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Seit 1950 ist das Augsburger Hohe Friedensfest ein staatlich anerkannter Feiertag, der nur innerhalb der Stadtgrenzen Augsburgs gilt. Mit dem Fest feierten ab 1650 nach den blutigen Auseinandersetzungen des Dreißigjährigen Krieges Augsburgs Protestant*innen ihre religiöse Gleichstellung. Daraus leitet die Stadt Augsburg bis heute die Verpflichtung und auch den Auftrag für ein friedliches und konstruktives Miteinander in der modernen, vielkulturellen und vielreligiösen Stadt ab. Der Tag wird inzwischen nicht nur ökumenisch und interreligiös begangen, sondern seit einigen Jahren auch von einem vielfältigen, partizipativen Kulturprogramm begleitet. Im Mittelpunkt der rund 70 Veranstaltungen steht 2021 das Thema „Fürsorge“. Das Kulturprogramm läuft noch bis zum 8.8. Am Hohen Friedensfest selbst gibt es ein traditionelles Festprogramm mit Gottesdiensten, Friedensgrüßen, einem Festkonzert und Begegnungen mit geteilten Speisen – die beliebte Friedenstafel auf dem Rathausplatz wird auch in diesem Jahr durch kleine Friedenspicknicks in der ganzen Stadt sowie dem Umland ersetzt. Stichwort: #friedenteilen!

 

Kulturprogramm zum Friedensfest*21 mit dem Thema „Fürsorge“
Was bedeutet Fürsorge? Wer sorg für wen? Was ist das gute Leben? Das Kulturprogramm nimmt eine weite Perspektive ein und schaut auf Aspekte der Solidarität, der Mitmenschlichkeit und des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Es leuchtet dabei auch in weniger erforschte Winkel: Wie steht es in unserer Gesellschaft um unbezahlte Care-Arbeit, oftmals von Frauen erledigt? Wie ergeht es „Young Carern“, jungen Menschen, die (unfreiwillig) Fürsorge-Verantwortung in der Familie übernehmen? Wie solidarisch sind wir eigentlich wirklich? Und wann kippt gut gemeinte Fürsorge in Bevormundung? Das Kulturprogramm zum Friedensfest*21 geht noch bis zum 8. August 2021, dem Augsburger Hohen Friedensfest, diesen Fragen nach.

 

Achtung, Raum-Änderung! Wegen der großen Nachfrage nach Karten für das Gespräch / die Lesung „Bis eine* weint. Faces of Moms* und die Frage nach der Zukunft der unbezahlten Care- Arbeit“ am 6. August um 18 Uhr (u.a. mit Beststeller-Autorin Mareice Kaiser )wurde die Veranstaltung in den Moritzsaal (Moritzplatz 5, 86150 Augsburg) verlegt. Die Veranstaltung gehört inhaltlich zur gleichnamigen Ausstellung, die noch bis zum 8.8. im Anna Café zu sehen ist.

 

Extra: Fürsorge und Solidarität – Thementag und Live-Übertragung unseres Medienpartners Bayern 2 in der neuen Reihe "Bayern 2 debattiert": "Who cares, wie solidarisch sind wir?" Mit Prof. Dr. Paula-Irene Villa, Sprecherin des Verbunds ForGender- Care; Sascia Bailer, Kuratorin; Prof. Dr. Dietmar Süß, Verbundkoordinator Projekt „Praktiken der Solidarität“; Jürgen Kerner, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall; Maximilian Dorner, Schriftsteller.
 
AUSWAHL an Programmpunkten (zweite Hälfte), chronologisch:

Aktionen, Gespräche, Feiern: „Taubenschlag“
30. Juli bis 1. August am Elias-Holl-Platz
Der stadtraum e.V. als Programmmacher*in des Taubenschlags fühlt sich dem Artivismus – einer Verbindung von Kunst und sozialer Aktion im öffentlichen Raum – verpflichtet. Angelehnt an das Thema des Friedensfestprogramms befassen sich die Akteure mit körperlicher und psychischer Fürsorge und mit Fürsorge und Queer. Was bedeutet z.B. queere Fürsorge in der Corona-Pandemie? Die Debatte zu Care ist häufig von Heteronormativität bestimmt von heterosexuellen Beziehungen und Familien ausgegangen. Die Blutsverwandtschaft wurde im Lockdown zum Maßstab für Kontakte. Aber gerade für queere Personen gilt: „The love that you need will never be found at home.“ Um so wichtiger sind deshalb queere Wahlfamilien, die häufig über das Zusammenleben in einem Haushalt hinausgehen. Diesen Fragen und Lebensrealitäten spürt das Team sowohl mit künstlerischen als auch mit diskursiven Formaten nach. Eigener Programmkalender hier: www.stadtraumev.de/taubenschlag. Veranstalter*in: Stadtraum e. V.

