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Das Interesse an der deutschen Sprache bleibt weiterhin ungebrochen: Wie die Erhebung „Deutsch als Fremdsprache weltweit“ zeigt, lernen weltweit mehr als 15,4 Millionen Menschen Deutsch. Die Instrumente zur Förderung von Deutsch als Fremdsprache zeigen nachhaltige Wirkung. Nach wie vor gibt es in Europa die meisten Deutschlernenden, aber insbesondere in Afrika und Asien gewinnt Deutsch an Bedeutung. Die Zahl der Schulen, die Deutschunterricht anbieten, ist von 95.000 im Jahr 2015 auf rund 106.000 Schulen gewachsen. Die sprachliche Qualifizierung von Fachkräften aus dem Ausland spielt in der Deutschförderung eine zunehmend wichtigere Rolle. Digitale Lernangebote erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Die Erhebung wird alle fünf Jahre vom Auswärtigen Amt in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut, der Deutschen Welle, dem DAAD und der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) veröffentlicht.

In Europa lernen weiterhin die meisten Menschen Deutsch (11, 2 Millionen Deutschlernende). Dabei verzeichnen vor allem die Nachbarländer Dänemark, die Niederlande, die Tschechische Republik und in Frankreich (+18 % auf 1,185 Mio.) steigende Wachstumszahlen. Auch in Russland, das 2015 noch den größten Rückgang aufwies, wächst erneut die Zahl der Deutschlernenden um 16 % auf insgesamt 1,79 Millionen. In einigen europäischen Ländern hingegen ist ein Rückgang der Deutschlernenden zu verzeichnen: So ist Polen zwar weiterhin das Land mit den meisten Deutschlernenden weltweit (1,95 Millionen), allerdings ist die Zahl seit 2015 um 15 % gefallen. Der Abwärtstrend gilt auch für Ungarn. Der Austritt von Großbritannien aus der EU könnte wird das dort jetzt schon abflauende Interesse an Deutsch (-25 %) vermutlich noch weiter ankurbeln.

 

Außerhalb Europas fällt ein außerordentlich hohes Wachstum von fast 50 % in Afrika auf. Zu den afrikanischen Ländern, in denen die Zahl der Deutschlernenden gestiegen ist, gehören Ägypten, Algerien und Côte d'Ivoire. Ein weiterer wichtiger Wachstumsmarkt der deutschen Sprache liegt inAsien, vor allem in China. In den USA ist hingegen ist ein Rückgang bei den Deutschlernenden um 15 % zu vermelden.

Die Erhebung zeigt auch: Deutsch wird in erster Linie an Schulen gelernt. Während 2015 weltweit ca. 95.000 Schulen Deutschunterricht angeboten haben, sind es heute rund 106.000 Schulen. Ein erfolgreiches Instrument der weltweiten Förderung von Deutsch als Fremdsprache ist die Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH): Inzwischen nehmen daran etwa 2.000 Schulen mit mehr als 600.000 Schülerinnen und Schüler in über 100 Ländern teil. Die PASCH-Initiative wird in Kooperation mit der ZfA, dem Goethe-Institut, dem DAAD und dem Pädagogischen Austauschdienst der KMK durchgeführt. In den Schulen wird ein modernes Deutschlandbild vermittelt und es findet eine intensive Beschäftigung mit der deutschen Sprache und Kultur statt. Deutsch eröffnet darüber hinaus Zukunftschancen durch Zugang zu einem der weltweit besten Hochschulsysteme und zu einem attraktiven Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. 

 

An den Hochschulen lernen aktuell 1,27 Millionen Studierende Deutsch. Im Vergleich zu 2015 ist ein leichter Rückgang von rund 60.000 weniger Deutschlernenden zu vermerken. Mit dem Deutschen Sprachdiplom und den Abschlüssen an den Deutschen Auslandsschulen der ZfA erlangen jährlich rund 20.000 Absolventinnen und Absolventen weltweit den Zugang zum Studium in Deutschland, 45 % davon beginnen ein Studium in Deutschland. Auch das Bildungsprogramm „Studienbrücke“ des Goethe-Instituts und des DAAD fördert einen leichteren Zugang zur deutschen Hochschullandschaft.

Die sprachliche Qualifizierung von Fachkräften wird angesichts des neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetzes der Bundesregierung in den nächsten Jahren eine essenzielle Aufgabe der Vermittlung von Deutschkenntnissen sein. Insgesamt ist die Zahl der Deutschlernenden in der Erwachsenenbildung von rund 433.000 im Jahr 2015 auf 474.000 gestiegen. An den Goethe-Instituten lernen insgesamt rund 309.000 Menschen Deutsch, das ist ein Zuwachs von rund 73.000 Sprachkursteilnehmerinnen und –teilnehmern im Vergleich zu 2015. Dieses Wachstum ist zurückzuführen auf die wachsende Bedeutung der sprachlichen Qualifizierung von Fachkräften.

 

Erstmals in der Erhebung berücksichtigt wurden digitale Lernangebote. Die Ergebnisse zeigen, dass Online-Lernmöglichkeiten insgesamt an Bedeutung gewinnen und zukünftig noch wichtiger werden – bei der Vermittlung der deutschen Sprache wie bei der Ausbildung von Deutschlehrkräften. In der Erhebung nicht mehr berücksichtigt wurde die Zeit während der Corona-Pandemie. Die in der Studie betrachteten digitalen und mobilen Lernangebote der Mittlerorganisationen haben in der Zeit ab März 2020 erhebliche Nutzungszuwächse verzeichnet: Aktuelle Zugriffszahlen („Visits“) auf die Lernplattform des Goethe-Instituts zeigen beispielsweise einen bedeutenden Anstieg in der Nutzung von Online-Angeboten während weltweiter Kontaktsperren und Schließungen für Publikumsverkehr von Sprach- und Bildungseinrichtungen. Während im Mai 2019 rund 326.000 Visits zu verzeichnen waren, sind es im Mai 2020 über 1,2 Millionen Visits. Die Nutzung der Online-Deutschkurse der Deutschen Welle hat sich im gleichen Zeitraum auf 4,2 Millionen Visits verdoppelt.

 

Der wachsenden Nachfrage nach Deutsch an vielen Orten steht jedoch ein Mangel an Deutschlehrkräften entgegen: Die Qualifizierung von Lehrkräften genießt daher hohe Priorität in der Förderung des Auswärtigen Amts und bei den Partnern. So sorgen Aus- und Fortbildungsprogramme wie „Dhoch3“ des DAAD oder „Deutsch Lehren Lernen (DLL)“ des Goethe-Instituts für eine bessere Aus- und Weiterbildung für Lehrkräfte. 

 

Unter Federführung des Auswärtigen Amts erfasst das „Netzwerk Deutsch“ alle fünf Jahre gemeinsam mit lokalen Arbeitsgruppen die Daten zu den Deutschlernenden weltweit. An der Datenerhebung 2020 haben das Goethe-Institut, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Deutsche Welle und die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) mitgewirkt. Das Goethe-Institut koordinierte die Datenerhebung und bereitete die Daten auf.

 

Quelle: Goethe-Institut 

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