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Verabschiedung des Doppelhaushalts 2009 / 2010: Positives Ergebnis für Behörde für Kultur, Sport & Medien

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Freitag, den 06. März 2009 um 08:46 Uhr
Die Bürgerschaft hat gestern am späten Abend dem im vergangenen September vom Senat beschlossenen Doppelhaushalt 2009 / 2010 zugestimmt. Für die Behörde für Kultur, Sport und Medien ergeben sich im Haushalt folgende besondere Veränderungen:

 

Die Privattheaterszene wird nachdrücklich gestärkt 
Im Rahmen des Betriebshaushalts werden die Privattheater eine Anhebung der Zuwendungen um 2 Mio. Euro ab der Spielzeit 2009 / 2010 erhalten. Damit kann der im Gutachten zur Evaluation der Privattheater aus dem Juni 2008 genannte Betrag im wesentlichen ausfinanziert, die Empfehlungen der Expertise können umgesetzt werden. 
 

Die Film- und Medienwirtschaft erhält verbesserte Rahmenbedingungen

Die Filmförderung wird um 2 Mio. Euro jährlich deutlich aufgestockt, bereits 2008 waren zusätzlich 1 Mio. Euro abrufbar. Wie in der Koalitionsvereinbarung zugesagt, werden für das Hamburger Dokumentarfilmfestival erstmalig und für die Lesbisch Schwulen Filmtage Hamburg zusätzliche Mittel in Höhe von insgesamt 45 Tausend Euro pro Haushaltsjahr bereitgestellt. Basierend auf den Aussagen der Koalitionsvereinbarung werden Mittel für die Kreativwirtschaft und die Kreativagentur in Höhe von 1 Mio. Euro zur Verfügung stehen. 
 

Hamburg profiliert sich als Musikmetropole

Im Sinne der Aussage aus der Koalitionsvereinbarung, dass „Musik in die Stadt gebracht werden soll: z.B. durch einen Tag der Musik, ein Straßenmusikfestival, Stipendien und Unterstützer für eine/n ‚Composer in Residence’“, stehen ab 2009 zusätzliche 100 Tausend Euro zur Verfügung. Mit dem Doppelhaushalt erhalten die Hamburger Symphoniker ab 2009 eine Erhöhung ihres Etats um 1 Mio. Euro, ab 2010 um weitere 500 Tausend Euro. Auch dank der konstruktiven Unterstützung aus dem parlamentarischen Bereich können damit die von der Intendanz bereits seit längerem geforderten Entwicklungsperspektiven ermöglicht werden. Die Clubförderung, mit RockCity Hamburg e.V. als koordinierender Einrichtung, wird mit einem Mehrbetrag von 200 Tausend Euro ab 2009 deutlich aufgestockt.
 

Der Museumsreformprozess wird fortgeführt

Die bereits für 2008 beschlossene Erhöhung des Ansatzes für die Hamburger Museen um 2,1 Mio. Euro wird im Rahmen des Museumsentwicklungsplans mit dem neuen Haushalt in gleicher Höhe fortgeschrieben. 
 

Ausbau der Stadtteilkultur

Für die Stadtteilkultur werden in den kommenden beiden Haushaltsjahren zusätzliche Mittel in Höhe von jeweils 900 Tausend Euro bereitgestellt.
 

Wichtige Baumaßnahmen können umgesetzt werden
Im Rahmen des Investitionshaushaltes werden die Bücherhallen Hamburg dank zusätzlicher Mittel in Höhe von insgesamt 3 Mio. Euro am jetzigen Standort Hühnerposten dauerhaft ausgebaut. Für die Geschichtswerkstätten wird die Freie und Hansestadt Hamburg 1 Mio. Euro zur einmaligen Aufstockung des Stiftungskapitals der im Januar 2007 gegründeten Stiftung Hamburger Geschichtswerkstätten und Stadtteilarchive bereitstellen. Das House of Design wird – wie ebenfalls schon in der Koalitionsvereinbarung benannt – als Vorhaben umgesetzt. Dafür stehen im Doppelhaushalt insgesamt rund 930 Tausend Euro zur Verfügung. Die Clubszene wird einmalig mit 376 Tausend Euro für bauliche Investitionen unterstützt.

