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2. Kölner Kulturindex: Erstmals auch Bevölkerungsumfrage zur Kölner Kultur. Wenn es nach den Kölner Kulturexperten geht, soll der Kulturhaushalt der Stadt bei den zu erwartenden Einschnitten im Gesamthaushalt nicht oder nur geringer als in anderen Bereichen gekürzt werden. Dies ist ein Ergebnis der Herbstumfrage zum Kölner Kulturindex, der erstmals neben der Befragung von etwa 400 Kulturfachleuten und institutionellen Förderern auch eine repräsentative Bevölkerungsumfrage umfasst. Insgesamt hat sich die Stimmung der Kulturakteure gegenüber der Frühjahrsumfrage verschlechtert. Schauspiel-Intendantin Karin Beier, Museumschef Kasper König und Gürzenich-Kapellmeister Markus Stenz leisten nach Ansicht der Befragten die wichtigsten Beiträge für die Kölner Kultur.
  
An der Herbstumfrage zum Kölner Kulturindex nahmen von 371 ausgewählten Kulturexperten 157 Personen teil. Die Befragung erfolgte im Auftrag des Kölner Kulturrats, dem Zusammenschluss nahezu aller Vereine und Förderinstitutionen des Kölner Kulturbereichs. Durchgeführt wurde die Umfrage vom Forschungsinstitut für Soziologie der Universität zu Köln. Zentrale Themen waren neben der Ermittlung der allgemeinen Stimmungslage die Diskussion zur Kürzung des Kulturetats sowie die Auswirkungen der Kommunalwahl. 50 Prozent der befragten Kulturexperten gehen nicht davon aus, dass sich die Situation der Kölner Kultur durch die neue politische Konstellation ändern wird, 34 Prozent erwarten sogar eine Verschlechterung der Verhältnisse. Starkes kulturpolitisches Engagement wird weder dem neuen Oberbürgermeister Jürgen Roters noch den Fraktionen des Stadtrats zugetraut. Dazu Dr. Peter Bach, Sprecher des Kölner Kulturrats: “Die Befragung macht aber auch deutlich, dass sich die Kölner Kultur eine Persönlichkeit  wünscht, die die Kultur zu ihrer Sache macht und offensiv für sie eintritt. Dies ist besonders für den neuen Oberbürgermeister eine Chance, sich hier in besonderer Weise zu profilieren.“
 
Insgesamt hat sich Stimmung bei den Kulturakteuren gegenüber der Frühjahrsumfrage deutlich verschlechtert. Folgerichtig war die geplante Kürzung des Kulturetats in den Augen der Befragten wichtigstes Thema der letzten sechs Monate. Zudem haben sich die Zuschauer- und Besucherzahlen im ersten Halbjahr schlechter entwickelt als von den Experten in der Frühjahrsumfrage noch erwartet worden war. Vor diesem Hintergrund erwarten 73 Prozent der Befragten, dass sich die Situation des eigenen Bereichs verschlechtern wird. Sogar 80 Prozent prognostizieren Einschnitte bei dem bereits verabschiedeten Kulturentwicklungsplan. Falls die Experten selber Kürzungen im Haushalt vornehmen müssten, würden 80 Prozent den Kulturbereich weniger stark als in anderen Bereichen oder gar nicht kürzen.
 
Eine ähnliche Tendenz zeigt sich auch bei der durch das Meinungsforschungsinstitut Omniquest, Bonn, durchgeführten repräsentativen Bevölkerungsumfrage zur Kölner Kultur, die zukünftig fester Bestandteil des Kulturindex werden soll. Hier schließen sich immerhin knapp 40 Prozent der Auffassung der Kulturakteure an. 48,5 Prozent sind zudem der Meinung, dass das Kölner Kulturangebot ausgebaut werden solle. Im Vergleich mit dem Kulturangebot anderer Großstädte sehen 39,5 Prozent der befragten Kölner ihre eigene Stadt auf Augenhöhe, 15 Prozent bewerten das Kulturangebot sogar etwas schlechter. Erfreulich ist die Tatsache, dass eine überwiegende Mehrheit der Befragten das Kulturangebot Kölns über alle Sparten hinweg nutzt. Bei der Frage, welches Kulturereignis sich in den letzten 12 Monaten besonders positiv auf das Image der Stadt ausgewirkt habe, wurde das Literatur-Festival lit.cologne an erster Stelle vor den Musik-Angeboten, den Museen und dem Schauspiel genannt. Bach: „Auffällig bei der Herbstumfrage ist die Tatsache, dass es zwischen den Kulturexperten und der befragten Bevölkerung keine grundsätzlichen Unterschiede in der Bewertung einzelner Sachverhalte gibt. Der Wunsch, das Kulturangebot der Stadt Köln insgesamt weiter zu profilieren, steht bei allen Befragten im Vordergrund“.

Alle Ergebnisse der Befragung finden sich im Internet unter www.koelnerkulturrat.de oder unter www.koelner-kulturindex.de .

Quelle: NEXXTWERK Christian Bügel, Stadtwaldgürtel 77, 50935 Köln

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