1. August, 11 bis 14 Uhr Helmut-Haller-Platz / Bob’s Biergarten
Begegnung: Friedensgrüße am Helmut-Haller-Platz: Platz der Für_Sorge
Die Kleine Friedenstafel in gewohnter Form ist auch dieses Jahr nicht möglich. Mit der Einladung zu Friedensgrüßen in Bob’s Biergarten möchte das Friedensbüro und alle beteiligten Partner*innen Menschen zusammenbringen, die den Helmut-Haller-Platz beleben und für ihn sorgen und auch jene, die ihn kennenlernen möchten. Begleitet durch ein buntes und musikalisches Programm sind alle eingeladen, sich mit ihren Liebsten und ihren liebsten Speisen zum Helmut-Haller-Platz zu begeben und miteinander feiern. Neben festlichen Ansprachen, Musik und gemeinsamem Essen, wird es die Möglichkeit geben, sich über die bauliche Zukunft des Platzes und die Arbeit der sozialen Einrichtung beTreff zu informieren.Die Friedensgrüße und Begrüßung erfolgen durch die zweite Bürgermeisterin Martina Wild. Weitere Grüße im Zeichen des Friedens wird es von Vertreterinnen und Vertretern der Religionsgemeinschaften sowie von Uwe Schmidt, Geschäftsführer der Drogenhilfe Schwaben geben. Musikalisch begleitet wird das Programm unter anderem durch das Duo „China Room“ und deren Motto „Acoustic fire“. Veranstalter*in: BOB’s, Flonny, Quartiersmanagement Rechts-der-Wertach (bauwärts), Quartiersmanagement Oberhausen, beTreff – Betreuter Treff für Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten, Friedensbüro und Büro für Kommunale Prävention, Stadt Augsburg, ARGE Oberhausen.

1. August, 18.00 Uhr, Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim)
„Ruiniert Euch! Literatur, Theater, Engagement“ – Podiumsdiskussion mit Buchpräsentation
Seit drei Jahren gibt es im Friedensfestprogramm die Reihe „Gespräche zu Literatur und Engagement“. Nun haben die Veranstalter ein spannendes Buch zusammengestellt und laden ein zur Vorstellung der Anthologie „Ruiniert Euch! Literatur und Theater zu Politik und Engagement“. Dort sind Essays der Autor*innen, die bereits in Augsburg im Friedensfestprogramm zu Gast waren, sowie einem Fotoprojekt von Sophia Süßmilch und Claudia Holzinger versammelt. Teilnehmende am Gespräch: Lena Gorelik, Markus Ostermaier; Alexander Eisenach; Falk Richter; Stephanie Waldow (Universität Augsburg) Manfred Rothenberger (Verlag Starfruit Publications). Programm mit dem Ensemble „Mehr Musik!“ und der Videokünstlerin Stefanie Sixt. Moderation: Niels Beintker (BR). Veranstalter*in: Universität Augsburg, Sensemble Theater und Friedensbüro

1.-8. August, verschiedene Orte
Kinderfriedensfest
Dem Organisationsteam im Amt für Kinder, Jugend und Familie ist es ein großes Anliegen, diesen besonderen Feiertag auch in einer Zeit mit Corona feierlich, freudig und würdig zu begehen. Und so werden in diesem Jahr die Themen Frieden und Fürsorge digital und in spannenden, coolen, farbenfrohen und pandemiekonformen Workshops umgesetzt. Am Feiertag selbst ist eine Rallye geplant. Die Angebote finden im Zeitraum vom 1.8.- 8.8. statt und sind im Tschamp Ferienprogramm buchbar. Infos & Anmeldung ab Mitte Juli unter www.tschamp.de. Veranstalter*in: Kommunale Jugendarbeit.
 
Quelle: Friedensbüro der Stadt Augsburg

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