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Der Hamburger Jazzbassist Giorgi Kiknadze bekommt den mit 7.500 Euro dotierten Werner Burkhardt Musikpreis 2020. Die Auszeichnung verleiht die Hamburgische Kulturstiftung seit 2012 an herausragende junge Jazzmusiker. Damit erfüllt sie das Vermächtnis des 2008 verstorbenen Musikkritikers Werner Burkhardt, der für diesen Zweck der Stiftung sein Vermögen vermacht hatte.

 

»Verlässlich und stilsicher als Begleiter, virtuos als Solist, tiefgründig als Komponist – Giorgi Kiknadze versteht es, ein Publikum in den Bann zu ziehen. Seine bedingungslose Hingabe an die Musik ist begeisternd, ob in Eva Johannsens Jazzraum oder der FATJAZZ-Reihe im Yoko. An seinem Instrument hat er einen eigenen, unverkennbaren Klang entwickelt, kernig, warm und singend. Sich nie in den Vordergrund drängend, dabei präsent und innovativ, findet er in jedem Kontext einen Platz zur Entfaltung seiner Ideen. Giorgi Kiknadze vereint Tradition und Moderne auf derart natürliche Weise, dass er weder Swing-Traditionalisten noch Free-Jazz-Avantgardisten Grund zur Sorge um die Zukunft des Jazz gibt. In Projekten junger Hamburger Musiker ist er ebenso aktiv wie in seinen eigenen Formationen. Im Zusammenspiel mit Instrumentalisten wie John Schröder, Christian Lillinger, Frank Delle oder Florian Weber wirkt er über die Grenzen Hamburgs hinaus.«, begründete die Jury ihre Entscheidung. Mitglieder der Jury waren Alex Holzwert (Karsten Jahnke Konzertdirektion), Philipp Püschel (JazzLab u. a.), Tom R. Schulz (Elbphilharmonie/Laeiszhalle), Ulrich Stock (Die ZEIT) und Lisa Wulff (Hamburger Jazzpreisträgerin 2020).

 

1982 in Tiflis geboren und in einer Musikerfamilie aufgewachsen, mit der er 1991 nach Lübeck zog, spielte Giorgi Kiknadze bereits als Kind Cello, Klavier und Gitarre. Nach dem Abitur absolvierte er an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg sein Studium im Fach Jazzkontrabass bei Prof. Lucas Lindholm. Seitdem ist er mit seinem charaktervollen Spiel aus der Hamburger Szene nicht mehr wegzudenken. 2014 gründete er mit Frank Delle, Lukas Klapp und Konrad Ullrich das Giorgi Kiknadze Quartett, mit dem er 2019 das Album »paysage« mit eigenen Kompositionen bei Unit Records veröffentlichte. Im Trio mit Rainer Böhm und Konrad Ullrich interpretiert er Musik aus seiner Heimat Georgien und mit Adrian Hanack, Silvan Strauß, Sven Kerschek und Lukas Klapp – als Formation H.S.K.K.K. – Stücke von David Bowie. Weiterhin spielt er im Quartett von Anna-Lena Schnabel, in Gabriel Coburgers Pocket Band sowie mit zahlreichen weiteren Bands und Musiker*innen.

 

Der Hamburger Journalist und Musikkritiker Werner Burkhardt (1928–2008) schrieb mehrere Jahrzehnte für Zeitungen wie die Süddeutsche Zeitung, Die WELT und ZEIT über Musik, Theater und Oper. Genregrenzen waren ihm dabei fremd. Besonders leidenschaftlich liebte er den Jazz. 2002 erschien im Oreos Verlag die Textsammlung »Klänge, Zeiten, Musikanten – ein halbes Jahrhundert Jazz, Blues und Rock«. Werner Burkhardt war lange Zeit Mitglied im Kuratorium der Hamburgischen Kulturstiftung und vermachte dieser sein Vermögen, um nach seinem Tod Hamburger Nachwuchsmusiker*innen mit dem Werner Burkhardt Musikpreis auszuzeichnen. Bisherige Preisträger waren der Gitarrist Sven Kerschek (2012) und der Pianist Matthias Winnitzki (2014).

 

Der mit 7.500 Euro dotierte Preis für herausragende Hamburger Jazzmusiker*innen bis 40 Jahre wird von nun an wieder alle zwei Jahre verliehen. Die Preisverleihung an Giorgi Kiknadze findet aufgrund der aktuellen Einschränkungen allerdings außerregulär nicht mehr in diesem Jahr, sondern erst im Frühjahr 2021 statt – und zwar in der neuen JazzHall an der Hochschule für Musik und Theater, die 2021 eröffnet. 

 

Quelle: Hamburgische Kulturstiftung

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