Senatorin Prof. Dr. Karin von Welck zum Haushaltbeschluss: „Ich bin ausgesprochen froh, dass die Behörde für Kultur, Sport und Medien im Doppelhaushalt 2009 / 10 im jetzigen Umfang berücksichtigt worden ist. Ich freue mich, dass keine Kürzungen notwendig waren und wir nun sogar mit zusätzlichen Mittel planen können.“

Quelle: BKSM

Anmerkung der Redaktion:
Egal welchen Newsletter wir auch bekommen haben, ob von den regierenden Fraktions-Kultursprechern oder den Medienpolitikern, es waren sich alle einig: "Der Kulturbereich wächst im Doppelhaushalt 2009/2010 allgemein um nahezu 8%, im Medienbereich sogar um 10%. Das hat es schon seit Urzeiten nicht mehr gegeben..."

Das sind die Zahlen, nun schauen wir auf die Umsetzung, sind gespannt auf die Kreativagentur, was die Privattheater mit dem Geld machen können und sich die Filmfeste besser etablieren als bisher.

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avatar Nepomuk Derksen
+4
 
 
Die Aufgabe der Kinder ist es die Welt neu zu erfinden. Welches Werkzeug ist dafür besser geeignet als die Kunst?

Ein Leitsatz für die Politiker aller Fraktionen bei der anstehenden Bearbeitung des Nachtragshaushalts 2010!

Das ehemalige Lieblingskind der Senatorin Prof. Dr. Karin von Welck, die Etablierung einer "Modellregion Kinder- und Jugendkultur" in Hamburg, wird nicht weitergeführt. Der dafür in den letzten Jahren eingesetzte Etat ist gestrichen. Hamburg genoss für diese mutige Setzung bundesweit großes Ansehen.
Die Verantwortung dafür wird auf private Stiftungen abgeschoben. Diese können das nötige kontinuierliche, flächendeckende, soziale Ungerechtigkeiten ausgleichende und qualitativ hochwertige Engagement im Bereich kultureller Kinder- und Jugendbildung nicht garantieren.
Zumindest die dafür nötige Basissicherung ist eine staatliche Aufgabe. Und zwar eine Querschnittsaufgabe: sichert doch kulturelle Kinder- und Jugendbildung Schlüsselkompetenzen in den sich entwickelnden Bildungslandschaften, leistet sie doch einen großen Beitrag für nachhaltig attraktive Quartiere, ist sie doch einer der effektivsten Wege zu einer gelingenden Interaktion und Integration von Fremden in der Stadt, ein Motor für Lebensfreude und Schaffenskraft, fördert sie doch die körperliche und seelische Gesundheit auf komplexe Art und Weise, führt sie doch - at its best - Generationen, Kulturen und Schichten zusammen, steigert das Selbstwertgefühl und reduziert Gewalt.

15,7 % der Hamburger sind Kinder und Jugendliche. Der Anteil von Kinder- und Jugendkultur im Hamburger Kulturhaushalt ist von einer Generationen gerechten Ausstattung noch extrem weit entfernt. Und das, obwohl wir alle davon ausgehen, dass das frühzeitige Erlernen kreativer Handlungsfähigkeit der wichtigste Schlüssel zur Zukunft ist. Für ein Wachsen mit Weitsicht ist die Bearbeitung des Bodens Grundbedingung. Kultur ist die Basis von Verstehen und Verständigen. Geben wir ihr eine starke Basis!

Im Vergleich der mit Hamburg konkurierenden Metropolen ist der staatliche Hamburger Kulturhaushalt auch jetzt noch im unteren Drittel.
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