebrennikov und dem bis vor kurzem von ihm geleiteten Gogol Center Moskau verbindet Joachim Lux mehrjährige Beziehung. Serebrennikov führt in dieser Spielzeit erstmals für das Thalia Theater Regie und wird im Januar 2022 das Theaterfestival „Um alles in der Welt – Lessingtage“ mit „Der schwarze Mönch“ nach einer Erzählung von Anton Tschechow eröffnen, einer internationalen Eigenproduktion des Thalia Theater mit russischen und deutschen Sängern, Tänzern und Schauspielern. Ebenfalls im Rahmen des Festivals wird Serebrennikovs „Barocco“ als Gastspiel des Gogol Center zu sehen sein; bei den Lessingtagen 2019 wurde bereits sein „Who is Happy in Russia?“ bejubelt.

Quelle: Thalia Theater GmbH

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